Zahlen steigen

Corona-Risikogebiete in Deutschland: Beherbergungsverbot jetzt auch im Norden gekippt

  • Kathrin Bastert
    vonKathrin Bastert
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  • Kristina Köller
    Kristina Köller
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Quarantäne, Beherbergungsverbot oder negative Corona-Tests: Für Reisende aus deutschen Risikogebieten gelten in den Bundesländern verschiedene Regeln. Eine Übersicht.

  • Das von den Bundesländern mehrheitlich beschlossene Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten in Deutschland steht mehr und mehr in der Kritik.
  • Das OVG in Schleswig-Holstein hat am Freitag das umstrittene Beherbergungsverbot gekippt.
  • Mit Blick auf die Herbstferien fragen sich die Menschen: Wo kann ich trotz Coronavirus* Urlaub machen, wenn ich aus einem Risikogebiet in Deutschland komme? Es wird immer unübersichtlicher.

Update, 24. Oktober, 10 Uhr: Jetzt also doch: Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hat die Regeln des Landes zur Beherbergung von Touristen aus Risikogebieten gekippt. Das Gericht in Schleswig gab damit Eilanträgen von zwei Hotelbetreibern aus Rostock statt, die auch mehrere Häuser in Schleswig-Holstein führen.

Bisher hatte das OVG das sogenannte Beherbergungsverbot bestätigt, anders als Gerichte in anderen Ländern. Ohne das Verbot könnten Touristen aus Risikogebieten unkontrolliert ins Land kommen, hatten die Richter argumentiert. Jetzt hieß es, die nur für Touristen geltende Regelung verstoße gegen das im Grundgesetz verankerte Gebot der Gleichbehandlung. Zudem müssten schwere wirtschaftliche Nachteile für die Beherbergungsbetriebe abgewendet werden.

Das Gericht erklärte unter Verweis auf das Robert Koch-Institut (RKI), dass sich das Coronavirus zunehmend in privaten Haushalten und bei privaten Kontakten ausbreite, während Ansteckungen in Hotels wegen entsprechender Hygienekonzepte eher selten seien. Insofern sei ein Beherbergungsverbot für Touristen eine nicht gerechtfertigte Benachteiligung gegenüber solchen Personen, die nicht als Touristen, wohl aber zu privaten Zwecken, etwa zu Familienbesuchen, anreisten.

Der OVG-Beschluss sei unanfechtbar und allgemeinverbindlich, so dass sich jeder darauf berufen könne und auch von Gerichten und Behörden zu beachten sei.

Update, 20. Oktober, 19.50 Uhr: Das Berchtesgadener Land befindet sich im Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 236,1. So hoch ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in keiner anderen Region Deutschlands. Das hat Konsequenzen für Bewohner genauso wie für Toruristen in der beliebten Urlaubsregion: Seit 14 Uhr am Dienstag gilt ein Lockdown. Viele Urlauber mussten ihren Aufenthalt abbrechen.

Update, 20. Oktober, 19.42 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald hat das umstrittene Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern gekippt. Damit folgten die Richter den Eilanträgen zweiter Hotelbetriebe, die gegen den von Urlaubern geforderten Negativtest geklagt hatten. Wer in dem Bundesland Urlaub machen will, kann nun auch ohne Test und Quarantäne anreisen. Das OVG argumentierte, die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Beherbergungsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Update vom 18. Oktober, 18.31 Uhr: Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten gilt derzeit nur noch in wenigen Bundesländern: Hamburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

LandDeutschland
Bevölkerung83,02 Millionen
HauptstadtBerlin

Update vom 17. Oktober, 13.30 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche am Samstag darauf, dass für Urlaub im Nordosten von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. Die bislang geforderte mehrtägige Quarantäne und ein folgender zweiter Test entfallen somit.

Update vom 16. Oktober, 21.15 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots vorläufig gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit. Die Antragsteller, ein Hotelbetrieb im Landkreis Dahme-Spree und eine Vermieterin von Ferienwohnungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, hatten unter anderem geltend gemacht, dass die Regelung für sie zu erheblichen Einnahmeverlusten führe und ihre verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit verletze.

Update vom 16. Oktober, 11.23 Uhr: Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift. „Wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur.

Damit endet das Beherbergungsverbot mit Ablauf des Tages. Zur Begründung sagte Herrmann, dass man darauf setze, dass die Länder die Beschlüsse der Bund-Länder-Vereinbarung aus dieser Woche umsetzten*. Herrmann betonte, dass das Beherbergungsverbot aber weiter im „Instrumentenkasten“ für den Kampf gegen die Pandemie enthalten bleibe.

Update vom 15. Oktober, 18.41 Uhr: Und das nächste Bundesland verabschiedet sich von dem Beherbergungsverbot: Von diesem Freitag an entfällt im Saarland die Pflicht für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots, bei der Übernachtung einen negativen Corona-Test vorzulegen.

