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Die Seriennummer wirkt bescheiden: „MSN1“. Hinter drei Buchstaben und Zahl verbirgt sich der aktuelle Traum manches Flugfans - die neue A350.

Dreamliner Konkurrenz

Supervogel Airbus A350 startet Erstflug

Die Entwicklung der neuen A350 hat mehr Zeit und Geld gekostet als geplant. Doch Airbus will in die Zukunft blicken - der neue Liebling der europäischen Flugzeugfamilie soll am Freitag erstmals abheben.

Die Seriennummer wirkt bescheiden: „MSN1“. Hinter drei Buchstaben und Zahl verbirgt sich der aktuelle Traum manches Flugfans - die neue A350. Auch Airbus setzt viele Hoffnungen in den neuen Stolz der Flotte. Das Langstreckenflugzeug soll dem europäischen Flugzeugbauer neue Marktchancen im Kampf gegen den Dauerrivalen Boeing sichern. Am Freitag soll das Flugzeug in der Version A350-900 erstmals in Toulouse vom Boden abheben.

Peter Chandler

Der Chef wird selbst fliegen. Peter Chandler, oberster Testpilot von Airbus, soll das Erstmodell von der Startbahn in den Himmel ziehen. „Man muss schon ein fähiger Pilot sein, um die Sachen zu machen, die wir fliegen“, erläutert Chandler seinen Job im hauseigenen Video, „nicht außergewöhnlich, aber fähig.“ Auch für ihn steht eine neue Erfahrung an: seine Premiere mit einem Prototypen.

Gemeinsam mit Co-Pilot Guy Magrin und vier Ingenieuren soll Chandler den ersten von fünf Testfliegern mit dem Zusatz XWB für „Extra Wide Body“ in die Luft bringen. Vom Flughafen Blagnac aus sind vier Flugstunden geplant. Begleitet wird die A350 von einem Beobachtungsflugzeug. Vorgesehen hat Airbus Tests in unterschiedlichen Höhen: Fahrwerk, Landeklappen, Ruder, Geschwindigkeiten.

Wie im Viel-Länder-Konzern Airbus üblich kommen auch die Teile der A350 aus halb Europa: Aus Hamburg stammen Heck und Teile des Höhenleitwerks, in Bremen werden die Flügelkanten gefertigt, Broughton in Großbritannien steuert die Tragflächen bei, aus dem spanischen Getafe werden die Höhenruder geliefert. Alles andere wird in Frankreich gebaut. Auch eine Endmontage gibt es nur in Toulouse.

Die Entwicklung der neuen A350 hat mehr Zeit und Geld gekostet als geplant.

Ursprünglich wollte Airbus die A330 weiterentwickeln, in deren Flugzeuggröße die A350 gehört. Forderungen der Fluggesellschaften mündeten dann aber im völlig neuen Flieger. Die Planung hat unter anderem wegen Problemen mit den Flügeln länger gedauert als gedacht und mit geschätzt gut zehn Milliarden Dollar auch mehr gekostet. Nun sollen moderne Verbundwerkstoffe das Gewicht senken und den Treibstoffverbrauch nach Airbus-Rechnung um 25 Prozent senken.

Nach dem Ärger von Konkurrent Boeing mit den Batterien der 787 „Dreamliner“ hat Airbus in die A350 wieder Nickel-Akkus statt der ursprünglich ebenfalls geplanten, leichterem Lithium-Ionen-Technik eingeplant. Im Testflieger stecken allerdings noch die neuen Akkus.

Die A350 XWB wird in drei Versionen für 270 bis 350 Passagiere gebaut.

Die A350 XWB wird in drei Versionen für 270 bis 350 Passagiere gebaut. Die teuerste Variante steht mit rund 250 Millionen Euro in der Preisliste. Die anstehende Flugpremiere stimmt auch Aktienanalysten positiv. „Der Erstflug findet etwas früher statt, als wir erwartet hatten“, sagt DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald. Er hält es für gut möglich, dass die Nachfrage nach dem Flugzeug nach einem gelungenen Erstflug steigt.

Airbus-Chef Fabrice Brégier will das erste Exemplar in der zweiten Hälfte 2014 ausliefern - ein Jahr später als ursprünglich geplant. Bisher haben 33 Fluggesellschaften 613 Maschinen des neuen Typs geordert.

Den Testflug kann - nach Ende des Fluglotsenstreiks - eigentlich nur noch ein Gewitter stoppen. Airbus möchte das neue Flaggschiff gern vor Blitzschlag bewahren. Die Chancen stehen gut: Für Toulouse sind am Freitag 28 Grad, Sonne, kaum Wind vorhergesagt.

dpa

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