Bordeaux statt Porto? Sächsischer Akzent und andere Verhängnisse bei Urlaubsreisen
Wenn man nach einer Fehlbuchung im falschen Land landet, kann man entweder teuer umbuchen – oder man macht das Beste draus und lässt sich von fremden Kulturen überraschen.
Bordeaux statt Porto? Austria statt Australia? Athens, Texas, statt Athen, Griechenland? Wenn Reisende versehentlich im falschen Land oder sogar auf dem falschen Kontinent landen, dann haben sie bei der Buchung des Fluges offenbar nicht aufgepasst. Aber klingt ja auch sehr ähnlich, oder? Kann ja mal passieren.
Was klingt wie ein ausgedachter Gag, absolut lustig und unwahrscheinlich, ist in einigen kuriosen Fällen aber tatsächlich schon passiert. Was Urlauber tun können, wenn sie tatsächlich als falsche Reiseziel geflogen sind.
Verrückte Fälle: Diese Urlauber flogen tatsächlich in völlig falsche Länder
Ein besonderer Fall, der 2023 viral ging, war ein Paar, das erst am Flughafen bemerkte, dass es versehentlich Flüge nach Bukarest in Rumänien statt nach Budapest in Ungarn gebucht hatte. Der Fehler fiel ihnen beim Boarding am Londoner Flughafen Stansted auf und sie entschlossen sich kurzerhand, das Beste draus zu machen und stattdessen Bukarest zu erkunden. Ihre Reise teilten sie auf TikTok.
Eine junge Australierin verwechselte laut Welt.de außerdem die Hauptstadt von Costa Rica, San José, mit dem kleinen kalifornischen Ort mit dem gleichen Namen. Sie bemerkte ihren Fehler bei der Zwischenlandung in Denver. Der Fehler kostete sie über 1000 Euro und eine dreitägige Verspätung am Reiseziel. Ein weiteres Beispiel ist ein New Yorker, der versehentlich nach Sidney in Montana statt nach Sydney in Australien flog. Mit Hilfe von Airline-Mitarbeitern konnte er zum Glück noch umbuchen. Eine Dame aus Sachsen buchte derweil einmal einen Flug nach Bordeaux in Frankreich statt nach Porto in Portugal. Ihr sächsischer Akzent wurde ihr am Telefon zum Verhängnis, zahlen musste sie trotzdem.
Verwechslungen wie diese sind vor allem deswegen häufig, weil Orts- und Städtenamen sich ähneln können. Besonders in den USA findet man oft Ortsnamen, die man dort nicht vermuten würde: Es gibt Paris und Athen nämlich nicht nur in Frankreich und Griechenland, sondern auch in Texas. Es gibt ein London in Ontario, ein Cologne (Köln) in Minnesota, ein Munich (München) in North Dakota, ein Hamburg im Staat US-Bundesstaat New York und Städte wie Stuttgart und Augsburg in Arkansas.
Auch die Namen von Flughafen können für Verwirrung sorgen. Ein Paar aus Birmingham, England, buchte 2016 laut Welt.de versehentlich einen Flug vom Flughafen Birmingham in Alabama.

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Fehlbuchung beim Flug: Was tun, wenn man das falsche Land oder den falschen Flughafen ausgewählt hat?
Fehler bei der Flugbuchung passieren also schneller als Reisenden lieb ist. Was aber tun, wenn man bucht und im Anschluss bemerkt, dass man einen Fehler gemacht hat? Handelt es sich bei der Fehlbuchung nur um einen simplen Tippfehler, hat man also seinen Namen falsch geschrieben, bei der Passnummer eine Zahl verdreht oder versehentlich das falsche Datum ausgewählt, dann sind die Fehler meist leicht zu beheben.
Laut Passengersfriend.com bieten verschiedene Airlines wie Ryanair, Lufthansa oder Austrian Airlines eine Kulanzzeit von 24 Stunden nach der Buchung an, in denen man diese noch einmal kostenfrei ändern kann. Ist dieser Zeitraum abgelaufen, kann man die Änderungen oft trotzdem noch online vornehmen, muss dann allerdings eine Gebühr zahlen. Meist hilft es, wenn man sich an die Hotline der jeweiligen Airline wendet. Die Mitarbeiter am Telefon haben oft mehr Spielraum und können Buchungsdetails in ihrem System direkt ändern.
Ist auch das nicht mehr möglich, weil der Flug zum Beispiel bereits am nächsten Tag startet oder man schon eingecheckt hat, muss man im Zweifelsfall gegen eine Stornierungsgebühr den falschen Flug canceln und einen neuen buchen.
Auf dem Weg in den Urlaub am falschen Flughafen gelandet: Was jetzt?
Ist man bereits am Flughafen angekommen und hat erst vor Ort bemerkt, dass man im falschen Land ist, wird es schwieriger. In einem solchen Fall, so unwahrscheinlich er auch erscheinen mag, wird die Reise teurer. Jetzt gilt es nämlich zuerst einmal, einen neuen Flug zu buchen, um schließlich doch noch im angestrebten Urlaubsland anzukommen. Geht der Flug nicht direkt, muss man eventuell auch noch für eine Unterkunft aufkommen. Immerhin: In einer solchen Situation steht man ja ohnehin bereits an einem Flughafen, an dem man solche Dinge ganz leicht mit persönlicher Hilfe am Schalter buchen kann.
Alternative: Sehen Sie es als Wink des Schicksals. Vielleicht wollte das Universum ja, dass Sie diesen Urlaub in Texas statt in Frankreich verbringen. Würde eine zusätzliche Flugbuchung ans ursprünglich geplante Reiseziel das Budget sprengen, kann man genauso gut auch das Beste draus machen.
Mozart statt Kangaroos: Fluggäste versehentlich in Österreich statt in Australien?
Ein Mythos, der sich in Sachen Fehlbuchungen hartnäckig hält, ist der, dass es am Salzburger Flughafen einen Schalter geben soll, der sich um verirrte Fluggäste kümmert, die statt nach Australien nach Österreich (auf Englisch „Austria“) geflogen sind. Ende 2023 gingen in den sozialen Medien einige Reels und Fotos von einem Plakat viral, auf dem stand: „Sorry, das hier ist Österreich, nicht Australien. Brauchen Sie Hilfe? Drücken Sie den Knopf.“ Online wurde der Eindruck erweckt, es gebe tatsächlich einen Schalter für falschgelandete Urlauber.
Laut dem Flughafensprecher Alexander Klaus handelte es sich dabei aber um einen Werbe-Gag von einer Firma für Freisprechanlagen. Die Werbetafel sei schon lange wieder entfernt worden. „Es gab nie einen solchen Schalter auf dem Flughafen“, erklärte der Flughafen-Mitarbeiter gegenüber Salzburg.orf.at. Was es am Salzburger Flughafen außerdem nicht gibt: Australien-Urlauber. Dass Reisende tatsächlich diese beiden Länder miteinander verwechseln, habe Klaus in den 30 Jahren, die er dort arbeitet, noch nie erlebt. Aufmerksame Lesende bemerken auch die logische Schwäche: Man bucht schließlich kein Ticket in ein ganzes Land, sondern in eine Stadt.