+
In den Fließen im Spreewald sammelt sich mit der Zeit viel Schlamm an. Dieser wird in einem Pilotprojekt ausgebaggert. Foto: Patrick Pleul

Pilotprojekt

Freie Fahrt im Spreewald: Wasserwege werden entschlammt

Der Klassiker im Spreewald ist eine Kahnfahrt. Doch mit den Jahren bildet sich in den Fließen viel Schlamm, ein Problem für Kahnfährleute. Das Land prüfte eine Methode, um Abhilfe zu schaffen - mit Erfolg.

Schlepzig (dpa) - Ausgebaggerter Schlamm aus Wasserwegen im Spreewald soll auch im nächsten Jahr auf umliegende Wiesen gesprüht werden. Wie das Umweltministerium auf Grundlage von Gutachten mitteilte, ist das Verfahren grundsätzlich geeignet und soll deshalb an weiteren Stellen angewendet werden.

Geplant ist die Ausbaggerung unter anderem in Gräben im Umkreis von Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) und Stellen im Unterspreewald. Die Fließe im Spreewald drohen mit den Jahren zu verschlammen - das hat natürliche Ursachen. Das Ganze birgt Probleme für den Hochwasserschutz, aber auch für den Tourismus. Für Kahnfährleute ist der Schlamm ein Hindernis.

Der Tourismus ist ein wichtiges Wirtschaftsstandbein in der Region und ist auf Wachstumskurs. Die Zahl der Übernachtungen im Spreewald stieg laut Statistischem Bundesamt in den ersten acht Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um annähernd zehn Prozent auf mehr als 1,3 Millionen. Zu den touristischen Klassikern im Spreewald gehört auch die Kahnfahrt.

Das Land Brandenburg startete im Sommer 2015 das Pilotprojekt, bei dem ausgebaggerter Schlamm auf umliegende Wiesen und Felder gesprüht wurde. Dazu zählten Stellen in Neu Zauche (Dahme-Spreewald). Danach folgte laut Ministerium eine Überprüfung, ob das Ganze negative Folgen für die Vegetation und den Boden haben könnte. Derzeit werde eine standardisierte Entschlammungsmethode erarbeitet.

Bei dem Pilotprojekt wurde den Angaben zufolge eine weitere Methode getestet. Am Stadtgraben in Lübben (Dahme-Spreewald) kam der dort ausgebaggerte Schlamm nämlich nicht direkt auf Felder. Grund: Laut Ministerium waren im Schlamm zu viele Schadstoffe enthalten. Deshalb sei er stattdessen in Säcke gefüllt worden, die dann auf Feldern lagerten, um den Schlamm zu entwässern.

Das Ministerium lässt derzeit prüfen, ob sich die zurückgebliebene Substanz dazu eignet, verbaut zu werden - etwa bei Straßenböschungen. Ein Ergebnis wird es voraussichtlich im nächsten Frühjahr geben. Eine Alternative wäre dann die Lagerung auf Deponien. Aber die sei vergleichsweise teurer, erläuterte das Ministerium.

Übernachtungen Spreewald Jan bis Aug 2016 (PDF)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Normales Urlaubsfoto ist für einige verwirrend - Irgendetwas wirkt falsch
Was ist da denn los? Ein scheinbar typisches Urlaubsfoto, wie es fast jeder schon mal gemacht hat, lässt viele bei Facebook durchdrehen. 
Normales Urlaubsfoto ist für einige verwirrend - Irgendetwas wirkt falsch
Hotels schlagen Alarm: Klauen Sie diesen Gegenstand aus Ihrem Zimmer, müssen Sie teuer büßen
Immer mehr Luxushotels weltweit haben die Nase voll: Gäste stehlen ständig Matratzen aus den Zimmern! Wie die Urlauber das anstellen, erfahren Sie hier.
Hotels schlagen Alarm: Klauen Sie diesen Gegenstand aus Ihrem Zimmer, müssen Sie teuer büßen
Fluggast spürt plötzlich Schmerz im Bein - dann kommt es zum Notfall-Einsatz
Eine Passagierin verspürt an Bord eines United Airlines-Fluges ein Stechen im Bein. Als sie realisiert, woher der Schmerz kommt, wird ein Notfall-Einsatz ausgelöst.
Fluggast spürt plötzlich Schmerz im Bein - dann kommt es zum Notfall-Einsatz
Laos beschränkt Visa bei Einreise
Das kleine Land Laos in Asien bietet ein Visum bei der Einreise an. Doch an einigen Landgrenzen ist damit bald Schluss.
Laos beschränkt Visa bei Einreise

Kommentare