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Ein starkes Team: Horst Heidenreich und der coole Jakob.

Bischofsgrün fürchtet um Promi-Urlauber

Ein Schneemann in Not

Ohne Schneekanonen geht es manchem Wintersportort in diesen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes nass nei. Für den coolen Jakob in Bischofsgrün im Fichtelgebirge wird der Wetterbericht sogar zur Existenzfrage.

Herr Heidenreich hat ein Problem. Er hat Angst, dass er den Bauch nicht voll kriegt. Nicht etwa, weil er in den letzten Tagen zu wenig Weihnachtsplätzchen abbekommen hat und an Auszehrung leidet. Nein, es geht um den Leibesumfang seines besten Freundes. Das ist Jakob der Coole, ein Schneemann. Mit ihm ist Horst Heidenreich (74) alle Jahre wieder auf dem Marktplatz von Bischofsgrün verabredet. Heuer könnte das ein Problem werden. Weil der Wintersportort im Fichtelgebirge bis dato seinem Namen alle Ehre macht. Es ist – zumindest außerhalb der Reichweite der Beschneiungsanlagen am Skiberg Ochsenkopf – grün, grasgrün.

Woher also das Material nehmen für einen stattlichen Herren, der für sich in Anspruch nimmt, der größte Schneemann Deutschlands zu sein? Bis er rundum perfekt dasteht braucht es Lastwagen voller Rohstoff, den es in Bischofsgrün nicht gibt. Noch nicht gibt.

Aber Horst Heidenreich, Dachdecker von Beruf und Skilehrer aus Leidenschaft, lässt sich die Schneid nicht so schnell abkaufen. „Das hat noch Zeit“, sagt er gelassen. Schließlich sei der Auftritt von Jakob erst für Rosenmontag geplant.

Jakob der coole steht auf dem Marktplatz in Bischofsgrün.

Es ist inzwischen fast 20 Jahre her, dass Horst Heidenreich den ersten Schneemann auf dem Bischofsgrüner Marktplatz gebaut hat. Er erinnert sich: „Das war auch so ein verregneter Winter.“ Jakob I. brachte es damals auf läppische vier Meter. Heute darf er mit Fug und Recht den Titel des größten Schneemanns Deutschlands tragen. Und den der berühmtesten Persönlichkeit von Bischofsgrün. Schließlich hat er den Ruf der kleinen Gemeinde schon bis nach Amerika, Australien und sogar Afrika getragen, damals, 2006, als Jakob mit 12,36 Metern Höhe und 32 Metern Leibesumfang seine bisherige Rekordgröße erreichte.

Damals fiel der Rosenmontag auf Anfang März und nach vier, fünf Tagen habe Jakob auch schon ein bisserl geschwächelt, konditionsmäßig, erinnert sich Heidenreich. Da haben sie ihm dann einen Sonnenschirm zum Schutz über den Kopf gestülpt. „Ich stell zwischendrin immer mal wieder die Leiter hin und geh rauf für kleinere Schönheitsreparaturen“, sagt Heidenreich. Er darf das, andere nicht, aus Sicherheitsgründen.

Das Leben, das findet ohnehin am Fuße des coolen Jakob statt, am Rosenmontag, wenn es ein Krapfen-Wettessen gibt und die Böllerschützen um 19 Uhr den Startschuss zur Fackelwanderung geben, wenn das Faschings-Männerballett auftritt und die DJ’s Party machen bis dem Jakob der Hut wackelt. Vorausgesetzt, er hat bis dahin genügend Winterspeck auf den Hüften.

Christine Hinkofer

REISE-INFOS

Die Ferienregion Fichtelgebirge in Oberfranken liegt auf 645 bis 1024 Meter und reicht von Bayreuth im Westen bis zur tschechischen Grenze im Osten und von Hof im Norden bis nach Waldsassen in die nördliche Oberpfalz. Für Skifahrer gibt es rund fünf Kilometer Abfahrten rund um den Ochsenkopf. Tourist-Informationen unter Tel. 09272/96903-62, www.tz-fichtelgebirge.de.

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