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Urlaub mit den Großeltern kann großen Spaß machen.

Mit dem Enkel on Tour

Urlaub mit Oma und Opa ist eigentlich kinderleicht. Hier ein paar Tipps, damit die Großen und die Kleinen von der gemeinsamen Zeit proftieren.   

Viele Familien leben weit entfernt von den Großeltern. Gemeinsame Reisen sind für Oma, Opa und Enkel eine seltene und besonders gute Möglichkeit, sich besser kennenzulernen und zusammen etwas zu unternehmen. Oft bleiben die Eltern zu Hause, schließlich reicht der Urlaub von Berufstätigen ohnehin nicht aus, um die Schulferien abzudecken. Die sorgfältige Planung der Großeltern-Enkel-Reise ist zwar noch keine Garantie, aber auf jeden Fall eine wichtige Voraussetzung für einen gelungenen Urlaub.

Im Vorjahr wurden immerhin sieben Prozent aller Reisen mit Kindern unter 13 Jahren von Erwachsenen aus der Generation 50 plus begleitet, die mit den Kindern nicht in einem Haushalt leben, so die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in Kiel.

Welches Transportmittel gewählt wird, ist vom Reiseziel abhängig. „Zwei von drei Großeltern-Kind-Reisen werden mit dem Auto unternommen. Die Bahn hat zwar mit sieben Prozent nur einen geringen Anteil, ist jedoch deutlich wichtiger als bei Eltern-Kind-Reisen“, sagt Bente Grimm von der FUR.

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Mit dem Auto können auch Ziele abseits der großen Reiserouten bequem angesteuert werden. Vor Ort ist man mobil, vom Buggy bis zur Kuscheltierfamilie kann alles mitgenommen werden. „Das spart unter Umständen Zusatzkosten am Reiseziel“, sagt Martin Spantig, Geschäftsführer von Bayern Tourismus Marketing in München. „Allerdings ist die Bahn kostengünstiger und unter Umständen entspannter.“

Mit Auto und Bahn sind besonders Ziele im Inland gut erreichbar. „Sie spielen bei Großeltern eine deutlich größere Rolle als bei Eltern“, sagt Grimm. In Deutschland selbst gebe es dann kaum Unterschiede: Regionen wie Bayern und die Küstenländer seien bei Großeltern und Eltern gleichermaßen beliebt.

Der konkrete Ort dagegen ist meist untergeordnet. „Wir beobachten keine regionalen Schwerpunkte für Großeltern-Enkel-Ferien. Vielmehr scheint das entscheidende Kriterium der Übernachtungsanbieter zu sein“, sagt Spantig. Dieser muss sowohl den Ansprüchen der Kleinsten als auch denen der älteren Mitreisenden genügen.

„Wichtig ist zunächst ein gesunder Mix aus Zonen zum Toben und zum Rückzug“, so Spantig. Ein großzügiger Spielplatz gehört also genauso dazu wie ein Liegestuhl in einer ruhigen Ecke des Gartens und vielleicht ein Wellnessbereich.

Natürlich haben die Großeltern viel Freude an gemeinsamen Aktivitäten mit den Enkeln. „Sie müssen jedoch darauf eingestellt sein, dass ein Urlaub mit Kindern auch Einschränkungen für sie mit sich bringt“, sagt Ursula Lenz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) in Bonn. So müssen beispielsweise Schlafenszeiten berücksichtigt werden. Die Beschäftigung mit dem Enkel ist auch anstrengend. Die Großeltern brauchen daher immer mal wieder Pausen.

„Ganz wichtig ist das Angebot der Kinderbetreuung: Die Enkel finden hier Spielkameraden, und die Großeltern können auch mal entspannen“, sagt Bernadette Prange von der Hotel-Kooperation Familotel in München. Manch ein Gastgeber bietet alternativ individuellen Babysitterservice. In vielen Orten gibt es auch von Kurverwaltungen oder Touristenbüros organisierte Ferienprogramme. „Wenn Großeltern planen, solche Betreuungsunterstützung durch Dritte vor Ort in Anspruch zu nehmen, dann sollten sie sich unbedingt frühzeitig vergewissern, dass die Eltern damit einverstanden sind“, rät Lenz.

Auch bei der Freizeitgestaltung müssen alle Interessen unter einen Hut gebracht werden. Ein Club-Urlaub mit Rund-um-die-Uhr-Animation ist genauso wenig geeignet wie eine mit Kulturprogramm beladene Städtereise. „Während Eltern und Kinder schon mal eine Hochgebirgswanderung unternehmen oder mit dem Mountainbike die Region erkunden, geht es im Urlaub mit den Großeltern zwar auch aktiv, aber insgesamt weniger extrem und etwas langsamer zu“, sagt Tourismus-Experte Spantig.

Für die Suche nach der idealen Unterkunft braucht es Geduld und Eigeninitiative. „Spezielle Angebote gibt es vor allem aus dem kirchlichen Bereich“, sagt BAGSO-Sprecherin Lenz. Auch Familienferienstätten und Jugendherbergen organisieren interessante Programme.

Große Veranstalter wie Neckermann Reisen, TUI oder ITS bewerben die Großeltern nicht gezielt. Doch sie bieten eine große Auswahl an Hotelanlagen mit familienfreundlichen Angeboten für alle Generationen. Auch wenn in den Reisebeschreibungen häufig nur von Eltern die Rede ist, gelten die Pauschalen meist auch für begleitende Großeltern. Das sollte im Reisebüro auf jeden Fall gezielt hinterfragt werden, genau wie mögliche Preisvorteile: So gibt es vielfach Seniorenermäßigungen, die mit Kinderfestpreisen oder -rabatten gekoppelt werden können.

Auf gezielte Ansprache setzt vor allem die regionale Tourismuswirtschaft. So hat sich in Bayern die Marke Kinderland mit 250 Unterkünften und Freizeitpartnern etabliert. In Niedersachsen bieten zahlreiche Bauernhöfe Pauschalen für Großeltern und Enkel. Steht das Ziel fest, sind ein paar Schnuppertage im Vorfeld eine gute Idee. „Wenn man das Ziel bereits kennt, gibt das viel Sicherheit am Anfang“, sagt Lenz.

Von Eva Neumann, dpa

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