Das antike Kolosseum in Rom wird in den Farben der italienischen Flagge beleuchtet.
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Das antike Kolosseum in Rom wird in den Farben der italienischen Flagge beleuchtet.

Italien-Urlaub 2020

Strafen, Verbote, Regeln: Was Italien-Reisende im Corona-Sommer jetzt wissen müssen

  • Simona de Clerk
    vonSimona de Clerk
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Sonne, Strand und Meer: Deutsche lieben es, in Italien Urlaub zu machen. Doch was ist im Corona-Sommer möglich - und worauf müssen Reisende besonders achten?

  • Italienurlaub gehört für viele Deutsche im Sommer einfach dazu.
  • Im Corona-Sommer müssen Reisende jedoch mit Einschränkungen rechnen.
  • Was es zu beachten gibt, erfahren Sie im Überblick.
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Nach den verheerenden Folgen der Corona-Pandemie will Italien seinen wichtigen Tourismus-Sektor schnell wieder ankurbeln. Die Grenzen sind bereits seit dem 3. Juni 2020 wieder offen, seitdem dürfen sich Menschen auch wieder frei zwischen den 20 italienischen Regionen bewegen. Seit 15. Juni hat die Bundesregierung nun auch die Reisewarnung für 27 europäische Staaten aufgehoben, darunter auch Italien.

Einreise nach Italien: Das müssen Sie beachten

Wer von Deutschland mit dem Auto nach Italien reisen will, der muss durch die Schweiz oder Österreich fahren.

Grenzen:

Die Grenze zwischen Deutschland und Österreich ist frei befahrbar, dahingegen ist die Grenze von Österreich nach Italien seit dem 16. Juni 2020 wieder frei passierbar. Dies berichtet der ADAC.

Die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland sowie der Schweiz und Italien sind dagegen frei befahrbar, wenngleich die Schweiz empfiehlt, nicht nach Italien zu reisen und sich dabei auf das Infektionsschutzgesetz bezieht.

Tanken:

In Österreich ist das Tanken für aus Italien kommende deutsche Autofahrer aktuell verboten. Es drohen Strafen von bis zu 1.450 Euro bei Verstößen.

In der Schweiz sind Tankstopps oder andere kurze Pausen auf der Durchreise erlaubt.

Autofahren:

Wer aus demselben Hausstand kommt, der darf im Auto in Italien ohne Mundschutz unterwegs sein. Auf Mopeds dürfen nur Personen aus demselben Hausstand unterwegs sein, da hier kein Abstand eingehalten werden kann. Personen aus unterschiedlichen Hausständen müssen, wenn sie gemeinsam im Auto sitzen, Mundschutz tragen.

Lesen Sie hier: Mit diesen Tricks können Sie am Wochenende Urlaub in Italien machen- von Zuhause aus.

Urlaub in Italien: Diese Regeln gelten im Sommer 2020

Abstand halten, Masken aufsetzen, achtsam bleiben: Diesen Sommer ist Urlaub in Italien nicht so, wie wir ihn kennen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist diesen Sommer auch im Urlaub besondere Vorsicht geboten. Was es dabei im Italienurlaub im Detail zu beachten gibt:

Restaurants und Cafés:

Cafés und Restaurants empfangen wieder Gäste. Dort gilt in der Regel die Maskenpflicht: Gäste müssen sich selbst ihre Maske mitbringen und diese während ihres Aufenthaltes im Restaurant tragen. Sie darf nur zum Essen abgenommen werden. Zudem ist es verpflichtend, dass Restaurants Desinfektionsspray zur Verfügung stellen. Buffets sind verboten.

Sehenswürdigkeiten:

Schon seit Mai sind Touristenmagnete wie das Kolosseum und der Petersdom in Rom, die Kathedralen in Mailand und Florenz, der Schiefe Turm von Pisa und die Ausgrabungsstätte Pompeji wieder geöffnet. Für Touristen hat die Corona-Pandemie den Vorteil, dass die Sehenswürdigkeiten dieses Jahr nicht so überlaufen sind wie sonst.

Mehr erfahren: Urlaub auf Mallorca wieder möglich? Das sollten Sie vor Ihrer Buchung unbedingt wissen.

Hotels und Campingplätze:

Buffets sind auch in Hotels verboten. Nach und nach wird der Hotelbetrieb in Italien wieder hochgefahren und die Häuser bereiten sich auf die geltenden Hygienemaßnahmen vor.

Flughäfen und Bahnhöfe:

An Flughäfen, Bahnhöfen sowie in Museen und an anderen öffentlichen Orten müssen Reisende mit Fieber-Scannern rechnen.

Abstandspflicht:

Generell gilt eine Abstandspflicht von einem Meter in Italien, in Südtirol sind es sogar zwei Meter. In manchen Bereichen droht bei Zuwiderhandlung eine Strafe von 400 bis zu 3000 Euro. So etwa für denjenigen, der in den öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maske trägt.

Kino, Theater und Konzerte:

Am 15. Juni sollen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder aufmachen dürfen. Allerdings sind viele Konzerte langfristig abgesagt. Es gelten weiter Gesundheitsregeln, die meist strenger als in Deutschland sind.

Lesen Sie hier: Sommerurlaub in Italien? Minister warnt: "Seien Sie vorsichtig, wenn es so weitergeht...".

