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Im Jahr 2017 gaben die Deutschen so viel für Urlaub aus wie noch nie, wie eine Studie ergab. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Studie

Deutsche geben so viel für Urlaub aus wie nie

Trotz Terror und Krisen haben die Bürger im vergangenen Jahr laut einer Reiseanalyse so viel Geld für Urlaub ausgegeben wie noch nie. Doch die Angst vor Anschlägen hinterlässt Spuren.

Berlin (dpa) - Trotz eines von Terror und Unsicherheit geprägten Jahres haben die Bundesbürger 2016 laut einer Studie so viel Geld für Urlaub ausgegeben wie noch nie. Die Gesamtausgaben lagen bei 88 Milliarden Euro und erreichten damit einen Rekordwert - 2015 waren es 87 Milliarden Euro gewesen.

Das ist das Ergebnis der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die am Mittwoch auf der Reisemesse ITB in Berlin (8. bis 12. März) vorgestellt wurde. Berücksichtigt wurden Urlaubsreisen ab fünf Tagen und Kurzreisen.

Auch laut einer GfK-Auswertung gaben die Deutschen 2016 rund 86 Milliarden Euro aus, das hatte der Deutsche Reiseverband (DRV) Anfang März mitgeteilt. Aktuell ist die Reiselust weiterhin groß: In diesem Jahr wollen 69 Prozent der Menschen laut FUR-Studie sicher oder wahrscheinlich verreisen (2016: 70 Prozent). Nur 12 Prozent wollen nicht verreisen. Gleichzeitig spielen Terroranschläge eine Rolle bei der Wahl des Urlaubsziels: 38 Prozent gaben laut Befragung an, sich durch Terror in ihrer Reiseplanung beeinflusst zu fühlen.

Die Verschiebung bei den Urlaubszielen hat sich bereits 2016 gezeigt: Die Türkei verlor im Vergleich zum Vorjahr der FUR zufolge 23 Prozent an Urlaubsreisen. Nordafrika verzeichnete einen Rückgang von 29 Prozent. Frankreich kam auf ein Minus von 15 Prozent. Deutschland, Österreich, Spanien und Griechenland profitierten.

Deutschland blieb 2016 mit einem Marktanteil von 30 Prozent das beliebteste Reiseziel der Bundesbürger für Urlaube mit einer Länge von mindestens fünf Tagen - und legte noch einmal um einen Prozentpunkt zu. Spanien als beliebtestes Auslandsreiseziel kam auf 14,8 Prozent (2015: 13,1 Prozent). Dahinter folgte Italien mit unverändert 8,2 Prozent. Die Türkei auf Platz vier verlor etwas und erreichte 5,6 Prozent (2015: 7,3 Prozent). Danach folgten Österreich (4,6 Prozent) und Griechenland (3,5 Prozent). Innerhalb Deutschlands überholte Mecklenburg-Vorpommern knapp den bisherigen Spitzenreiter Bayern. Danach folgten Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Insgesamt machten vergangenes Jahr 53,4 Millionen Urlauber 68,7 Millionen Reisen von fünf oder mehr Tagen, wie die Forschungsgemeinschaft berichtete. Hinzu kamen 80,5 Millionen Kurztrips von 33 Millionen Reisenden. Die Forschungsgemeinschaft Reisen untersucht das Reiseverhalten der Deutschen bereits seit mehr als 40 Jahren. Für die Ergebnisse wurden Menschen online und in persönlichen Interviews befragt, die Ergebnisse sind nach Angaben der Forschungsgemeinschaft bevölkerungsrepräsentativ.

Reisemesse ITB

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