S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke

S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke
+
Eine Nomadin, die mit kleinem Gepäck reist: So beschreibt Christine Kaufmann (hier in Ghana) sich selbst.

„Mein Gehirn fliegt immer getrennt“

Christine Kaufmann: Die Lust und Last zu reisen

Schauspielerin Christine Kaufmann gehört zu den zahlreichen Prominenten, die ab Mittwoch auf der Münchner Reisemesse f.re.e zu Gast sein werden.

Update vom 27. März 2017: Die Golden-Globe-Gewinnerin liegt im Koma - und wacht wohl nicht mehr auf. "Es gibt keine Hoffnung mehr", sagt der älteste Freund von Christine Kaufmann nun im TV-Interview.

Update vom 26. März 2017: Die große Deutsche Schauspielerin liegt im Koma. Bei ihrem bislang letzten TV-Auftritt vor zwei Wochen sprach Christine Kaufmann auffallend häufig über Trauer und Tod.

Welche Rolle das Reisen in ihrem Leben spielt, ob es Lust oder Last ist, darüber sprach sie mit Christine Hinkofer.

Frau Kaufmann, was bedeutet Reisen für Sie?

Die Möglichkeit, unvergessliche Eindrücke zu sammeln und Bekanntschaften zu machen. Ich freue mich, wenn ich gemeinsame Reisen mit meinen Kindern und Enkelkindern teilen kann. Wenn ich nicht mehr bin, werden sie sich immer an diese gemeinsamen Momente erinnern.

Was ist schöner, das Abreisen, das Ankommen oder das Zurückkommen?

Im Alter, denke ich, das Zurückkommen.

Sie bezeichnen sich selbst als Nomadin.

Ja, ich bin in meinem Leben viel umgezogen, auch wegen meinem Beruf. Ich zieh aber gerne um. Das liegt an meinen Vorfahren. Ich habe eine Urgroßmutter, die war Tscherkessin. Das ist ein Nomadenvolk aus dem Kaukasus, so ähnlich wie Mongolen. Wie die Nomaden nehme ich immer mein Haus mit, jedenfalls gewisse Sachen daraus.

„Mein Gehirn fliegt immer getrennt“

Was sind das für Gegenstände, die immer mitreisen?

Bilder. Oder Reiseerinnerungen. Eine Sammlung von kleinen Gefäßen aus marokkanischem Wurzelholz zum Beispiel. Die Möbel sind austauschbar. Bei der weißen Couch kostet der Transport mehr, als eine neue zu kaufen, da lohnt es nicht, sie mitzunehmen.

Wo haben Sie die meiste Zeit Ihres Lebens verbracht?

Das ist einfach zu beantworten: in mir.

Und wo die intensivste Zeit?

Mir kommt es vor, als wäre das Bayern. Ich hab lange gebraucht, um ein Heimatgefühl zu entwickeln, weil ich immer so viel unterwegs war. Aber ich würde sagen: Bayern und Italien, das sind meine zwei Heimaten. Wenn ich im Englischen Garten bin und ich rieche die Erde, dann bin ich zu Hause.

Was ist mit Mallorca?

Ich kenne Mallorca, seitdem ich dort 1960 den Film „Ein Thron für Christine“ gedreht habe. Ich hatte früher auch mal ein Haus dort, in Soller. Und ja, eigentlich fühle ich mich auf der Insel auch noch irgendwie zu Hause, weil meine Tochter und ein Enkel dort leben. Mallorca ist ein Ort, an dem man seine Familie sicher unterbringen kann. Mein Enkel geht dort in die Schule. Er spricht Spanisch und Mallorquin, er ist ein richtiger Kosmopolit geworden.

Worin ist die Affinität zu Italien begründet?

Ich habe ab dem 12. Lebensjahr, als die Kinderstar-Phase in Deutschland zu Ende ging, in Italien ziemlich viele Filme gedreht. Wir lebten damals in Rom. Was man zwischen 12 und 17 erlebt, vor allem, was sinnliche Eindrücke angeht, ist sehr formend. Kleidung, Kochen, das ist bei mir alles durch Italien geprägt.