Italien wirbt nach Corona-Lockdown um deutsche Touristen Schönheit ohne Quarantäne

"Kommen Sie, machen Sie Urlaub in Italien!" Beinahe flehentlich klingen die Worte, mit denen die italienische Regierung in diesen Tagen um deutsche Touristen wirbt. Außenminister Luigi Di Maio gab eigens der Bild-Zeitung ein Interview, um zu versichern, dass Urlauber aus Deutschland mit einem Lächeln willkommen geheißen würden. Die deutsch-italienischen Spannungen auf dem Höhepunkt der Corona-Krise - sie scheinen vergessen.

Denn zum einen hat Kanzlerin Angela Merkel inzwischen Milliarden-Hilfsgelder in Aussicht gestellt. Zum anderen ist Italiens Tourismuswirtschaft dringend auf die Einnahmen durch reisefreudige Deutsche angewiesen. Sieben Millionen sind es nach Angaben des Verbandes Coldiretti, die während eines normalen Sommers ihre Freizeit auf dem Stiefel verbringen. Damit stellt Deutschland mit Abstand die meisten ausländischen Gäste in dem Mittelmeerstaat.

Doch dieser Sommer, so viel ist klar, wird alles andere als normal. Italien, spätestens seit Goethe ein Sehnsuchtsland der Deutschen, hat wegen der Corona-Seuche mit dramatischen Imageproblemen zu kämpfen. Die mehr als 34.000 Toten lasten schwer auf der Halbinsel. Trotz tausender Küstenkilometer und Dutzender Welterbestätten wirkt sie derzeit nicht besonders attraktiv. Zu sehr haben sich die Bilder von Sarg-Konvois aus Bergamo ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Der Anfang März in die Wege geleitete Lockdown bescherte der Tourismusbranche Einnahmeausfälle in Höhe von 20 Milliarden Euro. Auf Dauer ist das freilich nicht durchzuhalten - Corona hin oder her.

Die Regierung bemüht sich nun nach Kräften, das getrübte Bild zu korrigieren. Mit Blick auf das Sommergeschäft lautet die Devise: retten, was zu retten ist. Weil im internationalen Wettbewerb um zahlende Reisekundschaft mit harten Bandagen gekämpft wird, kam es mitunter zu weniger gefälligen Formulierungen: "Wenn uns jemand wie ein Lazarett behandeln will", schrieb Di Maio empört auf Facebook, würden die Italiener sich das nicht gefallen lassen. Etliche EU-Länder hatten sich zuvor gesträubt, die Grenzen nach Italien wieder zu öffnen.

Das Drängen verfehlte seine Wirkung nicht. Deutschland etwa hat die Reisewarnung für Italien zum 15. Juni aufgehoben. Einem Sommerurlaub am Gardasee steht damit im Grunde nichts mehr im Weg. Die Kommune Limone sul Garda beispielsweise bezeichnet sich in Sachen Corona als "absolut sicher". Gäste müssten zwar den obligatorischen Sicherheitsabstand einhalten, aber das Tragen von Schutzmasken am Strand oder in Restaurants sei nicht notwendig.

Das Werben wird flankiert durch zahlreiche Lockerungen und Initiativen. Weil die Infektionszahlen drastisch zurückgegangen sind, herrscht seit 3. Juni wieder Reisefreiheit im ganzen Land. Wer aus einem EU-Staat kommt, von dem wird keine Quarantäne mehr verlangt. Ab Montag sollen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder öffnen dürfen.

Lesen Sie hier: Urlaub an der Nordsee wieder möglich - das müssen Sie dennoch beachten.

"Schönheit Italiens war nie in Quarantäne"

"Die Schönheit Italiens war nie in Quarantäne", betonte Ministerpräsident Giuseppe Conte. In der Tat: Kulturelle Attraktionen von Weltrang locken nach wie vor. Und sie können ohne Massenandrang besichtigt werden. Das gewöhnlich heillos überlaufene Venedig freut sich zurzeit über jeden einzelnen Gast. Die wiedereröffneten Vatikanischen Museen bieten gegen Voranmeldung Führungen für Kleingruppen an. Ähnliches gilt für das Kolosseum. Die Uffizien in Florenz haben ihre Pforten seit Monatsbeginn ebenfalls wieder geöffnet. Der deutsche Museumsleiter Eike Schmidt sprach von einem "wichtigen und symbolischen Signal".

Auch die katholische Kirche hilft mit, um eine "Wiedergeburt des Tourismus in Italien zu ermöglichen". So sicherten die Bischöfe der Emilia-Romagna der Branche jüngst ihre "Nähe und Unterstützung" zu. Verantwortungsvolles Reisen könne in der von Misstrauen und Angst geprägten Corona-Zeit eine heilsame Wirkung haben. Egal, ob es sich um Tagesausflüge oder Besuche in Diözesanmuseen handele - "Wir sind an Ihrer Seite", so die Bischöfe.

Ungeachtet des geistlichen Beistands rechnen Experten mit allerhand Problemen in den nächsten Monaten. Die Hauptschwierigkeit sehen viele darin, Verkehr, Logistik und Transport rechtzeitig wieder in Gang zu bringen. Nur mit ausreichend Flugangeboten könne es gelingen, den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen zu halten. Der Tourismus-Sommer, heißt es, werde ein "absolutes Last-Minute-Geschäft".

Auch interessant: Das Besondere am Urlaub in Kroatien - was Reisende jetzt wissen müssen.

sca / AFP / dpa

Das sind die acht schönsten Strände am Gardasee

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