Risikogebiete in Deutschland: In diesen Bundesländern gilt das Beherbergungsverbot weiterhin

Update vom 15. Oktober, 18.24 Uhr: Es wird immer unübersichtlicher in Sachen Beherbergungsverbot. Nachdem in mehreren Bundesländern das Verbot aufgehoben wurde, hier der Überblick über die Länder, in denen das Verbot noch gilt:

  • Bayern: Ein negativer Corona-Test wird akzeptiert. Der Abstrich darf aber höchstens 48 Stunden vor der Anreise gemacht worden sein.
  • Brandenburg: Auch hier wird ein negativer Corona-Test bei einer Übernachtung verlangt, der vor Abreise höchstens 48 Stunden alt gewesen sein darf.
  • Hamburg: Gäste können mit einem negativen Testergebnis übernachten, das nicht älter als 48 Stunden sein darf.
  • Hessen: Wer mit einem ärztlichen Attest nachweisen kann, dass keine Anhaltspunkte für eine Corona-Infektion vorliegen, darf übernachten.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Neben einem aktuellen negativen Corona-Test schreibt die Corona-Landesverordnung weiterhin eine 14-tägige Quarantäne unmittelbar nach der Einreise vor. Der Corona-Test darf maximal 48 Stunden vor der Einreise ins Bundesland vorgenommen worden sein. Die Wartezeit kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein zweiter, selbst zu bezahlender Test nach fünf bis sieben Tagen ebenfalls negativ ausfällt.
  • Sachsen-Anhalt: Die Beherbergung von Personen aus Risikogebieten zu touristischen Zwecken ist verboten, außer der Gast kann ein Attest vorlegen, wonach es keine Anhaltspunkte für eine Covid-19-Erkrankung gibt.
  • Schleswig-Holstein: Ein Beherbergungsverbot besteht aber für gewerbliche Betriebe. Es bestehen allerdings eingeschränkte Beherbergungsmöglichkeiten. Hier besteht die Möglichkeit des Freitestens mit einem negativen Corona-Test. Dabei dürfen zwischen dem Ausstellen des Testergebnisses und der Einreise nicht mehr als 48 Stunden verstrichen sein. Für Geschäftsreisende, private Besuche und Zweitwohnungsbesitzer gilt die Regelung nicht.

Corona-Risikogebiete in Deutschland: Gerichte kippen Beherbergungsverbot in zwei Bundesländern

Update vom 15. Oktober, 15.35 Uhr: Und das nächste Gericht kippt das Beherbergungsverbot: In Niedersachsen hat das Oberverwaltungsgericht das Verbot für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks.

Update vom 15. Oktober, 12.16 Uhr: Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom Donnerstag einem Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland stattgegeben. Dieses gilt bislang für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen registriert wurden. Der Antragsteller kommt aus dem Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) und hatte einen Urlaub im Kreis Ravensburg gebucht.

Sachsen hebt das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten auf. Das kündigte die Regierung am Donnerstag nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern aus dem Freistaat an. Die Regelung soll ab Samstag gelten.

Update, 14. Oktober, 22.26 Uhr: Streit um das Beherbergungsverbot: Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen deutlich. In den unterschiedlichen Bundesländern herrschen trotz allem unterschiedliche Regeln. Kanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch die Ministerpräsidenten von NRW und Co. zu einem Spitzentreffen in Berlin zusammengerufen. Dabei wurde beschlossen, dass das Beherbergungsverbot in jenen Bundesländern, die dieses Verbot bereits umgesetzt hatten, zunächst bestehen bleibt. Ein einheitliches Konzept wird es zunächst nicht geben. Das Thema wurde bis zum 8. November vertagt.

Update, 12. Oktober, 16.01 Uhr: In Deutschland steigen die Corona-Zahlen wieder drastisch an. Am Wochenende meldeten unter anderem Köln*, Stuttgart und Essen* das Überschreiten der wichtigen Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Städte und Kreise, die die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschreiten, werden vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiete geführt. Zur Eindämmung des Virus haben einige Bundesländer bereits Beschränkungen für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Corona-Zahlen beschlossen.

Vielen Urlaubern bereitet das Kopfzerbrechen: Einige Bundesländer stecken bereits in den Herbstferien, in anderen starten diese demnächst. Eindeutig ist: private Besuche sind erlaubt, auch wenn die Reisenden aus einem Risikogebiet kommen. Wo gelten nun welche Corona-Regeln für Urlauber im Inland? Ein Überblick über die Regelungen zur Einreise aus einem innerdeutschen Hotspot und zum Beherbergungsverbot - sortiert nach Bundesländern in alphabetischer Reihenfolge:

Risikogebiete in Deutschland: Regeln und Maßnahmen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg gibt es keine Einreiseverbote oder Quarantänepflicht für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten. Wer aus einem solchen Gebiet kommt, darf nur dann etwa in Pensionen und Hotels beherbergt werden, wenn ein höchstens 48 Stunden alter negativer Corona-Test vorliegt.

