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Zahnbürsten, Wecker und Ehering - diese Sachen vergessen Gäste gerne im Hotel.

Katze und Collier: Was Gäste im Hotel vergessen

Ärgerlich, wenn man zu Hause bemerkt, dass man seinen Schlafanzug im Hotel liegen gelassen hat. Ein kurzer Anruf, eine höfliche Bitte, und das gute Stück wird zugeschickt...

So weit der unspektakuläre Normalfall. In Hotels werden aber noch ganz andere Dinge vergessen – alles rund um die Sachen, die in den Zimmern der Gäste liegen bleiben.

Die skurrilsten Fundstücke

Ein Gast ließ einst im Hotelzimmer sein Holzbein zurück. In einer Hochzeits-Suite blieb der Ehevertrag des frisch vermählten Paares liegen. Ganz brisant und peinlich: Rudolph Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, vergaß in einem New Yorker Hotel den geheimen Wahlkampf-Schlachtplan für seine Kandidatur bei der US-Präsidentschaftswahl. Ein Hotelmitarbeiter kam ungewollt zu einer Katze samt Katzenklo: beides war in einem Zimmer zurück geblieben. Die Hausdame eines exklusiven Hotels entdeckte neben diversen Pässen und Flugtickets schon einmal ein wertvolles Collier im Safe.

Was vergessen Mann und Frau?

Bei einer Umfrage des Online-Portals hotels.com gaben Frauen an, dass sie schon einmal Kosmetika, Bücher, Schmuck oder Uhren im Hotelzimmer vergessen haben.

Männer lassen Socken, Pullover, Jacken, Badesachen oder Schuhe zurück. Am aufmerksamsten sind die Gäste bei der Technik: Keiner der Befragten vergaß seine Digitalkamera.

Die Hitliste der Fundsachen

Angeführt wird die Hitliste der Fundstücke von Handy-Ladegeräten, gefolgt von Kosmetika, weißen T-Shirts, Unterwäsche, Socken und Pyjamas. Auch Führerschein, Kreditkarte und Schlüssel bleiben oft liegen. Wobei es je nach Hotel-Standort Unterschiede bei den vergessenen Gegenständen gibt: In den Stadthotels bleiben vor allem Handy- oder Laptop-Kabel zurück. In den Ferienhotels sind es in erster Linie T-Shirts, Zahnbürsten, Wecker und Unterwäsche.

Erstaunlich oft vergessen Gäste auch Eheringe im Zimmer – selten sind es zwei, meistens bleibt nur einer liegen. Manchmal werden komplette Schubladen voll Kleidung vergessen. Klassiker sind dunkle Kleidung im Schrank und Schuhe unter dem Bett.

Das Fundbüro im Hotel

Die von den Zimmermädchen gefundenen Stücke werden diskret verpackt ins Fundbüro des Hotels gebracht. Dort werden sie mit einer Nummer versehen, ins Fundbuch eingetragen und in einen abschließbaren Schrank gelegt, bis der Gast sich meldet. Am schnellsten ist dies bei Kindersachen der Fall, wenn es sich beispielsweise um das liebste Kuscheltier oder den einzig akzeptierten Einschlafnuckel handelt. Manchmal dauert es länger, oft aber melden sich die Eigentümer nie. Etwa 95 Prozent der Fundstücke werden nicht zurück verlangt, schätzt ein Sprecher bei der Hotelgruppe Inter-Continental.

Der Verlierer meldet sich nicht

Wird das Fundstück nicht zurückgefordert oder lassen sich den liegengebliebenen Gegenständen keine Besitzer zuordnen, verfahren die Hotels unterschiedlich: In einigen Häusern werden die Fundsachen nach der gesetzlichen Frist von sechs Monaten den ehrlichen Findern überlassen, in anderen werden die Überbleibsel der vergesslicher Gäste versteigert oder für wohltätige Zwecke gestiftet. In vielen Hotels werden die vergessenen Gegenstände jedoch ein bis zwei Jahre aufbewahrt, in Einzelfällen sogar bis zu fünf Jahre.

Im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten werden Fundstücke, die sich keinem Gast zuordnen lassen, nach einem Jahr dem Finder überlassen. „Was nicht mehr zu gebrauchen ist, wie zerschlissene Kleidung oder stark zerlesene Bücher, wird von uns entsorgt“, erklärt Direktionsassistentin Silke Beyer. Am unproblematischsten ist der Umgang mit Fundsachen von Stammgästen: Was in deren Zimmer liegengeblieben ist, wird einfach bis zu deren nächstem Aufenthalt aufbewahrt.

Zugeschickt wird auf Nachfrage

In der Regel bekommt der Gast sein Eigentum erst auf Nachfrage zurück, automatisch wird normalerweise nichts nachgeschickt. Der Grund: Diskretion. „Wir müssen immer mit dem klassischen Fall rechnen, dass die Ehefrau nichts vom Hotelaufenthalt ihres Mannes weiß“, bestätigt Holiday-Inn-Mitarbeiterin Katja Schenk. „Deshalb schicken wir die gefundenen Gegenstände grundsätzlich nur zurück, wenn der Gast uns darum bittet.“ Die meisten Hotels halten sich an diese Regelung. Denn wenn ein Fundstück unaufgefordert zurückgeschickt wird und den schusseligen Besitzer in Erklärungsnot bringt, könnte nicht nur schnell der Hausfrieden schief hängen, sondern das Hotel hätte mit Sicherheit auch einen guten Gast verloren.

VP

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