+
Wegen der erhöhten Luftverkehrssteuer steigen die Preise für Flugreisen ins Ausland.

Fernweh wird teurer - Veranstalter erhöhen Preise

Für ihren Sommerurlaub 2011 werden viele Deutsche mehr bezahlen müssen als in diesem Jahr. Mit Hinweis auf die neue Luftverkehrssteuer erhöhen die Reiseveranstalter gerade ihrer Preise.

Nachdem Alltours Mitte Oktober vorgelegt hatte, zogen in dieser Woche die Marken Neckermann und Thomas Cook Reisen nach: Beide werden bei Fernreisen um 5 Prozent teurer, wie sie bei ihrer Katalogvorstellung in Palma de Mallorca erläuterten. Experten gehen davon aus, dass auch die anderen großen Veranstalter wegen der neuen Steuer Preise erhöhen werden. Marktführer TUI, die Rewe-Touristik, FTI und andere Veranstalter stellen ihre Sommerprogramme in den nächsten Tagen vor.

Die Preiserhöhung bei den Fernreisen begründete Peter Fankhauser, Vorstandschef des Thomas-Cook-Konzerns, vor allem mit der Luftverkehrssteuer. Sie allein mache bei Neckermann 2,5 Prozentpunkte dieser Preissteigerung aus. Aber auch der US-Dollarkurs und höhere Kerosinkosten hätten eine Rolle gespielt. Für Urlaub in Nah- und Mittelstreckenzielen müssten Urlauber bei Thomas Cook Reisen und Neckermann 2011 im Schnitt dagegen ungefähr so viel wie heuer zahlen – ermöglicht werde dies durch günstigere Einkaufsbedingungen bei Hotels und Fluggesellschaften.

Trend: 2019 reisen wir in die Arktis

Trend: 2019 reisen wir in die Arktis

Auf Mallorca sinken die Preise von Thomas Cook Reisen im Schnitt um 2,5 Prozent. Die Preise entwickeln sich ohnehin sehr verschieden. Thailand-Reisen kosten bei Thomas Cook Reisen zum Beispiel 12 Prozent mehr als 2010. Die Malediven werden um 8 Prozent teurer, die USA und Kenia um jeweils 7 Prozent. Kuba dagegen wird um 1 Prozent billiger – weil die Verträge dort nicht in Dollar ausgehandelt werden. Alltours hatte knapp eine Woche zuvor eine Preiserhöhung von durchschnittlich 2,9 Prozent angekündigt. Hier mache die neue Luftverkehrssteuer rund 1,2 Prozentpunkte der Steigerung aus. Auch hier gibt es aber Unterschiede je nach Zielgebiet: Während die beliebten Reiseregionen Ägypten und Kanarische Inseln um 3 Prozent und die Türkei um 3,5 Prozent teurer werden, müssen Urlauber für Reisen nach Asien 2 Prozent und nach Mallorca 3 Prozent weniger bezahlen. In Griechenland bleiben die Preise auf gleichem Niveau.

Dass Marktführer TUI und die Rewe- Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg), die ihre Kataloge in den kommenden Tagen präsentieren, ebenfalls die Luftverkehrssteuer an ihre Gäste weitergeben werden, sei absehbar, meint der Tourismusexperte Prof. Karl Born. „Zunächst werden alle draufschlagen“, sagte Born, „seine Marge will jetzt keiner opfern.“ Ob sich die Erhöhungen langfristig am Markt halten können, sei aber eine ganz andere Frage: „Der Preisdruck kommt ja immer, wenn die Kunden im Saisonverlauf nach Schnäppchen schauen.“ Die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrssteuer wird bereits erhoben, und zwar für alle Ticketkäufe und Buchungen mit Abflugterminen ab dem 1. Januar 2011. Für Inlandsflüge und kurze Strecken in Europa werden 8 Euro je Passagier fällig. Bei Mittelstrecken sind es 25 Euro, bei Langstreckenflügen 45 Euro. Kinder unter zwei Jahren ohne eigenen Sitzplatz sind ausgenommen.

Von F. Sanktjohanser

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Geschäft mit dem Reisehunger
Stulle vergessen? Auf Bahnfahrten, Busreisen und Flügen wollen Unternehmen eigene Speisen verkaufen. Im ICE geht dabei ein Gericht noch öfter über den Tresen als Chili …
Das Geschäft mit dem Reisehunger
Mit diesem genialen Trick bekommen Sie auf Wanderungen keine Blasen
Wer seine Wanderschuhe nicht richtig einläuft, der bekommt auf Wanderungen schnell die Rechnung: Blasen bilden sich an den Füßen. Doch das können Sie vermeiden.
Mit diesem genialen Trick bekommen Sie auf Wanderungen keine Blasen
Thalys-Züge werden moderner
Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der zwischen Köln, Brüssel und Paris verkehrt, soll Reisenden künftig mehr Komfort bieten. In den kommenden Jahren bekommt sein …
Thalys-Züge werden moderner
Auch das noch: An diesem Strand von Mallorca soll es bald Alkoholverbot geben
Die Verbote auf der beliebten Urlaubsinsel der Deutschen häufen sich: Jetzt soll es an diesem Strand auf Mallorca blad verboten werden, Alkohol zu konsumieren.
Auch das noch: An diesem Strand von Mallorca soll es bald Alkoholverbot geben

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.