Bayern: Es gibt kein Einreiseverbot. Das bayerische Gesundheitsministerium veröffentlicht regelmäßig eine Liste der Städte und Kreise, für deren Bewohner das Beherbergungsverbot gilt. Eine Ausnahme gilt für diejenigen, die einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Berlin: Für die Einreise gibt es keine Beschränkungen. Der Senat hat noch kein Beherbergungsverbot beschlossen.

Risikogebiete in Deutschland: Corona-Regeln in Brandenburg, Bremen, Hamburg

Brandenburg: Wer vorhat, aus Corona-Hotspots nach Brandenburg zu fahren, kann Ausflüge unternehmen oder einkaufen gehen. Übernachtungen sind nicht erlaubt, außer bei Vorlage eines negativen Corona-Tests, der vor Abreise höchstens 48 Stunden alt gewesen sein darf, oder bei zwingenden beruflichen oder medizinischen Reisen.

Bremen: In Bremen gibt es kein Einreiseverbot und keine Quarantänepflicht oder ein Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten.

Hamburg: Es gibt kein Einreiseverbot für Menschen aus inländischen Risikogebieten. Übernachtungsgäste müssen schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vorangegangenen 14 Tagen nicht in einem solchen aufgehalten haben. Falls doch, können sie mit einem negativen Testergebnis übernachten, das nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Risikogebiete in Deutschland: Beherbergungsverbot in Hessen und Niedersachsen - Mecklenburg-Vorpommern strenger

Hessen: Es gibt kein Einreiseverbot, dafür aber ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten. Wer mit einem ärztlichen Attest nachweisen kann, dass keine Anhaltspunkte für eine Corona-Infektion vorliegen, darf übernachten.

Mecklenburg-Vorpommern: Neben einem aktuellen negativen Corona-Test schreibt die Corona-Landesverordnung weiterhin eine 14-tägige Quarantäne unmittelbar nach der Einreise vor. Die Wartezeit kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein zweiter, selbst zu bezahlender Test nach fünf bis sieben Tagen ebenfalls negativ ausfällt.

Niedersachsen: Die Einreise innerhalb Deutschlands ist nicht beschränkt. Tagestourismus ist möglich. Es gelten keine Quarantänevorgaben für deutsche Risikogebiete. Allerdings gilt ein Beherbergungsverbot. Wenn etwa der Infektionsherd klar begrenzt ist oder Reisende einen höchstens zwei Tage alten negativen Corona-Test vorlegen können, sind Ausnahmen möglich. Im Internet sind die betroffenen Gebiete aufgeführten.

Risikogebiete in Deutschland: Corona-Regeln in NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland

Nordrhein-Westfalen: In NRW gibt es keine Beschränkungen und kein Beherbergungsverbot für Urlauber aus nationalen Risikogebieten. In NRW selbst verschärft sich die Corona-Situation zusehends. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will deshalb einheitliche Regeln und Beschränkungen für Corona-Hotspots*.

Rheinland-Pfalz: Reisende aus innerdeutschen Risikoregionen müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Ab diesem Dienstag gilt ein Beherbergungsverbot für sie, außer sie haben einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Die betroffenen Regionen sind auf der Internetseite der Landesregierung gelistet.

Saarland: Im Saarland gilt seit Ende Juni ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten, es sei denn sie können einen ärztlich attestierten, negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als zwei Tage ist.

Risikogebiete in Deutschland: Maßnahmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Sachsen: Die Einreise ist erlaubt. Wer aus einem Risikogebiet etwa aus dem Ausland kommt, muss sich testen lassen. Bis ein negatives Ergebnis vorliegt, besteht die Pflicht zur häuslichen Quarantäne.

Sachsen-Anhalt: Die Einreise ist erlaubt. Die Beherbergung von Personen aus Risikogebieten zu touristischen Zwecken ist verboten, außer der Gast kann ein Attest vorlegen, wonach es keine Anhaltspunkte für eine Covid-19-Erkrankung gibt.

Risikogebiete in Deutschland: Corona-Regeln in Schleswig-Holstein und Thüringen

Schleswig-Holstein: In Schleswig-Holstein gelten keine Beschränkungen. Ein Beherbergungsverbot besteht für gewerbliche Betriebe. Es gibt allerdings die Möglichkeit, einen negativen Corona-Test vorzulegen, der höchstens 48 Stunden alt ist.

Thüringen: Es gibt keine Einreisebeschränkungen oder ein Beherbergungsverbot für Menschen aus deutschen Risikogebieten.

