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Fahrspaß mit 250 PS: immer wieder drehen im Sand die Reifen durch, das Auto schlingert die Dünen hinauf und hinab.

Abu Dhabi

Wüstensand, Wasserpfeife und 250 PS

Schon kurz hinter dem Flughafen von Abu Dhabi beginnt das Abenteuer: Mit Geländewagen können hier Urlauber durch das Dünenmeer jagen. 

Alles ist leer und still. Früher nannten die Fremden aus dem Westen die endlose Sandwüste auf der Arabischen Halbinsel „das leere Viertel“. Doch die Wüste ist mehr als ein Stückchen Nichts. In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, ist sie eine Attraktion für Touristen. Und das Beste: Das Nichts beginnt schon hinter dem Flughafen. Mit Geländewagen jagen die Touristenführer wie beim Autoscooter durch das Dünenmeer - und verwandeln die Wüste Abu Dhabis in den größten Abenteuer-Spielplatz des Orients.

Heute ist Faoud der König der Dünen. „Ich mache das erst zum zweiten Mal, ich bin Praktikant“, sagt der Mann aus Syrien - es soll ein Scherz sein. Hoffentlich. Faoud ist Touristenführer und Entertainer zugleich. Als er das erste Mal vor eine Wand aus Sand brettert, haben die fünf Mitfahrer das Gefühl, dass er ihnen doch die Wahrheit erzählt hat. „In Dubai, da gibt's Familienprogramm, hier ist Action“, sagt der Fahrer.

Sein Humor bleibt trocken wie der Wüstenstaub. Immer wieder drehen bei 250 PS im Sand die Reifen durch, es rumpelt, das Auto schlingert gegen die Laufrichtung der Räder bergab. Dann geht es wieder hoch und wieder runter. Es ist wie Kirmes in der Wüste. Doch keine Sorge: Der Sand ist weich. Vor allem Kinder lieben Dune-Bashing.

Erwachsene genießen die Pausen. Dann hält der Geländewagen mitten in der Wüste an, damit im Licht der untergehenden Sonne Fotos geschossen werden können. Die Sonne leuchtet wie ein Feuerball am Horizont. Etwas weiter entfernt lassen sich die grellen Lichter der Schnellstraße wahrnehmen. Aber die Welt da draußen ist schnell vergessen.

Schon 1948 machte der berühmte Abenteuerreisende Wilfred Thesiger hier halt und beschrieb die Schönheit dieses Ortes. Er lernte dabei ein Stück Erde kennen, das grausam und zauberhaft zugleich war. Die Härte des Wüstenlebens faszinierte ihn. Freiheit ging ihm über Bequemlichkeit. Die Jahre im „leeren Viertel“ seien vielleicht die schönsten Jahre in seinem Leben gewesen, schreibt der Abenteurer in seinem Buch „Arabian Sands“. Das 1959 erschienene Buch erzählt in fesselnder Sprache voller Poesie von der Schönheit eines unwirklichen Ortes.

Es ist Abend geworden in der Wüste. Die Fahrer beenden die Achterbahnfahrt und bringen die Touristen in ein Beduinen-Camp. Da dürfen auch Kamele nicht fehlen. Der Sternenhimmel spannt sich wie eine Scheibe über die Wüste. Während die Ausflügler auf einem Teppich hocken, knistert bereits die Kohle im Barbecue-Grill. Es gibt Lamm, Rind und Geflügel - einen Haufen Reis und ein bisschen Gemüse. So einfach kann arabische Küche sein. Dazu gibt es Datteln, Schisha-Wasserpfeifen mit Apfelgeschmack und Softdrinks in Dosen.

Nach dem Wüstenabenteuer fühlt sich die Fahrt im Geländewagen zurück in die Innenstadt an wie die Reise mit einer Zeitkapsel. Neonlicht mischt sich schon nach einer Viertelstunde wieder in die Dunkelheit: Die Wüste ist schnell vergessen, als der Fahrer an den modernen Hochhausfassaden der Hauptstadt vorbei fährt.

Von Andreas Sträter, dpa

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