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Deutsche Bahn: Große Änderung beim Ticketkauf – Diese Option gibt es bald nicht mehr

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Von: Franziska Kaindl

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Das Zugticket noch schnell an Bord beim Schaffner kaufen? Das wird bald nicht mehr möglich sein. Die Deutsche Bahn beendet den Ticketkauf im Zug.

Besonders für spontane Zugfahrten ist der Ticketkauf direkt beim Schaffner die optimale Lösung. Allerdings will die Deutsche Bahn diesen Service nun abschaffen – Papier-Fahrkarten werden dann nicht mehr in Fernzügen verkauft. Komplett eingestellt wird der Ticketkauf im Zug vom nächsten Jahr an, wie tagesschau.de berichtet.

Deutsche Bahn: Spontaner Ticketkauf beim Schaffner bald nicht mehr möglich

„Der Ticketkauf an Bord soll einfacher, preiswerter und digitaler werden“, erklärte die Bahn laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zu der Entscheidung. Heißt: Wer spontan ein Ticket kaufen will, kann dies nur noch online am Smartphone oder Laptop erledigen – allerdings nur bis zu zehn Minuten nach der Abfahrt. Laut dem Fahrgastverband Pro Bahn sei diese Änderung „kein großer Verlust“. „Nach unserer Beobachtung nutzen das vor allem Geschäftsleute, denen es auf das Geld nicht ankommt und die zwei Handys dabei haben“, so der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann.

In den vergangenen Jahren wurden laut Bahn stets weniger als ein Prozent der Fahrkarten an Bord verkauft. Das liegt unter anderem daran, dass die meisten Kunden frühzeitig buchen, um die preiswerteren Spar- und Superspartickets zu erhalten. Wer hingegen erst im Zug sein Ticket kauft, muss den teureren Flexpreis plus Bordzuschlag von 17 Euro zahlen. Im Jahr 2016 lag der Preis noch bei 7,50 Euro. Die Gebühr wurde bewusst erhöht, um Zugbegleitern mehr Zeit für den Service zu geben und den Verkauf von Handy-Tickets anzukurbeln. Außerdem können Tickets im Nahverkehr der Deutschen Bahn und in der S-Bahn sowieso nur vor der Fahrt gelöst werden. Den Kauf beim Schaffner gibt es nur noch bei Bahn-Konkurrenten im Nahverkehr.

Zugbegleiterin klar zur Abfahrt.
Zugbegleiter sollen entlastet werden. © Jan Huebner/imago-images

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Ticketkauf bei Zugbegleiter: Kritik an Entscheidung der Deutschen Bahn

Durch das Abschaffen des Ticketkaufs im Zug sollen die Schaffner weiter entlastet werden. Zum Beispiel können sich Zugreisende schon seit einiger Zeit mit dem Komfort-Check-in selbstständig im Zug anmelden und somit die Handy-Kontrolle vermeiden. „Fragen etwa zu Anschlusszügen zu beantworten ist wichtiger, als Tickets zu verkaufen“, sagt Naumann. Allerdings zeigt sich nicht jeder mit dieser Entscheidung einverstanden. „Wir haben immer für ein offenes System plädiert, das Reisenden im Fernverkehr spontan die Möglichkeit eröffnet, den Zug als ideales Verkehrsmittel zu wählen“, erklärt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Zudem soll es eine breite Kampagne geben, die Fahrgäste frühzeitig über die Änderung informiert. Pro Bahn verlangt zumindest auch eine Rückfallebene, falls der Online- oder Automaten-Kauf nicht funktioniert. „Wir fordern, dass der Zugbegleiter dann die Daten aufnimmt und die Bahn später eine Rechnung schickt“ – und das ohne „erhöhtes Beförderungsentgelt“. (fk)

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