Nimmt denn die Reiselust mit dem Alter ab?

Gute Frage. Jein.

Gute Antwort.

Also, ich interessiere mich für Megalithe, für unerklärliche Bauten aus der Steinzeit. Da gibt es einige Orte, an die ich noch reisen möchte, weil ich neugierig bin. Zum Beispiel zu den rothaarigen Mumien, die man in der Wüste Gobi gefunden hat. Nächstes Jahr, wenn ich 70 bin, will ich mir diese Reise schenken.

Wie reisen Sie am liebsten?

Mit dem Zug. Beim Fliegen habe ich immer das Gefühl, ich lasse ein Stück von mir zurück oder es kommt erst später an. Ich sage, mein Gehirn kommt nach, es ist getrennt geflogen. Der Zug hat eine Geschwindigkeit, da kann ich mit, der Flieger ist zu schnell.

Ab wann oder wie wird das Reisen zum Urlaub?

Wenn ich mehr als zwei Wochen Zeit habe und sie frei verplanen kann. Sobald das wieder mal der Fall ist, will ich nach Taroudannt fliegen, das ist ein ehemaliger Karawanenort etwa 70 Kilometer von Agadir entfernt. Ich habe dort einen Berberfreund, der mit einer Deutschen verheiratet ist, den würde ich gerne wieder einmal besuchen. Außerdem habe ich meinem Enkel Rafi versprochen, dass ich mit ihm nach Marokko fahre. Ich habe in Marokko überall Freunde, auch in der Wüste.

Urlaubsfeeling vor der Tür: Alle Infos zur Reisemesse f.re.e in München!

Sie haben auch eine ganz besondere Beziehung zu Tanger. Eines Ihrer Bücher heißt „Der Himmel über Tanger“.

Ja, nachdem 1992 mein Vater gestorben ist bin ich dort hingegangen, um zu trauern. Ich habe alle Zelte abgebrochen und bin nach Tanger gefahren, per Anhalter mit einem kleinen Täschchen. Ich bin dann fünf Jahre dort geblieben und hab mich selbst neu auf die Welt gebracht.

Apropos kleines Täschchen: Wie halten Sie es mit dem Gepäck?

Je weniger Ballast, umso mobiler ist man auf Reisen, meine ich. Deshalb nehme ich immer nur soviel mit wie in eine Tasche passt.

Wie schaffen Sie das?

Ich habe ein System, ich packe Kleidung nur in einer Farbrichtung ein, weiß, hellgrau und beige zum Beispiel. Dadurch spart man sich auch Schuhe, Ein paar Sandalen in beige, das passt immer, dann noch Pumps, Ende. Abends trage ich größere Ohrringe oder ich stecke die Haare hoch und sehe auch im gleichen Kleid immer anders aus.

Was kommt bei Ihnen auf alle Fälle ins Gepäck?

Frische Wäsche für eine Woche, Schönheitspflege und Munddusche – Equipment, damit ich mich körperlich, egal, wo ich bin, immer wieder erholen kann.

Wie hoch ist der Luxusfaktor der Christine Kaufmann auf Reisen: Fünf-Sterne-Hotel oder Hütte?

Bei Arbeitsreisen gerne das Fünf-Sterne-Hotel, bei der Privatreise die Hütte.

Berge oder Meer?

Am liebsten Berge am Meer. Länder wie Neuseeland oder Korsika, die beides haben, bieten mir die ideale Ferienlandschaft.

Wer ist ihr liebster Reisebegleiter?

Mein Exmann Klaus. Seitdem wir nicht mehr verheiratet sind können wir wieder sehr gut miteinander.

Welche Tipps können Sie als Oma und mittlerweile sogar Uroma für das Reisen mit Kindern geben?

