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In Downe bei London lebte Charles Darwin einst mit seiner Frau und sieben Kindern.

Vor 200 Jahren wurde der Wissenschaftler geboren

Auf Darwins Spuren

London - Man könnte auf die Galápagos-Inseln im Pazifik fliegen, um sich auf die Spuren von Charles Darwin zu begeben. Es reicht jedoch eine Reise über den Ärmelkanal in die Heimat des Wissenschaftlers.

Im Natural History Museum in London wurde soeben eine Sonderausstellung eröffnet. Hier lässt sich spüren, was für ein Mensch dieser Charles Darwin war, wie er lebte und arbeitete, und welchen Aufruhr er in seiner Zeit verursachte.

Die Reise-Infos

REISEZIEL Darwins Geburtsort Shrewsbury liegt in den West Midlands im County Shropshire an der Grenze zu Wales. Der Ort Downe gehört zum London Borough of Bromley im Südosten der britischen Hauptstadt.
ANREISE Die Flughäfen Heathrow, Stanstead und London City Airport werden von München aus mehrmals täglich angeflogen. Downe ist von London mit dem Regionalzug etwa eine halbe Stunde entfernt. Shrewsbury ist von London mit dem Zug über Birmingham in etwa drei Stunden erreichbar.
MUSEUM Das Downe House in Downe öffnet nach Renovierung am 13. Februar als Museum. Eintritt 8,80 Pfund (rund 9,20 Euro), geöffnet Mi. bis So. von 11 bis 17 Uhr (Juli und August von Mo. bis So.); Internet: www.darwinatdowne. co.uk
TERMINE Zum Darwinjahr gibt es über 300 Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen. Eine komplette Liste ist auf der englischsprachigen Internetseite www.darwin200. orgzu finden. 
MEHR INFOS Britisches Fremdenverkehrsamt Visit Britain, Berlin. im Internet: www.visitbritain.de

Für „Darwin – Big Idea“ wurde Material aus aller Welt zusammengetragen. Der Besucher steht vor Riesenschildkröten, Plattfröschen und ausgestopften Spottdrosseln. Letztere sammelte Darwin auf seiner Reise auf die Galápagos- Inseln und grübelte über dem kleinen Federtier zum ersten Mal über die Möglichkeit der Evolution nach. Auch Darwins originalgetreu nachgebautes Arbeitszimmer ist zu bestaunen.

Rund 25 Kilometer entfernt, in Downe südöstlich von London, steht das Haus, in dem Darwin zusammen mit seiner Familie die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Wie in einer Oase der Ruhe liegt das pastellfarbene Haus inmitten eines riesigen Gartens mit Blumenbeeten und Gewächshäusern. Kinder tollten einst in dem riesigen Haus umher – Darwin hatte mit seiner Frau Emma zehn Töchter und Söhne, auch wenn nur sieben Kinder überlebten. Gäste gingen stets ein und aus.

Wie konzentrierte sich Darwin bei dem Kinderlärm und Trubel? Um Ruhe zu haben, marschierte er zum Beispiel auf seinem „Thinking Path“ im Garten. Diesen „Denk-Pfad“ können auch die Besucher unter rauschenden Bäumen entlang spazieren. Wer dagegen Inspiration aus der Unterwelt sucht, ist bestens bei einem kleinen Erdloch im Garten aufgehoben, vor dem Darwin Regenwürmer beobachtete.

In Shrewsbury steht noch das Pub-Hotel „The Lion“, von dem aus Charles Darwin zu seiner Forschungsreise mit dem Schiff „Beagle“ aufbrach.

In Shrewsbury kam Darwin am 12. Februar 1809 zur Welt. Das Städtchen lässt sich gut zu Fuß erschließen. Der Weg führt dabei zum Beispiel zu Darwins Internat, auf das er nach dem Tod seiner Mutter mit neun Jahren geschickt wurde. Der kleine Charles spazierte im Park am Fluss Severn oder in der Umgebung und sammelte allerlei Getier oder angelte. Darwins Geburtshaus ist heute Sitz einer Statistikbehörde und für Besucher geschlossen.

Auf dem Weg zurück nach London ist ein Halt in Oxford angebracht. Denn Darwins Leben ist ohne den gesellschaftlichen Hintergrund seiner Forschung nur halb so spannend. Nachdem er 1859 seine Theorie in „The Origin of Species“ veröffentlicht hatte, kam es im Juni 1860 zu der ersten Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Kirche. Im University Museum in Oxford lieferten sich Darwins Verteidiger Thomas Huxley und Bischof Samuel Wilberforce ein hitziges Gefecht.

Fast 150 Jahre später kommen am 12. Februar 2009 im jetzigen University Museum of Natural History der renommierte Darwinist und bekennende Atheist Richard Dawkins und der derzeitige Bischof von Oxford, Richard Harris , zu einer öffentlichen Debatte zusammen. Die Diskussion zwischen Darwin- Fans und Anhängern der christlichen Schöpfungsgeschichte hallt auch heute noch nicht nur in dem Museum in Oxford wider, sondern auf der ganzen Welt.

Annette Reuther

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