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Küste ohne Ende: Kroatien ist mit seinen vielen Inseln auch ein beliebtes Ziel für Urlauber mit Segelboot.

Kroatien auch bei Campern hoch im Kurs 

Das Adrialand Kroatien steht heute wieder hoch im Kurs bei Touristen. Im zurückliegenden Sommer kamen so viele Urlauber wie noch nie zuvor. Doch dabei lassen sie kaum Geld im Land. Und es gibt noch andere Probleme.

Anfang Oktober ist die kroatische Urlauberhochburg Makarska wieder in Winterschlaf gefallen. Viele Hotels sind geschlossen, fast alle Restaurants auf der Promenade werden winterfest gemacht. Bis zum nächsten Frühjahr. Von der immer wieder beschworenen Nachsaison ist nur wenig zu sehen. „Es gibt keine Ideen für die Verlängerung der kurzen Sommersaison“, sagt der Besitzer eines im Sommer beliebten Restaurants auf der Flaniermeile resigniert.

Vor einigen Wochen war dort noch jede Menge los: Kroatien, mit seiner über 1700 Kilometer langen malerischen Festlandküste und Hunderten Inseln, feierte in diesem Sommer einen Besucherrekord. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden 67 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Deutschen trugen mit gut einem Fünftel der Besucher zu diesem Erfolg bei. „Doch die Einnahmen wachsen nicht“, klagt die Zeitung „Glas Istre“. Der Grund ist einfach: Kroatien setzt wie eh und je auf Sonne, Sand und Meer.

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Immer noch ist der vergleichsweise preiswerte Campingurlaub ein Markenzeichen Kroatiens. Ein Drittel aller Ausländer kommt mit dem eigenen Zelt oder Wohnwagen meist in den Norden des Landes. Denn der ist von Österreich und Süddeutschland aus problemlos zu erreichen. Und weil die Getränke- und Lebensmittelpreise an der Küste im Sommer deutlich überteuert sind, bringen die Camper möglichst viel aus ihrer Heimat mit.

Ein Ausländer gibt in Kroatien am Tag im Schnitt etwa 60 Euro aus, erklärt Roman Rauch, der österreichische Handelsdelegierte in Zagreb. In Österreich betrage diese Summe rund 160 Euro.

Rund 90 Prozent der Tourismusumsätze werden an der Küste gemacht, das Hinterland spielt praktisch keine Rolle. Der Kultur- und Veranstaltungstourismus ist völlig unterentwickelt. Golfplätze gibt es zum Beispiel nur fünf im ganzen Land.

Dabei hat das Land außer Stränden viel zu bieten. Die Zeugen einer reichen Kultur seit Römerzeiten, spektakuläre Nationalparks oder die wieder aufgeblühten Weinanbaugebiete. Bisher ist es aber nicht gelungen, daraus ein Markenzeichen des Landes zu machen. „Kroatien ist keine profilierte Destination, wir haben kein unverwechselbares Produkt“, beschreibt die Zeitung „Glas Istre“ die Strukturprobleme der heimischen Touristiker. „Bei uns kann man nur finden, was man überall bekommen kann. Deshalb mussten wir auch die Preise senken“, zitiert das Blatt einen Experten.

Weil die Saison viel zu kurz ist, haben auch neue ausländische Investoren wenig Interesse, größere Geldsummen in den kroatischen Tourismus zu stecken. Mit einer Saison von zwei bis drei Monaten und einer gesamten Auslastung von durchschnittlich 25 Prozent können Investoren kaum ihr Geld mit Gewinn wieder zurückbekommen. Daher finden sich für die vielen alten Hotelkästen aus kommunistischer Zeit kaum ausländische Interessenten, die dieses Erbe modernisieren und damit auch für anspruchsvolle Gäste attraktiv machen.

Seit den 60er und 70er Jahren ist der Staat Besitzer großer Hotelanlagen. Und wenn dann mal ein ernsthafter Investor wie aus Großbritannien nach Makarska kommen will, wird der durch Bürokratie vergrault. Manche wollen auch Korruption vor allem auf Gemeindeebene im Spiel sehen. Zwar hat die Regierung die Kompetenzen bei touristischen Großinvestitionen an sich gezogen: „Aber wie die Regierungsvorgaben an der Basis dann umgesetzt werden, ist immer noch eine andere Frage“, sagt der Restaurantchef in Makarska.

Von Thomas Brey, dpa

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