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Beschluss

Fluggesellschaften können sofortige Bezahlung von Tickets verlangen

Fluggesellschaften und Buchungsportale dürfen verlangen, dass Kunden einen gebuchten Flug sofort und vollständig bezahlen. Das gilt unabhängig von der Höhe des Preises und dem zeitlichen Abstand der Buchung zum Flugtermin, wie am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied.

Er wies damit Klagen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Fluggesellschaften Lufthansa und Condor sowie das Internetbuchungsportal von TUIfly ab (Az: X ZR 97/14, X ZR 98/14 und X ZR 5/15). Zur Begründung erklärte der BGH, die vollständige Zahlung bei Buchung sei weltweit üblich. Sie entspreche auch den Standards des internationalen Luftfahrtverbandes Iata.

Die Nachteile für die Kunden seien nicht von derart großem Gewicht, dass hier eine abweichende Praxis zu verlangen wäre, führte der BGH aus. So seien Flüge bei einer frühen Buchung meist erheblich preiswerter als bei kurzfristiger Buchung. Zudem hätten Flugpassagiere Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sich ihr Flug stark verspätet oder ganz ausfällt. Nach EU-Recht beträgt diese je nach Entfernung 250 bis 600 Euro.

Das Risiko einer Insolvenz sei bei Fluggesellschaften durch die staatliche Aufsicht "deutlich verringert". Die BGH-Rechtsprechung zu Reiseverträgen sei daher nicht übertragbar. Bei früher Buchung einer Pauschalreise dürfen die Veranstalter zunächst nur eine Anzahlung von höchstens 20 Prozent verlangen, den Rest frühestens 30 Tage vor Reiseantritt.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßte die Entscheidung. Die Bezahlung bei der Buchung biete den Fluggesellschaften Planungssicherheit. Der Verbraucher könne wiederum von Frühbucherrabatten und günstigen Preisen profitieren.

AFP

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