Weinberge bei Bologna.
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Weinberge bei Bologna.

Viva L‘italia

Bologna – die Stadt für Genießer

Die mittelalterliche, rot leuchtende Universitätsstadt hat sehr viel zu bieten. Trotzdem ist sie eher selten das erklärte Ziel von Touristen. Warum eigentlich? 

„Mhmmmm, Spaghetti Bolognese!“ Diesen kurzen Satz hört man in ganz Deutschland wohl täglich mehrmals. Erfunden wurde die leckere Fleischsauce – einst ein Essen für arme Leute, heute weltberühmt – in der Stadt Bologna. Allerdings isst sie dort niemand mit Spaghetti, sondern ausschließlich traditionell mit Bandnudeln. Und „Bolognese“ heißt sie wirklich nur außerhalb Italiens. Tatsache ist: Nirgends schmecken die „Tagliatelle al ragù“ besser als in der lebhaften historischen Hauptstadt der norditalienischen Region Emilia-Romagna. Aber nicht nur deshalb ist sie einen Besuch Wert.

Bologna ist die Gelehrte, die Rote – und vor allem: die Fette

La grassa, la dotta, la rossa: Das sind die Beinamen Bolognas. „La dotta“, die Gelehrte, weil es hier seit 950 Jahren eine Universität gibt, von den 400.000 Einwohnern sind 80.000 Studenten aus aller Welt. Das gibt dieser Stadt mit ihren mittelalterlichen Mauern ein ganz besonderes Flair – und sorgt für jede Menge Bars, Cafés, Gallerien und Vintage-Shops. In den engen Gassen des Zentrums findet man den antiken Markt und die, von Generation an Generation weitergegebenen Werkstätten. Die Handwerks-, Händler- und Handelstradition reicht bis ins Mittelalter zurück.

In den engen Gassen des antiken Markts findet man Werkstätten, traditionelle Shops – und natürlich etwas zum Essen.

„La rossa“, die Rote, heißt Bologna, weil sie Rot leuchtet. Zum Bauen gab es  hier kaum Steine, dafür aber den Lehm für Ziegel aus der Po-Ebene. Selbst die Kathedrale der Stadt, die Basilica di Pietro mit ihrem Fresko „Jüngstes Gericht“ von Giovanni da Modena an der Piazza Maggiore ist vollends aus roten Ziegeln erbaut. Fast das gesamte Zentrum Bolognas mutet mittelalterlich an, am faszinierendsten sind die „Porticos“, überdachte Säulengänge. 38 Stück sind es, unter insgesamt 40 Kilometern kann man hier wandeln. Sie waren eine Idee der Baumeister, als die Universität wuchs und immer mehr Wohnraum gebraucht wurde. Man nutzte einfach die Fläche der Straßen, aber eben erst ab dem ersten Stock.

„La Grassa“, die Fette, so nennt man Bologna wegen ihrer fleischhaltigen, deftigen und bodenständigen Küche. Bolognas Küche ist sehr gesegnet, denn sie erhält aus ihrer Provinz Emilia-Romagna ganz wunderbare Zutaten: Aus Modena den Aceto Balsamico und aus der Nähe auch den Parmesan Parmigiano Reggiano oder aus Parma den Parmaschinken. Und was kommt aus Bologna? Das Ragú und der Mortadella. Deshalb findet man auch in Bolognas Feinkostläden oder im moderneren „Food Court“, der im alten „Mercato delle Erbe“ erschaffen wurde, riesige Mortadellakolben, 40-Kilo-Parmensan-Räder und natürlich: hausgemachte Nudeln.

Denn Bologna ist natürlich auch Geburtsort der Tortellini, der Lasagne und die Tagliatelle sollen ebenfalls von hier kommen. Sie sind angeblich den Locken der Renaissancefürstin Lucrezia Borgia nachempfunden. Wer Zuhause selbst auch einmal frische Pasta zubereiten will, sollte einen der „Sfogline“-Läden („hauchdünner Teig“), einen Besuch abstatten. Hier lernt man bei den traditionellen Pasta-Frauen aus Bologna, wie man frische Nudeln zieht.  