Risikogebiete in Deutschland: Auswirkungen auf Urlaub in den Herbstferien

Update, 11. Oktober, 9.15 Uhr: Die Zahl der Corona-Risikogebiete in NRW ist am Sonntag noch einmal gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lagen neun Kreise und kreisfreie Städte über der wichtigen Corona-Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Neben der Stadt Essen (57,3) überschritten auch der Kreis Unna (54,2) und die Stadt Solingen (51,5) die wichtige 50er-Grenze. Remscheid hingegen fiel mit einem Wert von 44,0 wieder aus der Liste der Corona-Risikogebiete raus.

Das Überschreiten der 50er-Marke hat Auswirkungen etwa für Urlauber, die jetzt in den Herbstferien in mehreren deutschen Ferienregionen einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Zudem sind die Regionen ab diesem Wert verpflichtet, weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben zu erlassen.

Risikogebiete in Deutschland: Kritik an Beherbergungsverbot in den Herbstferien

Update, 10. Oktober, 9.57 Uhr: In einer Reihe von Bundesländern haben die Herbstferien begonnen. Wer aber aus einem Corona-Hotspot kommt, wird in einigen Bundesländern mit einem Beherberbungsverbot belegt. Das trifft besonders Menschen aus Nordrhein-Westfalen - denn in NRW gibt es derzeit bereits zahlreiche Risikogebiete* - und es werden wohl wegen steigender Corona-Zahlen weitere dazu kommen. An den Beherbergungsverboten nehmen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Anstoß.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer kritisierte „unkoordinierte Regelungen“ bei Beherbergungsverboten. Dies sorge aktuell für große Verunsicherung bei den Unternehmen, sagte Schweitzer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schließlich hätten gerade die Betriebe in der Tourismuswirtschaft sichere Hygienekonzepte ausgearbeitet, digitale Lösungen entwickelt und sich unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert. In der Bild-Zeitung warnte Schweitzer: „Gerade auch im Gastgewerbe können weitere Ausfälle die Existenz von Unternehmen gefährden.“

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges bezeichnete es als „völlig unbefriedigend, dass wir keine bundeseinheitlichen Regelwerke haben“. Gäste wie Hoteliers hätten unzählige Fragen und wüssten nicht, was jetzt im Detail gelte. „Daher muss dringend mehr Einheitlichkeit her“, forderte Hartges in der Passauer Neuen Presse. So müsse zum Beispiel generell klar sein, dass Geschäftsreisende von den Beherbergungsverboten ausgenommen werden.

Risikogebiete in Deutschland: Beherbergungsverbot in fast allen Bundesländer für Menschen aus Hotspots

Update, 9. Oktober, 10 Uhr: Das Beherbergungsverbot für Touristen aus Hotspot-Gebieten gilt in beinahe allen Bundesländern. Ein Oberbürgermeister aus einem Hotspot in NRW fand dazu jetzt deutliche Worte. „Ich halte das für ziemlich dummes Zeug“, sagte der Oberbürgermeister von Hamm (NRW), Thomas Hunsteger-Petermann. Der Politiker hält das Beherbergungsverbot für Touristen aus Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 50 für „den völlig falschen Weg“*. Hamm führt mit einem Wert von 70,3 die undankbare Rangliste in NRW an. Hunsteger-Petermann spricht von „Kleinstaaterei“ und „Kollektivstrafe“. In NRW droht mehreren Städten das Überschreiten der Marke von 50*.

Europäische Union (EU)
Einwohnerzahl447,1 Millionen
Bevölkerungsdichte105 Einwohner pro km²
Mitgleidsstaaten27 Mitgliedsstaaten

Update, 7. Oktober, 18.55 Uhr: Auch in Deutschland werden mehr und mehr Städte und Regionen zu Risikogebieten - die Corona-Zahlen steigen so stark, dass sie vielerorts einen kritischen Wert überschreiten. Dass jedes Bundesland bisher selbst entschieden hat, welche Region es als Risikogebiet wertet, hat mit Blick auf die Herbstferien für große Verunsicherung bei Urlaubern gesorgt, wie wa.de* berichtet.

Während die Regeln und Maßnahmen zuletzt zwischen Corona-Testpflicht, Einreiseverbot, Beherbergungsverbot und Quarantäne variierten, streben die Bundesländer jetzt nach einheitlichen Regelungen. Am Mittwoch, 7. Oktober, haben die Länder mehrheitlich ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Risikogebieten in Deutschland beschlossen. Es sei denn, die Reisenden können einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das wurde am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz der Staatskanzleichefs der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mitgeteilt.

Risikogebiete in Deutschland: Bundesländer beschließen Beherbergungsverbot bei zu hohen Corona-Zahlen

Allerdings wird die Lage vor den Herbstferien in NRW dadurch trotzdem nicht viel einfacher zu durchschauen als vorher. Denn fünf Bundesländer geben zu dem Beschluss abweichende Erklärungen ab. Thüringen etwa teilte mit, sich einem solchen Beherbergungsverbot nicht anschließen zu wollen. Thüringen wies darauf an, „dass die Einschätzung der Gesundheitsbehörden der betroffenen Gebiete Grundlage und Maßstab für die Maßnahmen der Reisezielgebiete sein muss“. Das Gesundheitsministerium in Erfurt erläuterte, de facto gebe es keine Einreiseverbote in Thüringen.

