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Kein Einzelfall?

Falscher Pilot flog von München nach Turin

München - Ein Hochstapler ist als falscher Pilot von München nach Turin geflogen. Der Italiener kam in Uniform und mit gefälschtem Ausweis bis ins Cockpit - möglicherweise tat er das nicht nur einmal.

Ein Hochstapler, der als falscher Pilot von München nach Turin flog, sorgt für Aufregung. Es gebe Hinweise darauf, dass der Mann schon häufiger auf diese Weise im Cockpit mitgeflogen sei, sagte am Montag ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. Am Freitag wurde der 32-Jährige in Italien verhaftet.

Der arbeitslose Italiener Andrea P. war im April mit Pilotenuniform und gefälschtem Ausweis bis ins Cockpit einer Maschine der Lufthansa-Tochter Air Dolomiti gekommen. Als „dritter Pilot“ nahm er auf dem sogenannten Jump Seat hinter den Piloten Platz. Air Dolomiti bestätigte entsprechende Medienberichte.

An den Sicherheitskontrollen vorbei soll es der Hochstapler auf legalem Weg geschafft haben. „Gehen Sie davon aus, dass er sich ein Ticket gekauft hat“, sagte der Münchner Flughafensprecher Peter Prümm. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Mann erst an Bord als Kapitän ausgab und die Crew täuschte. Die Geschichte erinnert an den Hollywood-Streifen „Catch me if you can“, in dem Leonardo DiCaprio den Hochstapler und Pseudo-Piloten Frank Abagnale spielt.

Auch auf Facebook gab sich Andrea P. als Lufthansa-Pilot Andrea Sirlo aus und prahlte mit seinen Reisen. Ermittler hatten den Hochstapler im Internet schon Monate im Visier. Am Freitag alarmierte ein wirklicher Pilot dann die Polizei, weil der ihm als Flug-Kapitän vorgestellte 32-Jährige seiner Ansicht nach zu jung wirkte.

Bezüglich möglicher Sicherheitsmängel an Bord der Flugzeuge betonte Lufthansa-Sprecher Christoph Meier die strengen Regeln, die an Bord von Lufthansa-Maschinen und Tochter-Airlines gelten würden. Allerdings habe ein Fluggast auch eine gewisse Bewegungsfreiheit: „Was der an Bord macht, ist nicht unter allen Umständen kontrollierbar.“ Der Sprecher verwies auf die laufenden Ermittlungen in Italien: „Das ist Behördensache“.

Ungeachtet dessen kritisierte die European Cockpit Association (ECA) die Sicherheitskontrollen für Bordpersonal als unzureichend. Die Sicherheitsstandards der Crew-Ausweise seien nicht ausreichend, um solche Vorfälle zu verhindern, sagte Generalsekretär Philip von Schöppenthau dem TV-Sender „N24“.

dpa

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