Behörden entlarven Falschmeldung

Fake News: Auswärtiges Amt dementiert Reisewarnung für Schweden

Berlin - Mehrere Seiten, darunter auch offizielle Facebook-Seiten der AfD, behaupteten am vergangenen Wochenende, dass eine Reisewarnung für Schweden bestehe. Nun stellte das Auswärtige Amt klar: Diese Reisewarnung für Schweden existiert nicht.

In einem Facebook-Post am vergangenen Wochenende veröffentlichte der AfD-Kreisverband Stormarn folgende Nachricht: „Trump hatte recht: Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung für Schweden heraus! Seit Anfang März gilt für Schweden erhöhte Terrorwarnstufe“. 

Auch der AfD-Landesverband Berlin verbreitete diese Nachricht, verlinkte sogar die entsprechende Informationsseite des Auswärtigen Amtes.

Dieses schaltete sich nun selbst ein und erklärte auf Facebook: Eine Reisewarnung für Schweden existiere nicht. Im Gegenteil: Die Terrorwarnstufe 4 „Hohe Gefahr“ habe zwar für einige Monate in Schweden gegolten. Im März 2016 sei diese Stufe aber auf 3 „Erhöhte Gefahr“ heruntergestuft worden. 

Das Amt stellt in seinem Post klar: „Das Auswärtige Amt hat vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass die schwedische Regierung die Terrorwarnstufe herabgesetzt hat. Tut uns leid, falls das weniger interessant klingt“. In dem sozialen Netzwerk kommt der Post gut an. In den ersten vier Stunden wurde er bereits mehr als 5000 Mal geliket und mehr als 1800 Mal geteilt. 

AfD Berlin rudert zurück

Wohl wegen des öffentlichen Drucks ruderte die AfD am Montag dann zurück. Der Sprecher des AfD-Landesverbandes Berlin, Ronald Gläser, sprach von einer „etwas zugespitzten Darstellung von uns“: „Ja, es gibt keine solche Reisewarnung.“ 

Der Vorfall ist keine Seltenheit: In den letzten Monaten kommt es immer wieder zu Falschmeldungen, die erst im späteren Verlauf berichtigt werden. Der Vorgang erinnert an Äußerungen von US-Präsident Donald Trump: Der hatte vor rund zwei Wochen seine - vor Gerichten zunächst gescheiterten - Einreiseverbote für Bürger einiger islamischer Länder damit verteidigt, dass die USA gesichert werden müssten. „Schaut Euch an, was in Deutschland passiert, schaut Euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist“, hatte er hinzugefügt und dann Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris aufgezählt. In Schweden war da allerdings nichts passiert. Später erklärte Trump, sein Statement beziehe sich „auf eine Geschichte hinsichtlich von Einwanderern & Schweden, die auf Fox News ausgestrahlt wurde“.

ak/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auf der Kreuzfahrt Landausflüge ohne Reederei machen
Wer auf Kreuzfahrt einen Landausflug machen will, bucht diesen in aller Regel direkt bei der Reederei. Doch die Ausflüge sind oft teuer. Unabhängige Agenturen wollen …
Auf der Kreuzfahrt Landausflüge ohne Reederei machen
Rettung durch Polizei: Riesiges Einhorn bringt Frauen in Seenot
Dumm gelaufen: Vier Frauen beweisen eindrücklich, wie tückisch das Reiten auf einem rieseigen Regenbogen-Einhorn sein kann. Die Polizei musste sie retten.
Rettung durch Polizei: Riesiges Einhorn bringt Frauen in Seenot
Diese Gefahren beim Wandern unterschätzen die meisten
Wer schon mal unter erschwerten Bedingungen beim Wandern war, weiß: Das ist kein Spaziergang. Da Schwierigkeiten immer auftreten können, sollten Sie vorbereitet sein.
Diese Gefahren beim Wandern unterschätzen die meisten
Verstörende Bilder: Betrunkene, halbnackte Frau in Flugzeug gefesselt
Eine Frau hatte scheinbar auf einem Flug so viel getrunken, dass sie von der Crew fixiert werden musste. Die verstörenden Szenen wurden auf Video festgehalten.
Verstörende Bilder: Betrunkene, halbnackte Frau in Flugzeug gefesselt

Kommentare