Auch Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen legten Protokollerklärungen zu dem Beschluss vor. Niedersachsen will demnach prüfen, ob der Beschluss mitgetragen werden kann. Mecklenburg-Vorpommern beharrt auf eigenen Regeln, die darüber hinausgehen. Berlin und Bremen fühlen sich an Bund-Länder-Vereinbarungen vom 16. Juli gebunden. Dort hatte Bremen bereits angemerkt, „dass die Einschätzung der Gesundheitsbehörden der betroffenen Gebiete Grundlage und Maßstab für die Maßnahmen der Reisezielgebiete sein muss“.

Risikogebiete in Deutschland: Reisende müssen Corona-Tests selbst zahlen

Berlin fordert zudem, dass „bei der Bewertung des Infektionsgeschehens (...) Berlin als Gesamtstadt und Einheitsgemeinde behandelt“ wird. Das wiederum dürfte in Bayern schwierig werden. Dort sollen die Beherbergungsregeln auch für Bezirke innerhalb Berlins gelten, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte. Dies soll auch dann gelten, wenn das Land Berlin insgesamt unter der kritischen 50er Marke bleibt. Konkret müssen die Bezirke aber noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden.

Risikogebiete in Deutschland: Beherbergungsverbot in NRW - das sagt der Chef der Staatskanzlei

In Nordrhein-Westfalen sind vorerst keine Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots in Kraft. „Es gibt keinen Automatismus“, sagte am Mittwoch der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU). Dieses Instrument könne genutzt werden, wenn das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium bestimmte Regionen entsprechend ausweise. Dafür müsse es ein „anhaltend diffuses Infektionsgeschehen geben“. Die Corona-Schutzverordnung* des Landes sehe diese Möglichkeit seit Juli vor. NRW ist nicht prinzipiell gegen ein Beherbergungsverbot, wendet es aber noch nicht an.

In dem Beschluss der Länder heißt es mit Blick auf die Corona-Tests: „Die Eindämmung des Infektionsgeschehens und die Testungen im Gesundheitswesen sowie Testungen zur Aufrechterhaltung des Bildungswesens und der inneren Sicherheit haben Priorität.“ Insofern könnten solche „Freitestungen für Reisezwecke“ nur gemacht werden, wenn die regionalen Kapazitäten dies zusätzlich zulassen. Generell gibt es auch keine Regelung dazu, dass die Krankenkassen Tests bei Inlandsreisen zahlen. Dies gilt derzeit nur für Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland. Wer keine Symptome hat, muss einen Test in der Regel aus eigener Tasche bezahlen - es sei denn ein Arzt entscheidet es anders.

Risikogebiete in Deutschland: Corona-Zahlen zu hoch - örtlich müssen Regeln her

Zentrales Kriterium beim Krisenmanagement ist nach wie vor, ob es in einer Region mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Anhand dieser Schwelle stuft die Bundesregierung auch andere Staaten als „Risikogebiete“ für deutsche Urlauber ein. Im Inland haben Bund und Länder vereinbart, dass ab dieser Marke in „besonders betroffenen Gebieten“ örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Besonders schwer getroffen hatte es zuletzt Hamm (NRW). Nach mehreren Tagen sank die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch endlich wieder* - ist aber noch immer über dem kritischen Wert.

Fest steht auf jeden Fall: Bei Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands müssen sich Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen im Herbst auf erhebliche Schwierigkeiten gefasst machen. Zu diesen besonders betroffenen Orten zählen nach wie vor auch Remscheid (NRW) sowie mehrere Bezirke in Berlin.

Risikogebiete in Deutschland: Unsere erste Meldung zum Beherbergungsverbot

Update, 7. Oktober, 16.35 Uhr: Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen. Das Verbot gelte bundesweit, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen nach einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Darin sollte es angesichts teils unterschiedlicher Regelungen um einen einheitlichen Rahmen gehen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teilte für sein Land mit, dass Urlauber aus Corona-Hotspots in Deutschland ohne negativen Corona-Test von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten dürfen. Das Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten. Die genauen Gebiete müssen noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden.

Söder erklärte, dies bedeute „eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen“. Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten. Tests müssen Reisende aber in der Regel aus eigener Tasche bezahlen, wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben.