Auf alle Fälle vor der Reise eine Strategie abzusprechen. Ich war mit meinem Enkel in Schottland. Wir haben vorher beredet, was er gerne machen würde und was ich. Ich sagte, okay, ich unterstütze dich bei deinen Plänen und bei mir bist du dabei und hältst den Schnabel. Ich geh in diesen verdammten Tierpark, aber dafür gehen wir nachmittags ins Museum. Ich öffne mich für seine Perspektive, er sich für meine.

Gehen auch Fernreisen mit Kindern?

Kinder stecken das oft besser weg als Erwachsene. Meist schlafen sie im Flieger sofort ein, ich kann nicht schlafen.

Haben Sie noch Sehnsuchtsziele?

Wie gesagt, die Mumien mit den roten Haaren in der Wüste Gobi.

Nicht der kitschig-schöne Palmenstrand in der Karibik?

Gar nicht!

Wie halten sie es mit Souvenirs?

Ein Freund sagte auf einer Türkeireise mal: Jetzt kaufst du schon wieder so ein Stehrumski! Souvenirs sind mir wichtig, aber ich kaufe nur, was ich wunderschön finde.

In München beginnt am Mittwoch die Reisemesse f.re.e, auf der sich auch zahlreiche Veranstalter präsentieren. Haben Sie schon einmal eine Pauschalreise gemacht?

Noch nie. Aber ich finde es gut, dass es sie gibt. Für viele ist es die Möglichkeit, im Schutz der organisierten Gruppe Zugang zu anderen Kulturen zu finden. Ich brauch das eher nicht. Ich bin ein angstfreier Mensch, eine Abenteuerin. Ich habe wahnsinnige Instinkte für Situationen, wie man wann zu reagieren hat. Aber zu dem rothaarigen Mumien, da werde ich nächstes Jahr erstmals in einer Gruppe reisen.

Buch und Termin

Eine Nomadin, die mit kleinem Gepäck reist: So beschreibt Christine Kaufmann sich selbst.

Schauspielerin Christine Kaufmann, Autorinzahlreicher Bücher zum Thema Wellness und Beauty, ist am Freitag, 21. Februar von 14 bis 14.30 Uhr auf der BR-Showbühne der Reise- und Freizeitmesse Free in Halle A 4 zu Gast. Sie wird dort auch über ihr neuestes Buch „Lebenslust – so kann ich mich jederzeit neu erfinden“ sprechen, das im März mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen und einer DVD im Verlagshaus Nymphenburger erscheint. ISBN 978-3-485-02800-4; Preis: 19,99 Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Skisaison voll angelaufen - Gute Verhältnisse auf den Pisten
Dank guter Wetterbedingungen sind immer mehr Skigebiete bereit für die Saison. Nicht nur in den Alpen, sondern such in den deutschen Mittelgebirgen werden Wintersportler …
Skisaison voll angelaufen - Gute Verhältnisse auf den Pisten
Was die Niki-Pleite für Reisende bedeutet
Kurz vor Weihnachten geht Niki pleite, von einem Tag auf den anderen steht die gesamte Flotte still. Für Urlauber bedeutet das Chaos. Wie ist die Rechtslage? Worauf …
Was die Niki-Pleite für Reisende bedeutet
Weitreichende Folgen: Das bedeutet das Ende von Niki für Passagiere
Der Austro-Ferienflieger Niki ist pleite. Nachdem die Lufthansa ihr Kaufangebot zurückgezogen hatte, stellte die Air-Berlin-Tochter den Insolvenzantrag. 
Weitreichende Folgen: Das bedeutet das Ende von Niki für Passagiere
Eurowings führt Business-Klasse auf der Langstrecke ein
Im Low-Cost-Bereich ist das eine Neuerung: Eurowings führt für einige Langstreckenflüge Business-Klasse-Tickets ein. Diese ermöglichen unter anderem mehr Beinfreiheit - …
Eurowings führt Business-Klasse auf der Langstrecke ein

Kommentare