Die Tradition des Essens – und des Weins

Ab 18 Uhr wird in Bologna ganz auf italienische Art der Aperitivo eingenommen, gerne mit Variationen von Bruschetta, ab 21 Uhr wird gegessen. Wo viele Italiener sitzen und es sich gut gehen lassen, ist der Genuss-Urlauber auch richtig. Nach der Pasta kommt immer der Hauptgang: Fleisch. Seien es in Balsamico marinierte Steaks oder der deftige Schmorbraten mit Polenta „Stracotto“, gewürzt mit Zimt, Nelken oder Wacholder. Eine Besonderheit ist die „Osteria del Sole“, eine Weinstube von 1465 im alten Marktviertel in der Nähe der Piazza Maggiore. Hier kann man sich sein Essen mitbringen, das man sich zum Beispiel vorher am Markt gekauft hat. Nur die Weine muss man bestellen – und die sind natürlich ganz wunderbar.

Rund um Bologna mit den sanften Hügeln, den Colli Bolognesi, hat sich eine eigene Weinbaukultur entwickelt. Und die Bewohner lieben ihren Pignoletto, einen meist leicht perlenden Weißwein mit frischer Säure und Apfelfrucht. Das Gebiet ist seit 1975 eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (DOC). Zu den in den Colli Bolognesi produzierten Weinen gehören der Colli Bolognesi Barbera (auch als Frizzante und Riserva), Merlot, Cabernet Sauvignon, Pignoletto, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Riesling Italico sowie der Pinot Bianco. Die Weingüter, Weinkeller und Fassbindereien kann man jederzeit besuchen und besichtigen. Und die Weine werden währenddessen natürlich auch verkostet.

Cesari Rosso

Darf‘s denn auch etwas Süßes sein?

Was übrigens auch kaum jemand weiß: Bologna ist eine der Welthauptstädte des hausgemachten Speiseeises. Die Bologneser lieben Süßes, aber sie akzeptieren – wie bei allem in Sachen Kulinarik – nicht einfach irgendetwas. Sie schätzen Qualität und das traditionelle Handwerk. Kein Wunder, dass es hier auch das Gelato-Museum Carpigiani gibt. Die gleichnamige Marke wurde mit ihren Maschinen zur Herstellung von Eiscreme weltweit bekannt. 

Verzaubert nach einem fulminanten Tag in den Weinbergen und einem genussvollen Abendessen mit einem Eis durch die Porticos schlendern: Wer kann sich Schöneres vorstellen? Also, einmal nicht Florenz buchen, sondern das nahe Bologna, die Stadt für Genießer. 

Mehr Informationen unter http://www.italia.it/de/italien-entdecken/emilia-romagna/bologna, https://www.enit.de/reiseziele/regionen/, https://www.bolognawelcome.com/en

Bologna – die Stadt für Genießer

Der „Mercato delle Erbe“.
Parmigiano
Sfogline
Tortellini
Bologna – die Stadt für Genießer

Essens- und Weinerlebnisse in Bologna und Umgebung

Bologna ist die Hauptstadt der italienischen Gastronomie, hier wurden einige der kulinarischen Aushängeschilder des Landes geschaffen: frische Pasta, Fleischsauce, Mortadella – das sind die kulinarischen Genüsse, die Bologna und Umgebung ihren Besuchern bieten.

Märkte und Handwerksläden: Im Herzen des historischen Zentrums von Bologna gibt es eine bis ins Mittelalter zurückgreifende Handwerks-, Händler- und Handelstradition. Wenn man die elegante Piazza Maggiore hinter sich lässt, betritt man die engen und duftenden Gassen des antiken Marktes mittelalterlichen Ursprungs, und in diesem Bereich finden handwerkliche Aktivitäten statt: In Form von Werkstätten, in denen das Handwerk oft von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Verlaufen Sie sich in den Gassen des antiken Marktes oder besuchen Sie den moderneren „Food Court“, der im alten “Mercato delle Erbe” seinen Ursprung findet.

