Stellwerksstörung: Verzögerungen und Teilausfälle auf der Stammstrecke

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Bergbauern hatten eine Regel: „Ein Hektar Bergwiese ernährt im Winter eine Kuh, eine Kuh ernährt einen Menschen.“

Im Tiroler Lechtal eröffnete das erste Bergheu-Museum

Geschichte, luftgetrocknet

Es ist das weltweit erste Bergheu-Museum. In einem ehemaligen Heustock in der Nähe der Bergstation der Jöchelspitz-Bahn in Tirol zeigt die Ausstellung Handwerksgerät von einst und erinnert an die schwere Arbeit der Bergbauern damals.

Großvaters Gleichung war ebenso einfach wie lebenswichtig: „Ein Hektar Bergwiese ernährt im Winter eine Kuh, eine Kuh ernährt einen Menschen.“ Egon Brandhofer , der Enkel, kennt noch jene Zeit, in der die Bauern im Tiroler Lechtal auch steilste Berghänge in mühevoller Arbeit mähten, weil die Flächen im Tal weder für Mensch noch Tier ausreichten.

 Das Bergheu war überlebenswichtig, jetzt kommt es zu musealen Ehren. Egon Brandhofer (39), der heute das Berggasthaus auf der Jöchelspitze führt, will die (nicht immer) gute alte Zeit ein wenig der Nachwelt erhalten. Jeden Mittwoch schlägt dort die Stunde von Albert Wolf. Der geprüfte Bergwanderführer zeigt seinen Gästen einmal wöchentlich im Rahmen einer botanischen Wanderung die Schönheiten des Lechtals, das seit 2004 den Titel Naturpark tragen darf und für seinen Pflanzen-Reichtum berühmt ist.

Vor allem sein Hausberg, die 2226 Meter hohe Jöchelspitze, hat es dem 55-jährigen Landwirt angetan. Ihre Artenvielfalt sei ein „wahres Wunderwerk der Natur“, schwärmt er. Am Gedeihen von Enzian und Alpenrosen lässt er seine „Mitläufer“ gerne teilhaben. Die Route führt auch ins neue Bergheu-Museum. Dort erwartet die Besucher ein Blick in vergangene Tage. Antike Gerätschaften – Sensen, Rechen, Dengelapparate – und alte Bilder erinnern an jene Zeit. Und es duftet nach Heu.

Denn Museums-Macher Brandhofer sorgt immer für frischen Nachschub. Das harte Leben der Bergbauern-Familien wird im neuen Museum auch kulinarisch belegt. Milch und Mehl, wahlweise Gries und Mehl oder Mais, Butter und Mehl – aus diesen Zutaten entstand das sogenannte „Muas“, das tägliche Brot der Bergler, in verschiedenen Variationen. „Fleisch war die Ausnahme“, weiß Egon Brandhofer vom Leben seiner Vorfahren zu berichten. Dafür aber gab es das Berggras mit seinem hohen Nährwert. Albert Wolf mäht auch heute noch so manche Bergwiese, um seinen sieben schottischen Hochlandrindern den Trog zu füllen. Auf der Jöchelspitze informiert ein botanischer Lehrpfad über die eindrucksvolle Pflanzenvielfalt der Region. Zehn Schautafeln geben auch dann Auskunft, wenn man nicht mit Wanderführer auf Tour geht.

REISE-INFOs ZUM TIROLER LECHTAL

REISEZIEL Das Tiroler Lechtal ist das ursprünglichste Alpental Tirols. Es trägt seit 2004 den Titel Naturpark.

MUSEUM Das Bergheu-Museum entstand in einem ehemaligen Heustock nahe der Bergstation der Jöchelspitz-Bahn. Es gibt dort auch Kostproben der regionalen Küche, die auf offener Feuerstelle zubereitet werden.

BOTANISCHE WANDERUNG Zu besichtigen ist das Museum bis Mitte Oktober jeden Mittwoch im Rahmen einer botanischen Wanderung. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr an der Talstation der Jöchelspitzbahn in Bach. Die Teilnahme an der Wanderung ist kostenlos.

PAUSCHALE Eine Ferienwoche im Tiroler Lechtal ist ab 120 Euro pro Person buchbar. Infos: Lechtal Tourismus, Tel. 0043/5634-5315, www.lechtal.at.

LECHTAL CARD Die neue Lechtal Aktiv Card bietet Gratis-Fahrten mit Bussen und Bergbahnen sowie freien Eintritt in viele Bäder. Hinzu kommen kostenlose Extraleistungen wie geführte Wanderungen, Gästekonzerte und die ermäßigte Gebühr bei Tennisplätzen. Die Karte ist meist im Zimmerpreis enthalten, kann aber auch eigens erworben werden (25 Euro beim Vermieter, 30 Euro beim Tourismusverband). Gültig ist die Lechtal Aktiv Card bis zum 11. Oktober.

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