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Das Rheinufer in Köln.

Kräne und Backstein: Kölns neues Vorzeigeviertel

Köln - Römerstadt, Domstadt und Karnevalsmetropole war Köln schon immer. Aber nun hat die größte Stadt Nordrhein-Westfalens mit dem Rheinauhafen eine neue Attraktion.

Das moderne Stadtquartier entsteht seit Sommer 2002 zwischen Schokoladenmuseum und Südbrücke. Festlich ging es in Köln am 14. Mai 1898 zu: Der Rheinauhafen wurde feierlich eröffnet. Dampfschiffe konnten nun nahe der Innenstadt ihre Fracht entladen. Stapelhäuser und Kontore entstanden. Genau 102 Jahre später wurden an den Kais die letzten Güter von den Rheinschiffen gelöscht. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Stadtväter längst entschieden, das Hafenland in ein modernes Wohn- und Büroviertel umzuwandeln. “Den Anstoß dazu gaben beispielsweise die Londoner Docklands, die sich in den 80er Jahren von einem grauen Industriequartier zum attraktiven Stadtteil am Themseufer gemausert hatten“, erzählt Stadtführer Till Busse bei einem Rundgang. Mehrere Male im Monat geht Busse mit Gästen auf Tour: Neugierige Kölner, Besucher aus dem Umland und Architekten sowie Stadtplaner aus halb Europa.

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Zwischen dem roten Backsteingebäude des Hafenamtes und den alten Ladekränen an der Südbrücke führt der Spaziergang durch den autofreien Stadtteil vorüber an der “Wohnwerft“, einem 176 Meter langen Wohnhaus. Wohnen und Arbeiten, Flanieren und Feiern - alles vereint Kölns jüngster Stadtteil, der 2011 fertig sein soll. “Dann sind insgesamt 750 Millionen Euro verbaut worden“, rechnet Busse vor. Dafür entstehen dort 2500 neue Arbeitsplätze und mehr als 700 Wohneinheiten. Alt und neu gehen im Rheinauhafen eine gelungene Verbindung ein. So verwandelten die Architekten eines der Wahrzeichen des Hafenquartiers, das “Siebengebirge“, behutsam in ein schickes Wohn- und Bürohaus. Der 1909 errichtete ehemalige Kornspeicher trägt den schmückenden Beinamen der rheinischen Berglandschaft wegen seiner charakteristischen spitzen Hausgiebel.

Zwei Rekorde

Längst haben die Kölner das Quartier für sich entdeckt. Familien flanieren mit Kind und Kegel entlang der Uferpromenade, Jogger und Walker trainieren auf dem Kai für den nächsten Marathon. Tourenradler haben freie Fahrt vom Schokoladenmuseum vorbei am Deutschen Sport- und Olympiamuseum bis in den Stadtteil Rodenkirchen. Restaurants und Cafés laden zur Einkehr. Bei den ersten Sonnenstrahlen sind die Terrassen mit der Aussicht auf den Schiffsverkehr rasch besetzt. Kulturfreunde genießen moderne Kunst in einer der Galerien, Designfans diskutieren im KAP-Forum über die neuesten Einrichtungstrends. “Kölns neues Stadtviertel ist aus einem Guss“, sagt Busse. Obwohl etliche Architekturbüros - Kölner und bekannte Bauplaner wie die Hamburger Bothe-Richter-Teherani - das “Kölsche Veedel“ gestalteten, wirkt es einheitlich. Fahrzeuge parken im Rheinauhafen in einer Tiefgarage mit 2100 Stellplätzen.

Mit 1,6 Kilometern Länge stellt sie gleich zwei Rekorde auf: Europas längste Tiefgarage und die zweitlängste der Welt, nach einem Bau in New York. Viel spektakulärer sind allerdings die drei Kranhäuser mit den glänzenden Glasfassaden, die mit ihren Auslegern über den Rheinstrom an Hafenkräne erinnern. 61 Meter ragen sie in die Höhe. Zwei sind für Büros bestimmt, das nördlichste für exklusives Wohnen mit Ausblick auf den Kölner Dom und das Stadtpanorama. Schon haben die drei Kranhäuser ihren Spitznamen weg: “Dreigestirn“ - in Anlehnung an Prinz, Bauer und Jungfrau, die närrischen Regenten des Kölner Karnevals.

dpa

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