Schule der frischen Pasta: Es gibt nichts „Bolognesischeres”, als zu lernen, den Teig zu „ziehen“ und frische Pasta der „Sfogline“, den Damen, die die kulinarische Tradition der Stadt hüten, zuzubereiten. Tortellini, Tortelloni, Lasagne, Tagliatelle – die Kunst der Pasta-Zubereitung zu lernen und sie zu Hause machen zu können, ist unbezahlbar.

Sfogline

Zwischen den Weinbergen der Hügel von Bologna: Lassen Sie sich von den typischen Weinen des Gebietes betören, zum Beispiel bei der Besichtigung eines Weingutes auf den berühmten Hügeln von Bologna. Zusammen mit einem Experten werden Sie auf den Pfaden im Inneren der Weinberge wandern, um die Geheimnisse der Weinkeller bis hin zur schönen Fassbinderei zu entdecken. Am Ende des Besuchs werden Sie die berühmtesten Weine der Emilia Romagna dank einer Verkostung von 3 Weinsorten entdecken, begleitet von schmackhaften, typischen und lokalen Produkten!

Hausgemachtes Eis: Bologna ist eine der Welthauptstädte des hausgemachten Speiseeises. Die Bologneser lieben Süßes, aber sie akzeptieren nicht jede Eiscreme: Sie schätzen Qualität, und das ist auch der Grund, warum Eisdielen mit selbstgemachten Sorten in der Stadt sehr beliebt sind. Wenn Sie unter den Arkaden spazieren gehen, werden Sie viele davon bemerken, denn Eiscreme ist ein Produkt, das das ganze Jahr über konsumiert wird. Entdecken Sie die Geschichte dieser Tradition, indem Sie das Gelato-Museum Carpigiani besuchen, von der gleichnamigen Marke ins Leben gerufen, die „Maschinen zur Herstellung von Eiscreme“ herstellt, und die zu einer weltweit bekannten Marke geworden ist. Und am Ende des Besuchs können Sie ein gutes Eis probieren oder sogar lernen, wie man es zubereitet!

Trattorie und Osterie: Die ruhmreiche kulinarische Tradition Bolognas kommt am besten in den zahlreichen Trattorien und Gasthäusern der Stadt zum Ausdruck. Die Stadt hat sich eine authentische Seele und die beste gastronomische Qualität in ihren Restaurants bewahrt, die noch immer größtenteils in Familienbesitz sind. Gerade der Ruhm Bolognas als Stadt für Genießer schlechthin hat dieses Reiseziel zu einem der begehrtesten Destinationen für Feinschmecker aus der ganzen Welt werden lassen. 

Besuchen Sie die Produzenten: Es lohnt sich, einen Tag (oder sogar einen halben Tag) damit zu verbringen, die Produzenten von typischen Spitzenprodukten rund um Bologna zu besuchen. Parmigiano Reggiano, Schinken, Mortadella, Balsamico-Essig: Die vielen kulinarischen Touren, die morgens starten und nachmittags in die Stadt zurückkehren, sind ein Muss bei einem Besuch in Bologna!

Fico Eataly World/Food-Park: Der 2017 eröffnete FICO Eataly World ist der größte Food-Freizeitpark der Welt. Ein einzigartiges Erlebnis, das auf einer Fläche von 10 Hektar das Wunder der italienischen Biodiversität in sich birgt: 2 Hektar Felder und Ställe mit mehr als 200 Tieren, 2.000 Anbaugebiete und 8 überdachte Hektar, wo man alles Mögliche finden kann: 40 Fabriken; über 40 Gastronomiebereiche; Geschäfte und Märkte; Bereiche für Sport, Kinder, Lesen und Dienstleistungen; 6 Klassenzimmer; ein Kongresszentrum und eine Stiftung mit 4 Universitäten. 

FICO Eataly World ist der größte Food-Freizeitpark der Welt.

Kontakt

Italienische Zentrale für Tourismus ENIT
Web: www.enit.de; www.italia.it/de

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