Risikogebiete in Deutschland: Bundesländer wollen einheitliche Regeln - auch Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz

Wegen Quarantäne-Auflagen für Einreisende aus einigen Kommunen - darunter Hamm und Remscheid in NRW - und Berliner Stadtbezirken mit hohen Infektionszahlen war zuletzt vor allem Schleswig-Holstein in die Kritik geraten. Auch die Regelung in Rheinland-Pfalz wirkte ähnlich. Beide Landesregierungen zeigten sich kompromissbereit, zu einem bundesweit einheitlichen Rahmen zu kommen. Ab Freitag reicht es in Schleswig-Holstein, bei Ankunft in einem Hotel oder einer Ferienwohnung einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorzulegen - beispielsweise um den Herbsturlaub an Nord- oder Ostsee zu verbringen. Ausgenommen davon sind Familienbesuche oder Pendelverkehre zu beruflichen Zwecken. Auch bei Reisen in innerdeutsche Corona-Risikogebiete ist nach der Rückkehr kein Corona-Test erforderlich.

Risikogebiete in Deutschland: Bundesländer mit unterschiedlichen Corona-Regeln - der vorherige Stand

Hamm/Berlin - Ob Hamm, Remscheid oder mehrere Bezirke in Berlin: Auch in Deutschland gelten immer mehr Regionen als Corona-Hotspot. Problematisch ist bislang, dass innerdeutsche Risikogebiete nicht wie andere Staaten oder deren Regionen von Bundesgesundheitsministerium, Bundesinnenministerium und dem Auswärtigen Amt als Risikogebiete benannt werden, sondern dass bislang jedes einzelne Bundesland für sich selbst festlegt, für welchen Landkreis beziehungsweise für welche Stadt das gilt.

In der Regel ist das Kriterium, dass die betroffenen Kreise, Städte oder Bezirke einen bestimmten Schwellenwert an Corona-Neuinfizierten pro Woche überschritten haben. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist dabei der Richtwert für die Einstufung als Risikogebiet.

Risikogebiete in Deutschland: Bundesländer mit unterschiedlichen Corona-Regeln

Wenn diese Inzidenz den Wert von 50 Coronavirus-Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche übersteigt, dann muss die Lage bewertet werden. Möglicherweise wird eine Stadt oder ein Kreis in Deutschland dann als Risikogebiet eingestuft. Oftmals reicht ein Tag mit hohen Neuinfizierten-Zahlen, und eine Region rutscht über die kritische Grenze.

So unterschiedlich die Corona-Zahlen in den verschiedenen deutschen Regionen und Städten ist, so unterschiedlich gehen die Bundesländer bislang auch mit Reisenden aus betroffenen Risikogebieten um, wie wa.de* berichtet.

Einige verlangen negative Corona-Test-Ergebnisse, andere ordnen eine 14-tägige Quarantäne an. Wieder andere machen in bestimmten Fällen Ausnahmen. In manchen Bundesländern gibt es wenig Einschränkungen mit Blick auf das Coronavirus. Ein Chaos also, das gerade mit Blick auf die Herbstferien in Deutschland für Verunsicherung sorgt.

Risikogebiete in Deutschland: Im Fall Tönnies gab er erstmals Einreisebeschränkungen

Viele Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf dürften noch in schmerzhafter Erinnerung haben, was passierte, als die Infektionswelle beim Fleischverarbeiter Tönnies* um sich griff. Mehrere Bundesländer verhängten erstmals Einreisebeschränkungen für Menschen aus den betroffenen Kreisen.

In Deutschland sind die Zahlen der Corona-Neuinfektion zuletzt in vielen Städten und Regionen stark gestiegen. Mit Stand vom 5. Oktober erfüllen unter anderem vier Bezirke von Berlin die üblichen Kriterien, die ein Risikogebiet ausmachen: Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg.

Risikogebiete in Deutschland: Berlin erkennt Grund für neue Corona-Welle

Als Ursprung der Corona-Wellen in diesen Bezirken von Berlin gelten illegale Partys sowie private Feiern mit Alkoholkonsum. Die üblichen Corona-Regeln - etwa Abstand halten, Maske tragen und Händedesinfektion - wurden dabei offenbar oftmals missachtet. Auch die Städte Hamm und Remscheid in NRW sind weiterhin Risikogebiete in Deutschland. In Hamm etwa gilt eine türkische Großhochzeit als Auslöser* einer heftigen Corona-Welle, die noch immer nicht ausgestanden* ist.

Auch der Landkreis Vechta in Niedersachsen ist vom RKI als Risikogebiet ausgewiesen worden. Neben Berlin steuert vor allem Frankfurt bei der Zahl der Corona-Infektionen auf die nächste Warnstufe zu: Mit 48,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen befindet sich die Stadt kurz vor der 4. Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes.

Wie bereits beschrieben, gelten bisher in den Bundesländern ganz unterschiedliche Regelungen. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben sich bisher mit besonderen Corona-Regeln hervorgetan.

Mecklenburg-Vorpommern: So geht das Bundesland mit Einwohnern aus Risikogebieten aus Deutschland um

Die Corona-Landesverordnung von Mecklenburg-Vorpommern etwa besagt, dass Touristen aus Risikogebieten in Deutschland nur dann einreisen dürfen, „wenn ein ärztliches Zeugnis vorhanden ist, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegen“.

