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In Österreich heißen die Kornellkirsche dreht – Dirndl oder Dirndling.

Dirndl zum Vernaschen

Wer in diesen Tagen ins niederösterreichische Pielachtal reist, der kann dort Dirndl finden, die auf Bäumen wachsen und die man – so sagen die Menschen dort – unbedingt vernaschen sollte.

Gerade Ende September sind sie vollreif und besonders schmackhaft, man kann die saftig-roten Dirndl direkt vom Baum pflücken. Das ganze Pielachtal steht derzeit im Zeichen der Dirndl, und so mancher Bewohner wird sich über die Verwunderung der Besucher köstlich amüsieren, wenn diese erfahren, dass sich hier alles um die Kornellkirsche dreht – deren österreichischer Name eben auch Dirndl oder Dirndling ist.

Das „Dirndltal-Dirndl“: Grüner Rock und rotes Oberteil.

In dem Tal, das im Herzen der niederösterreichischen Voralpen liegt, wachsen dank des guten Klimas die Sträucher, die ansonsten in größerer Zahl eher im Süden Europas anzufinden sind. Zeitig im Frühjahr, oft schon im Februar, erblüht das ganze Pielachtal im zarten Gelb der Kornellkirsche. Obwohl die etwa hagebuttengroßen Dirndl auch einen Stein und eine leuchtend rote Färbung haben, sind sie botanisch nicht mit den Kirschen verwandt, sondern gehören zu den Hartriegelgewächsen. Wer bei einem Besuch im Pielachtal im Steinschalerhof in Rabenstein absteigt, wird von morgens bis abends mit den Dirndl zu tun haben: von der Frühstücksmarmelade über eingelegte Früchte bis hin zum Verdauungsschnaps nach dem Abendessen. Für Hotelchef Johann Weiß ist die Dirndl ein klassischer Beweis dafür, wie man Nachhaltigkeit auch im Tourismus erfolgreich anwenden kann. Seit mehreren Jahren engagiert er sich dafür, möglichst Produkte aus der Umgebung zu verwenden, um nicht nur die Kosten gering zu halten, sondern auch um die Umwelt zu schonen und den einheimischen Produzenten eine wirtschaftliche Grundlage zu bieten.

Letztlich habe es auch eine psychologische Wirkung, so Weiß: „Das gibt auch ein Heimatgefühl.“ Also wird er nicht müde, vom Zusammenhang zwischen Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit zu erzählen, beispielsweise auf Wanderungen, die er für seine Gäste anbietet. Da zeigt er, wo an den Hängen im Tal die viele Jahre alten Dirndlsträucher stehen, deren knorrige Äste die Phantasie so schön anregen. „Die schönste Zeit ist im Frühjahr, wenn sie so intensiv Gelb blühen“, sagt Johann Weiß. Die dunkelroten Früchte, die jetzt gerade geerntet wurden, genießt er dann das ganze Jahr, eingelegt, konserviert oder als Marmelade. Man muss sie einfachvernaschen, dieDirndl aus dem Pielachtal.

REISE INFO PIECHLTAL

REISEZIEL Das rund 70 Kilometer lange Pielachtal, das etwa 100 Kilometer von Wien entfernt ist, liegt mitten im Mostviertel, dem südwestlichen Teil des Bundeslandes Niederösterreich. der kleine fluss Pielach, der dem Tal seinen Namen gibt, mündet bei melk in die donau.

ANREISE mit dem Auto von München auf der A8, ab der Grenze auf der A1 bis zur Ausfahrt St. Pölten und auf der B 20 und B 39 weiter ins Pielachtal. Mehrmals täglich gibt es auch umsteigefreie Zugverbindungen von München nach St. Pölten (Fahrzeit rund dreieinhalb Stunden), dort umsteigen in die Mariazellerbahn. Diese Schmalspurbahn fährt täglich vier bis fünf mal durchs Pielachtal nach Mariazell.

WOHNEN Das Vier-Sterne-Hotel Steinschalerhof in Rabenstein hat sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Den Gästen werden darum vor allem Produkte aus dem eigenen Garten, zumindest aber aus der Region serviert. Ü/f kostet ab 40,40 euro pro Person im dDz, Tel. 0043/2722/22 81, Internet: www. steinschaler.at.

INFO Regionalbüro Pielachtal, Schlossstr. 1, a-3204 Kirchberg, Tel. 0043/2722/73 09 25, www.pielachtal. info. mostviertel Tourismus, a-3250 Wieselburg, Tel. 0043/7416/521 91, www.mostviertel.info

Volker Pfau

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