Hamburger Binnenalster und das Luxushotel „Vier Jahreszeiten“ bei Nacht.
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Der Chef des „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg verriet im Spiegel-Interview einige Details aus dem Hotelalltag.

Reaktionen

Chef von Hamburger Luxushotel packt detailreich aus – und macht sich damit nicht nur Freunde

Der Chef des Hamburger Luxushotels „Vier Jahreszeiten“ hat in einem Interview von den Gepflogenheiten – und Unarten – der Gäste berichtet. Die Reaktionen fallen gemischt aus.

„Ob er sich mit dem Ausplaudern seiner kleinen Geheimnisse einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten“, heißt es augenzwinkernd in einem Leserbrief im Spiegel zu Ingo C. Peters‘ Interview im Juli. Damit spricht der Autor wohl unter anderem auf Details an, die der Hoteldirektor ohne Scheu verriet – damit aber einmalige Einblicke in die Hotellerie bot.

Ingo C. Peters ist seit 24 Jahren geschäftsführender Direktor des Hamburger Luxushotels „Vier Jahreszeiten“. Dass er aus dieser Zeit so einiges berichten kann, zeigt ein Interview mit ihm, das kürzlich im Spiegel erschien. Dabei sprach er nicht nur davon, wie das Luxushotel die Corona-Pandemie meistert, sondern verriet auch noch kleine Details über seine Gäste und was hinter den Kulissen* passiert. Wie sich nun anhand von Leserbriefen zeigt, schmeckt das aber nicht jedem.

Ominöse Geräusche aus der Klimaanlage? Hoteldirektor verrät, wie das Problem gelöst wird

„Der Gast hat immer recht, egal was er sagt“, erklärt Ingo Peters zum Beispiel im Interview. Offenbar selbst, wenn das angesprochene Problem gar nicht vorhanden sein dürfte: „Manche beschweren sich über angebliche Geräusche der Klimaanlage, selbst wenn die zentral ausgestellt ist. Ich könnte jetzt sagen, dass die Klimaanlage gar nicht an ist. Aber wir belehren den Gast nie.“ Stattdessen würde ein Mitarbeiter sich die Klimaanlage ansehen, auf einen Knopf drücken und anschließend fragen, ob es nun besser sei. „Viele sagen Ja, obwohl die Temperatur genau gleich ist“, verrät Peters.

Wie der typische Hotelgast im „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg momentan aussieht? Auch damit hält Peters nicht hinterm Berg: „Im vergangenen Jahr sind wir von Gästen aus Schweden, Dänemark und vor allem Norwegen geradezu überfallen worden.“ Viele der Gäste seien es gewohnt, in der Woche 15.000 bis 20.000 Euro für ein Zimmer, Essen und Weine auszugeben. Auch viele Geschäftsreisende oder vermögende Hamburger kämen oft ins Luxushotel. Zu letzteren meint er: „Die vermögenden Hamburger haben ja ohnehin ein besonderes Verhältnis zum Geld. Das ist manchmal wirklich kurios. Die kommen zu mir und beschweren sich, weil sie in der Garage was fürs Parken bezahlen mussten oder für die Garderobe 1,50 Euro. Zugleich fragen sie, ob ich ihnen in London eine schöne Suite reservieren kann. Blick auf den Hyde Park, 3.500 Pfund die Nacht.“

Dass Peters so offen über seine Gäste spricht, wird mit gemischten Gefühlen aufgefasst, wie mittlerweile im Spiegel abgedruckte Leserbriefe zeigen. „Angesichts dessen, wie in dem Luxushotel Gäste, die bis zu 20.000 Euro die Woche ausgeben, für dumm verkauft und belogen werden, ihre Anliegen ignoriert und ihre persönlichen Befindlichkeiten verspottet werden, bin ich froh, niemals Gast in diesem Haus gewesen zu sein“, meint eine Person empört. Andere freuen sich hingegen über die Offenheit des Hoteldirektors und finden das Interview „köstlich“ und „unterhaltsam“. Ein Leser meint: „Man merkt im positiven Sinne, dass Herr Peters sich von ganz unten hochgedient und er keine Scheu hat, die Schwächen und Verfehlungen seiner Gäste anzusprechen. Ein klassischer Manager würde das in dieser Form nicht tun. Da wirkt die Bodenständigkeit von Herrn Peters sehr erfrischend und vor allem nicht verlogen.“

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Wegen Corona-Pandemie: 20 Prozent Preisaufschlag im Luxushotel

Sechs Monate lang war das „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Mittlerweile liegt die Belegung bei 50 Prozent, wie Peters erklärte, von Normalität ist man also noch weit entfernt. Mitarbeiter mussten aus der Kurzarbeit geholt werden und sich wieder in den Arbeitsalltag einfinden. „Ich habe festgelegt: entweder ganz oder gar nicht. Entweder bieten wir alle Serviceleistungen wie immer, oder wir machen nicht auf“, so der Hoteldirektor. Um sich über Wasser zu halten, würden viele Hotels jetzt sparen: „Es gibt weniger Blumen, keine Accessoires im Badezimmer mehr, der Klavierspieler in der Lobby fehlt. Vor allem aber wird am Personal gespart. Weniger Leute müssen mehr Aufgaben erledigen. Trotzdem wird den Gästen mehr abgeknöpft.“ Auch das „Vier Jahreszeiten“ sei nun 20 Prozent teurer geworden, wie Peters offenbart. „Das wird kommentarlos akzeptiert. Wir sind die Nische, in der Geld letztlich keine so große Rolle spielt. Für uns bedeutet das aber, dass der Service stets auf den Punkt sein muss.“ (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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