Dieses Attest darf aber nicht älter als 48 Stunden sein. Dennoch besteht die Verpflichtung, sich unverzüglich für 14 Tage häuslich abzusondern. Die Quarantäne kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn eine weitere PCR-Testung nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt.

Berlin als Risikogebiet? Mecklenburg-Vorpommern bewertet Stadt als Ganzes

Ungeachtet der hohen Corona-Infektionszahlen in einzelnen Berliner Stadtbezirken bleibt Mecklenburg-Vorpommern für alle Besucher aus der Bundeshauptstadt Berlin uneingeschränkt offen. Wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag in Schwerin sagte, werde Berlin bei der Risikobewertung weiterhin als Ganzes betrachtet.

Einreisebeschränkungen oder Quarantäne für Rückkehrer würden demzufolge erst dann wirksam, wenn Berlin als Stadtstaat insgesamt mehr als 50 Coronavirus-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aufweise. Nach jüngsten Berechnungen liegt der Durchschnittswert für Berlin unter 40.

Damit fährt Mecklenburg-Vorpommern, das im Frühjahr wegen seiner restriktiven Einreiseverbote für Touristen Kritik auf sich gezogen hatte, einen weicheren Kurs als das Nachbarland Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holstein: 14 Tage Quarantäne oder zwei negative Tests innerhalb von fünf Tagen

Wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen hat das Land Schleswig-Holstein die Berliner Bezirke Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg als Risikogebiet in Deutschland ausgewiesen. Für Urlauber oder Einreisende hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssen.

Unterschiedliche Corona-Regeln: Einige Bundesländer verlangen von Urlaubern aus Risikogebieten in Deutschland einen negativen Corona-Test.

„Es gibt aber kein Einreiseverbot nach Schleswig-Holstein für Personen aus Risikogebieten“, sagte der Ministeriumssprecher. Ausnahmen von den Corona-Regeln gibt es nur für Abgeordnete aus Brüssel, Berlin und Kiel sowie für Vertreter der Landesregierung und deren Landesvertretung in Berlin.

Schleswig-Holstein: Hamm und Remscheid als Risikogebiet in Deutschland ausgewiesen

Zudem sind in Schleswig-Holstein die Städte Hamm und Remscheid (beide NRW) wegen der hohen Coronavirus-Zahlen als Risikogebiete in Deutschland ausgewiesen worden. Für Urlauber oder Urlaubs-Rückkehrer hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssen.

Als Grundlage für die Einstufung als Risikogebiet dient die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der Landkreis Vechta in Niedersachsen ist hingegen in Schleswig-Holstein nicht als Risikogebiet ausgewiesen.

Rheinland-Pfalz folgt RKI-Maßstäben bei der Einstufung von Risikogebieten in Deutschland

Wie Schleswig-Holstein betrachtet auch Rheinland-Pfalz einzelne Berliner Bezirke als Risikogebiet, wenn die Corona-Neuinfektionen die Zahl von 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche übersteigen. Damit sind bisher vier Stadtbezirke mit zusammen mehr als eine Million Einwohnern betroffen.

Andere Bundesländer dagegen beziehen sich auf die Infektionszahl des Landes Berlin insgesamt, die unter dem Grenzwert 50 liegt. In Rheinland-Pfalz müssen etwa Reisende aus betroffenen Berliner Bezirken in der Regel in Quarantäne, es gibt aber auch Ausnahmen, wie es im Gesundheitsministerium heißt. In Berlin beginnen am 12. Oktober die zweiwöchigen Herbstferien.

„Es gelten die gleichen Regelungen, egal ob Luxemburg aktuell Risikogebiet ist oder beispielsweise Wiesbaden oder ein Berliner Bezirk als Risikogebiet nach den Kriterien eingestuft werden würde“, hieß es im Mainzer Ministerium. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rheinland-Pfalz in Sachen Risikogebiete der RKI-Bewertung folgt. Die Ampel-Landesregierung werde die Rechtslage jedoch nach der für Montag erwarteten Entscheidung des Bundeskabinetts zur neuen Musterverordnung und der Test- und Quarantänestrategie für Reiserückkehrer überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Risikogebiete in Deutschland: Diese Ausnahmen macht Rheinland-Pfalz

Nicht in Quarantäne muss: Wer täglich oder für bis zu fünf Tage aus beruflichen oder medizinischen Gründen einreist oder sich maximal 24 Stunden in Rheinland-Pfalz aufhält. Die Ausnahme gilt auch für Menschen, die einen maximal 48 Stunden alten Corona-Test vorweisen können.

