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Griechenland kann sich insgesamt über gestiegene Buchungszahlen freuen. Doch auf der Insel Kos etwa bleiben einige Gäste fern. Foto: Maurizio Gambarini

Griechischer Tourismus und die Flüchtlingskrise

Griechenlands Wirtschaft ist stärker denn je auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen. Den befürchteten Einbruch wegen der Flüchtlingskrise sieht die Branche insgesamt nicht - es kommt aber darauf an, in welche Region man schaut.

Berlin (dpa) - Die Flüchtlingskrise wirkt sich derzeit nicht negativ auf den gesamten Tourismus in Griechenland aus. Einzelne Inseln sind aber betroffen.

Die deutschen Buchungszahlen für Griechenland lägen aktuell zwei bis drei Prozent über dem Vorjahr, sagte der Chef des Verbands der griechischen Tourismusunternehmen, Andreas Andreadis.

Über alle Herkunftsländer der Urlauber hinweg liege das Plus sogar bei fünf Prozent. Dagegen seien die Buchungszahlen für die Insel Kos um 20 Prozent eingebrochen. Für Samos und Lesbos konnte Andreadis keine konkreten Zahlen nennen. In Relation zum gesamten Markt handele es sich aber nur um sehr kleine touristische Ziele.

Die deutschen Reiseveranstalter sehen Griechenland vor einer starken Sommersaison. Branchenprimus Tui verzeichnet für den deutschen Markt derzeit ein Buchungsplus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorsommer. Besonders hohe Zuwächse zählt der Veranstalter auf Kreta und Korfu sowie auf dem griechischen Festland. Die Buchungen für Kos lägen leicht unter dem Vorjahresniveau.

"Was das Thema Flüchtlingsrouten betrifft, wissen die Urlauber offenbar zwischen den einzelnen griechischen Zielen zu unterscheiden", erklärte das Unternehmen auf Anfrage. Auch Thomas Cook spricht mit Blick auf Griechenland von "guten Wachstumsraten", das Reiseziel entwickle sich insgesamt positiv.

Griechenland befindet sich derzeit noch in der Frühbucher-Phase, erklärt der Deutsche Reiseverband (DRV). Daher ließen sich noch keine endgültigen Aussagen für die Sommerbuchungen treffen. "Wir erwarten jedoch erneut ein sehr gutes Jahr für Hellas", sagte DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch. Die Route vieler Flüchtlinge aus Syrien führt über die griechischen Inseln der östlichen Ägäis, wo die griechische Regierung derzeit Registrierungszentren einrichtet.

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