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Passagiere am Flughafen Sydney: Australien stellt momentan keine Visa für Reisende aus Guinea, Liberia und Sierra Leone aus. Foto: Dean Lewins/Archiv

Ebola-Reisebeschränkungen: Visa-Bann, Quarantäne, Screenings

Berlin (dpa) - Wer aus Westafrika in einen anderen Erdteil fliegen will, muss aufgrund der Ebola-Vorsichtsmaßnahmen in vielen Ländern mit Einschränkungen rechnen. Hier ein Überblick für Reisende.

Eine Ausbreitung von Ebola in Deutschland durch einen kranken Flugpassagier ist den Behörden zufolge gering. Sie vertrauen auf aufmerksame Flugzeug-Besatzungen und das deutsche Gesundheitssystem - extra-Untersuchungen für alle Passagiere an den Airports gibt es nicht. Eine große öffentliche Debatte über stärkere Sicherheitsmaßnahmen hat es bislang ebenso wenig gegeben. Andere Länder wählen in ihrer Angst vor der Seuche, die in Guinea, Liberia und Sierra Leone grassiert, dagegen radikale Mittel.

Strikte Einreisebeschränkungen:

Kanada verweigert Menschen aus den drei westafrikanischen Ländern seit einigen Tagen die Einreise.

Auch Australien stellt momentan keine Visa für Menschen aus Guinea, Liberia und Sierra Leone aus.

Saudi-Arabien hat einen Visa-Bann für Gastarbeiter aus den drei Staaten ausgesprochen. Auch Pilgern zur Wallfahrt Hadsch wurde die Einreise verboten.

Einreisebeschränkungen:

In den USA sind mögliche Reisebeschränkungen zum Streitthema im Kongresswahlkampf geworden: Republikaner fordern einen Visa-Bann - Präsident Barack Obama lehnt ihn ab. Einreisende sollten zwar untersucht, aber nicht zwangsläufig isoliert werden. Einige Bundesstaaten wie Kalifornien aber haben strengere Regeln eingeführt.

In Nordkorea werden Einreisende für 21 Tage unter Quarantäne gestellt. Die Anordnung betrifft alle Reisenden - egal, ob sie aus Liberia, den USA oder Deutschland kommen.

Verstärkte Maßnahmen:

Frankreich warnt zwar vor Reisen in die Ebola-Gebiete - es gibt aber bisher keine Einschränkungen. Alle Passagiere aus der Region werden kontrolliert. Dies gilt vor allem für die Direktflüge aus Westafrika. Das Prozedere soll auch auf Schiffe ausgeweitet werden.

Großbritannien stellt Visa für Reisende aus Westafrika nach den selben Regeln aus wie vor der Krise. An mehreren Flughäfen - darunter Europas größtem Airport London Heathrow - müssen sie aber mit einer Befragung und Temperatur-Check rechnen.

Griechenland untersucht alle Reisenden aus Ebola-Gebieten. Kapitäne aller Handelsschiffe müssen ihre Stopps angeben.

In Spanien und Portugal gibt es verschärfte Kontrollen auf den Airports, aber weder Einreiseverbote noch entsprechende Pläne.

In den Niederlanden und in Italien wird Reisenden nur dringend geraten, auf ihre Gesundheit zu achten. Sie werden schriftlich über Symptome und medizinische Behandlung informiert.

China untersucht Reisende aus Westafrika und verlangt Kontaktdaten sowie Zweck und Dauer ihrer Reise.

In Indien werden alle Reisenden befragt und die Körpertemperatur gemessen. Menschen mit Ebola-Symptomen werden isoliert.

Für eine Reise nach Singapur brauchen Westafrikaner aus Ländern mit Ebola-Fällen jetzt ein Visum. Damit sollen sie besser über die in dem Stadtstaat verhängten Schutzmaßnahmen unterrichtet werden können.

Auf Flughäfen in Marokko - dem Ausrichter des Fußball-Afrika-Cups im Januar und Februar - sollen Kameras mit Wärmesensoren Passagiere mit erhöhter Körpertemperatur erkennen.

Keine Beschränkungen:

In den skandinavischen Ländern Norwegen, Dänemark, Schwedenund Finnland gibt es weder Einreisebeschränkungen noch Ebola-Checks an den Flughäfen.

Auch Südkorea hat bislang keine besonderen Maßnahmen erlassen. Eine Temperatur-Messung auf Flughäfen gab es schon vor dem Ebola-Ausbruch.

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