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Gerechtfertigt? Erste Hotels führen Energiepauschale ein – bis zu 9 Euro pro Nacht

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Von: Franziska Kaindl

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Nicht nur Privathaushalte, sondern auch Hotels leiden unter den steigenden Energiekosten. Immer mehr führen daher eine Energiepauschale für Gäste ein.

Viele Haushalte sparen kräftig am Energieverbrauch ein, um die steigenden Kosten für Gas und Strom schultern zu können. Aber dem Hotelgewerbe geht es nicht viel anders. Manche Betreiber sehen sich gezwungen, Teile der Mehrkosten an die Kunden weiterzugeben.

Hoteliers führen Energiepauschale ein – mit unterschiedlichen Herangehensweisen

Anstatt die Zimmerpreise zu erhöhen, führen einige Hotels eine Energiepauschale für den Aufenthalt ein. Dazu gehört unter anderem das Schlossgut Gross Schwansee in Mecklenburg-Vorpommern. „Mit Blick auf die stark steigenden Energiepreise, sehen wir uns leider gezwungen, ab dem 01. Oktober 2022 eine Energiepauschale in Höhe von 5,00 € pro Person/Aufenthalt zu erheben“, heißt es auf der Webseite. Ganz bewusst habe man sich dazu entschieden, die Pauschale nicht einfach auf die Zimmerpreise aufzuschlagen, sondern separat und damit transparent auf der Rechnung auszuweisen.

Schlossgut Gross Schwansee
Das Schlossgut Gross Schwansee verlangt seit Kurzem eine Energiepauschale. © Imago

Andere Hotels berechnen den Aufschlag sogar pro Nacht – darunter das Hotel Krone-Post im bayerischen Werneck: „Der Zimmerpreis bleibt … ein Energiekostenaufschlag kommt! Ab 1.10.2022 werden wir eine Energiepauschale von 5.- pro Nacht auf der Rechnung ausweisen“, informiert das Hotel auf der Webseite.

Das Luxushotel Bareiss im Schwarzwals schlägt seit September sogar 9 Euro pro Kopf und Übernachtung obendrauf. „Man kann ja nicht alles schlucken“, sagte der Juniorchef Hannes Bareiss der Hotel- und Gastronomiezeitung. Das Hotel sei von Erdgas abhängig – und im Herbst erwarten die Betreiber wegen der Energiekrise enorme Verteuerungen. „Hinzu kommen – durchaus gerechtfertigte – Lohnkostensteigerungen“, so Bareiss. Da dies nicht über Mehr-Geschäft zu kompensieren sei, müssten höhere Preise angesetzt werden.

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Mit einer Energiepauschale von 3 Euro pro Gast und Nacht will hingegen das The Hearts Hotel im Harz über die Runden kommen. Zuerst habe man mit 5 Euro kalkuliert, doch nach Bekanntwerden des Hilfspakets in Höhe von 200 Milliarden Euro, wurde der Preis auf 3 Euro gedrosselt, so Geschäftsführer Mark Lindberg laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Um die jährlichen Mehrkosten zu decken, müsste der Betrieb jedoch eigentlich 7,50 Euro netto verlangen. Das würden die Gäste aber nicht mehr mitmachen: „Wenn ein hochpreisiges Hotel wie das Bareiss 9 Euro Pauschale verlangt, tut das nicht weh. Aber wenn wir über 5 Euro gingen, würden einige Gäste deswegen eventuell nicht buchen.“

Wie reagieren Hotelgäste auf die Energiepauschale?

Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie ist die Reiselust bei den Deutschen groß, allerdings ist auch vielen bewusst, dass die Preise für Urlaub aufgrund der Energiekrise steigen werden: „Die meisten Gäste verstehen, dass wir diese Anpassungen machen müssen“, sagte Bareiss der Hotel- und Gastronomiezeitung. Das The Hearts Hotel hat im Vorfeld seine Gäste befragt und ebenfalls Verständnis erhalten, wie Lindberg dem Branchenportal Hogapage sagte. Gleichzeitig habe man versucht, herauszufinden, ab welchen Wert das Verständnis ausbleibt: „Dies war deutlich bei einem Betrag ab 10 Euro für einen Gast pro Nacht“, so Lindberg. Wichtig sei, die Energiepauschale proaktiv mitzuteilen. Da stimmt auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) gegenüber dem RND zu: Eine Energiepauschale sei „im Sinne der Transparenz“, weil sie auf diese Weise separat ausgewiesen werden kann.

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