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Kulturgenuss mit Hund

Kulturgenuss mit Hund

Kulturgenuss und Hund - diese Kombination passt wirklich nur schwer zusammen. Ein Hund darf weder mit ins Museum noch in die alte Kirche. Doch jetzt gibts Kultur für Herrchen, Frauchen und Hund.

Soll der Hund alleine draußen stehen oder gar zu Hause eingesperrt werden, während Herrchen oder Frauchen auf Besichtigungstour gehen. Soll er nicht. Chris Loos hat deshalb die Agentur "Culturedog" gegründet.

Die Idee: "Bei uns kommt der Hund einfach mit." Stadtführungen, Kulturwanderungen, Tagestouren und bald auch Studienfahrten für Mensch und Hund organisiert Loos von ihrem Büro in Freising aus. "Alles ist so geplant, dass die Bedürfnisse der Hunde berücksichtigt werden", erzählt sie.

Konkret heißt das etwa, "dass die Vierbeiner auch einmal von der Leine dürfen und sich austoben können. Sie sollen sich nicht eingeengt fühlen".

In Museen oder Baudenkmälern dürften die Hunde natürlich nicht mit. Da wechseln sich die Teilnehmer bei der Besichtigung ab und passen gegenseitig auf die Hunde auf. Tiere und Freizeitvergnügen wie etwa Urlaub - das ist ein sensibles Thema, wie der Bayerische Tierschutzbund betont. "Man muss da vorsichtig sein, sonst bedeutet das nur Stress für das Tier", mahnt Präsident Berthold Merkel.

Mensch und Tier - schönes gemeinsames Erlebnis

Doch Loos hat bei ihren Führungen und Touren mit den Hundehaltern bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. "Im Gegenteil: Herrchen und Frauchen staunen oft über die Gelassenheit ihres Hundes. Und so wird es für beide Seiten ein schönes Erlebnis." Der Hund entdecke Neues - an der Seite seines Besitzers. "Das festigt auch die Bindung zwischen Mensch und Tier."

Kunst, Hund und Reise - drei Dinge die zusammen passen können. Mehr Infos im Internet: www.culturdog.de

Und auch bei der Begegnung von Hunden, die sich normalerweise fremd sind, gebe es kaum Schwierigkeiten: Zu Beginn jeder Veranstaltung wird den Tieren Zeit gegeben, sich zu beschnuppern und sich kennenzulernen. "Es ist faszinierend zu sehen, wie die Hunde sich vertragen."

Eine Gruppe besteht aus sieben bis zehn Hunden. Die Tiere, so sagt Loos, "sollten schon gut geführt sein", damit die Tour reibungslos klappt. Welpen kämen nicht in Frage: "Das wäre für sie viel zu anstrengend."

Deutschlandweit dürfte Loos' Angeboteinmalig sein. Zentren ihrer Aktivitäten sind München, Freising, Landshut, Dachau oder Burghausen. Bald sollen auch Fürstenfeldbruck und Andechs auf dem Programm stehen - und einwöchige Studienfahrten beispielsweise entlang der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt oder durch Thüringen. Außerdem gibt es Tagestouren durch Bayern. "Wir sind dann mit einem Bus unterwegs, der Hund ist aber immer an der Seite von Herrchen und Frauchen."

Bei Chris Loos immer mit dabei ist ihre eigene Hündin Fanny. "Sie ist sehr kulturinteressiert", schmunzelt die 36-Jährige.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass das angenommen wird", sagt der Tourismus-Experte Theo Eberhard, Dekan der Fakultät für Tourismus an der FH München. Nischentourismus sei eine wichtige Angebotssäule auf dem Reise- und Freizeitmarkt. "Der Trend geht dahin, dass auf die individuellen Wünsche der Kunden eingegangen wird."

Kathrin Zeilmann

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