Auch andere triftige Reisegründe gelten. Dazu zählen insbesondere soziale Aspekte wie etwa ein geteiltes Sorgerecht, der Besuch des nicht im eigenen Hausstand wohnenden Lebenspartners, Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen sowie Gründe, die in Ausbildung oder Studium liegen. Rheinland-Pfälzer, die sich weniger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen auch nicht in Quarantäne.

Risikogebiete in Deutschland: Corona-Regeln der anderen Bundesländer

Personen, die in Deutschland in einem Risikogebiet wohnen oder von dort nach Hessen, Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg oder ins Saarland reisen, dürfen nicht in Hotels, Ferienwohnungen und anderen kommerziellen Unterkünften übernachten.

Wer aus einem inländischen Corona-Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen reist, muss im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht in Quarantäne gehen.

„Städte oder Kreise innerhalb Deutschlands, die hohe Inzidenzen aufweisen werden als ‚besonders betroffene Gebiete‘ kategorisiert. Diese Kategorisierung bedeutet primär keine Einschränkungen für Reisende aus oder in diese Städte/Regionen“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums der Rheinischen Post.

In Berlin, Bremen und Niedersachsen gelten für Einreisende aus inländischen Risikogebieten derzeit auch keine besonderen Einschränkungen.

Wo dürfen Urlauber aus Risikogebieten in den Herbstferien Urlaub machen?

Die Frage, wo Reisende aus Risikogebieten in Deutschland während den Herbstferien Urlaub machen dürfen, brennt sicherlich derzeit vielen Menschen unter den Nägeln. Wenn sie aus den aktuell vom RKI ausgewiesenen Risikogebieten kommen, müssen sie sich je nach Bundesland auf unterschiedliche Konsequenzen einstellen. Ein Überblick:

  • Schleswig-Holstein: Menschen aus Hamm, Remscheid und den vier betroffenen Berliner Bezirken müssen bei der Einreise in Quarantäne, nicht jedoch Bewohner aus Vechta.
  • Rheinland-Pfalz: Grundsätzlich müssen sich alle Einreisenden aus den vom RKI ausgewiesenen Risikogebieten in Quarantäne begeben.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Dort müssen Einreisende aus Hamm, Remscheid und Vechta in Quarantäne, nicht aber jene aus den vier Berliner Bezirken.
  • Berlin, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen: Für Einreisende aus inländischen Risikogebieten gelten derzeit keine besonderen Einschränkungen.
  • Hessen, Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Saarland: Menschen aus deutschen Risikogebieten dürfen nicht in Hotels, Ferienwohnungen und anderen kommerziellen Unterkünften übernachten. Von dieser Regel gibt es jedoch je nach Bundesland verschiedene Ausnahmeregelungen. Oft reicht es aus, wenn man entweder versichert oder nachweist, dass man nicht mit dem Coronavirus infiziert ist.

Risikogebiete in Deutschland: Wer bekommt sein Geld zurück, wenn der Urlaub platzt?

Wer Urlaub innerhalb Deutschlands geplant hat und bereits eine Unterkunft gebucht hat, aber Bewohner eines Risikogebiets ist und wegen des Coronavirus absagen muss, fragt sich natürlich zu Recht, ob er sein Geld zurückbekommt.

Bei der Frage nach einer kostenlosen Stornierung der Unterkunft kommt es laut dem Reiserechtler Paul Degott aus Hannover auf die genaue Corona-Regelung an: Falls Gäste aus Risikogebieten überhaupt nicht beherbergt werden dürften, sei die Reise schlicht nicht möglich. „Die Folge ist, dass der Mietvertrag damit beendet ist“, so Degott. Das angezahlte Geld wird dem Gast zurückgezahlt.

Anders sieht es aus, wenn Anreise und Unterbringung weiterhin möglich sind, weil es nur eine Quarantänevorschrift gibt. Dann müsse der Gast auch zahlen, sofern keine kostenlose Stornierung mehr möglich ist, erklärt Degott. Möglich sei dann aber unter Umständen eine kulante Regelung mit dem Hotel oder Anbieter des Ferienhauses.

Urlaub in Risikogebieten Deutschlands:

Rein juristisch sei es Sache des Reisenden zu wissen, dass er in ein Corona-Risikogebiet fährt, der Reisende habe bei Nichtantritt die entsprechenden Kosten zu tragen. Natürlich stehe es jedem Hotelier offen, aus Kulanz eine kostenlose Stornierung oder eine Gutschrift zu gewähren.

Auch der Blick über die Bundesgrenzen hinaus zeigt: Es gelten viele andere EU-Staaten - oder einzelne Regionen - als Risikogebiete*. Dazu gehören unter anderem die bei Urlaubern aus NRW beliebten Niederlande*. Auch in Dänemark sind Regionen und eine beliebte Ferieninsel* als Risikogebiete ausgewiesen. Die Lage hat sich unterdessen auch in Belgien wieder verschärft. Zu Reisen in das Nachbarland müssen Urlauber einiges wissen. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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