Mit einem Klick günstig an den Strand

München - Bei diesen arktischen Minusgraden ist der Gedanke an Flucht allgegenwärtig. Ab ins Warme. Ab an den Strand. Ab in die Sonne. Mit Preissuchmaschinen im Internet geht das recht günstig – wenn man alle Kostenfallen erkennt.

Der Kälte entfliehen und mal eben schnell im Internet ein Schnäppchen ins Warme buchen – das ist nicht ganz so leicht: „Wer günstig abheben will, muss akribisch die Preise vergleichen.“ Zu diesem Fazit kommt die unabhängige Stiftung Warentest nach einem Vergleich verschiedener Preissuchmaschinen und Online-Reisebüros.

Die Anbieter versprechen, unter tausenden von Tarifen den besten herauszufischen. Preissuchmaschinen durchforsten die Webseiten von Fluggesellschaften und Online-Reisebüros. Mit dem Klick auf das gewünschte Angebot wird der Suchende auf die Seite des Anbieters weitergeleitet, wo er den Flug dann buchen kann.

Die Stiftung Warentest hat sich acht Preisvergleichsseiten und neun Online-Reisebüros genauer angesehen und jeweils nach dem günstigsten Preis für 15 One-way-Flüge gesucht. „Das Resultat ist erfreulich“, schreiben die Tester in ihrer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „test“: Alle geprüften Preissuchmaschinen finden demnach günstige Flüge. Die besten Ergebnisse erzielten www.billigflieger.de, www. momondo.de und www.swoodoo.de. Zwiespältig sei jedoch das Ergebnis bei Skyscanner. Das englische Portal ermittelte zwar viele Schnäppchen, lag mit dem Suchergebnis aber auch mal daneben.

„Vorsicht ist bei fluege.de angebracht“, warnt Stiftung Warentest. Das Portal der Leipziger Firma Unister mit der Galionsfigur Reiner Calmund stehe seit einiger Zeit in der Kritik. Der zunächst angegebene Preis führt hier zu einer Zwischensumme, zu der Gebühren und Mehrwertsteuer addiert werden. Voreingestellt sind stets ein Umbuchungsservice für bis zu 33 Euro und oft ein Premium-Paket für sechs Euro.

Blindes Vertrauen ist allerdings bei keinem Anbieter angebracht. „Die angegebenen Preise müssen insgesamt nicht immer die günstigsten sein“, meint Stiftung Warentest. Denn es können noch etliche Zuschläge dazukommen, zum Beispiel fürs Gepäck. Wer das Ticket mit Kreditkarte bezahlt, muss nicht nur bei den Billigfliegern mit Zusatzkosten rechnen, auch Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels Airlines kassieren eine Gebühr. Bei der Lufthansa heißt sie Optional Payment Charge und beträgt je nach Flugstrecke zwischen fünf und 18 Euro.

Vor der Buchung alles überprüfen

Die 15 Flüge, mit denen die Preisvergleiche geprüft wurden, dienten auch als Test für neun Online-Reisebüros. Die holländische Seite cheaptickets.de ging hier als Preissieger hervor, sie lieferte am häufigsten die günstigsten Flüge. Cheaptickets.de findet fast immer günstige Flugpreise, berechnet aber eine Reservierungsgebühr. Die kann der Reisende oft sparen, wenn er direkt bei der Airline bucht. Günstige Flüge bieten noch die Portale expedia.de und lastminute.de. Opodo.de und ebookers.de offerieren auch viele Schnäppchen, „versuchen aber ihre Kunden mit einer voreingestellten Versicherung zu übertölpeln“, warnen die Verbraucherschützer. Fly.de sei insgesamt am teuersten und integriert auch eine Reiserücktrittsversicherung.

Angebote für entsprechende Versicherungen seien „nicht empfehlenswert“, schreiben die Tester. Wer voreingestellte Policen übersieht, bucht etwas teuer hinzu, was er eigentlich gar nicht braucht. Vor allem die Selbstbeteiligungen werfen die angebotenen Reiserücktrittsversicherungen aus dem Rennen. Die Quote liege bei vielen Anbietern bei 20 Prozent. „Besser sind Tarife ohne Selbstbeteiligung“, erklären die Tester. Doch diese Tarife zu finden, ist nicht leicht. Bei Air Berlin müsse man etwa erst auf den Bereich Service klicken. Condor treibt es den Verbraucherschützern zufolge auf die Spitze. Nur durch einen Anruf bei der Buchungshotline ist auch eine Police ohne Selbstbeteiligung zu bekommen.

Manchmal lohnt es sich auch, die angezeigten günstigsten Flüge direkt beim Anbieter zu buchen. So entgehen Urlauber eventuell anfallenden Vermittlungsgebühren. Wer sein Ticket storniert oder umbucht, kann Pech haben und doppelt zur Kasse gebeten werden, wenn sowohl das Vermittlungsportal als auch die Fluglinie Gebühren verlangen.

Vor dem Klick zur verbindlichen Buchung ist ein letzter kritischer Blick ratsam. Stimmen alle Details? Sind die Termine für die Hin- und Rückreise richtig? Liegt der Endpreis bei der versprochenen Summe? Und auch nicht vergessen: Stimmt das Ziel? Besonders bei Fernreisen empfiehlt es sich, genau hinzuschauen, sonst landet man schnell in San José in Costa Rica statt wie gewünscht in San José in den USA – und muss trotzdem alle Buchungskosten tragen (Az. 34 O 1300/08).

sba

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