+
Bauarbeiter gehen am Terminal des Flughafens Kassel-Calden (Hessen) vorbei.

Er kostete 271 Millionen Euro

Flughafen Kassel-Calden ist eröffnet

Kassel - Nach rund 15 Jahren ist der 271 Millionen Euro teure Flughafen Kassel-Calden endlich eröffnet. Befürworter hoffen auf Impulse für die Region. Doch Kritiker prophezeien "dauerhafte Verluste".

Nach rund 15 Jahren Planung, Gerichtsverfahren, EU-Prüfungen und Bau ist der umstrittene Regionalflughafen Kassel-Calden am Donnerstag mit der Landung einer Germania-Maschine aus Frankfurt eröffnet worden. Der Airport ging nach zwei Jahren Bauzeit damit pünktlich an den Start. 271 Millionen Euro kostete der Flughafen, ursprünglich waren einmal 151 Millionen Euro veranschlagt. Größter Anteilseigner am Flughafen ist das Land Hessen mit 68 Prozent, weitere Anteile halten die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden. Beschäftigt werden 750 Mitarbeiter. Es gibt 3 Abflug-Gates und 10 Check-In-Schalter. An der Eröffnung, die auch viele Schaulustige anlockte, nahm unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) teil.

Bundespolizei steht im Terminal des Flughafens Kassel-Calden (Hessen).

Der erste reguläre Flug sollte am Nachmittag nach Antalya abheben. Etwa ein Dutzend regelmäßige Flüge pro Woche stehen derzeit auf dem Sommerflugplan, vor allem zu den klassischen Touristenzielen. Im Jahr 2020 soll der Flughafen 640.000 Passagiere zählen und damit kostendeckend arbeiten. Kritiker befürchten jedoch dauerhafte Landezuschüsse und eine zu geringe Auslastung.

Kritiker: "Dauerhafte Verluste" und "Kannibalisierungseffekte"

"Wir befürchten, dass Kassel-Calden dauerhaft Verluste einfahren wird. Bei dem Projekt hat nicht die Rentabilität eine entscheidende Rolle gespielt, sondern die Regionalpolitik. Man wollte zeigen, dass man etwas für die Region Nordhessen tut, die Wirtschaftlichkeit hatte eine untergeordnete Funktion", prangert Joachim Papendick, Landesvorsitzender vom Bund der Steuerzahler, an.

Mehr aktuelle Infos zum Flughafen Kassel-Calden finden Sie auf unserem Partnerportal hna.de

Blick auf das Terminal des Flughafens Kassel-Calden (Hessen)

Befürworter erwarten hingegen Impulse für die Region Nordhessen. Doch Papendick sieht das anders: "Kassel und die ganze Region Nordhessen ist bereits hervorragend an Schiene und Straße angebunden, der Flughafen ist da nur ein weiterer Konkurrent. Zum anderen gibt es im Umkreis von 200 Kilometern um Kassel herum fünf andere Flughäfen, es gibt also diesen erheblichen Wettbewerb auch unter den Flughäfen." Unterstützung erhält er vom Sprecher des hannoverschen Airports, Sönke Jacobsen: "Wir bleiben nach wie vor dabei, dieser Flughafen ist überflüssig. Wir erwarten schon Kannibalisierungseffekte, schön ist das nicht." Und auch die Grünen im hessischen Landtag sind sich sicher, dass es sich bei dem Flughafen um ein "Millionengrab" handelt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Flug-Reise: Warum es sicherer ist, mit Handgepäck zu reisen
Handgepäck wird in der Regel von Passagieren mit ins Flugzeug genommen, Koffer dagegen müssen aufgegeben werden. Nicht selten werden diese von Airlines verloren.
Flug-Reise: Warum es sicherer ist, mit Handgepäck zu reisen
Neue Kreuzfahrtschiffe von Royal Caribbean und MSC
Die Reedereien bauen fleißig an Kreuzfahrtschiffen mit neuer Ausstattung: Auf der "Spectrum of the Seas" soll man zukünftig virtuelle Welten erkunden können. Die "MSC …
Neue Kreuzfahrtschiffe von Royal Caribbean und MSC
Ausnahmezustand auf Jamaika verlängert
Eine hohe Kriminalitätsrate macht der Karibikinsel Jamaika zu schaffen. In vielen Gegenden herrscht weiterhin Ausnahmezustand. Besonders Individualreisende sollten daher …
Ausnahmezustand auf Jamaika verlängert
"Verkaufen Sie Ihr Blut": So skurril gibt ein Reiseführer Tipps für den Urlaub
Durch Asien mit wenig Geld - kein Problem: Denn ein alter Reiseführer hält Tipps parat, wie man sich etwas dazuverdient - und diese sind mehr als merkwürdig.
"Verkaufen Sie Ihr Blut": So skurril gibt ein Reiseführer Tipps für den Urlaub

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.