Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

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Wer dieses Jahr auf sonnige Ferien in der Heimat gehofft hat, wurde bisher enttäuscht. Nun locken Last-Minute-Angebote. Doch die vermeintlichen Schnäppchen sind nicht unbedingt so günstig wie erwartet.

Dem Regen entfliehen

"Last-Minute-Reisen": Das müssen Sie wissen

München - Wer dieses Jahr auf sonnige Ferien in der Heimat gehofft hat, wurde bisher enttäuscht. Nun locken Last-Minute-Angebote. Doch die vermeintlichen Schnäppchen sind nicht unbedingt so günstig wie erwartet.

Angesichts der Wetterlage der vergangenen Wochen ist für viele der geplante Heimaturlaub buchstäblich ins Wasser gefallen. Pünktlich zum Sommerferienbeginn wurde das Wetter schlechter. Deswegen sind sogenannte Last-Minute-Angebote derzeit besonders attraktiv.

Was bedeutet überhaupt Last-Minute?

Als „Last-Minute“, also in letzter Minute, werden Reisen bezeichnet, die innerhalb von zwei Wochen nach der Buchung angetreten werden. Jedoch ist nicht automatisch von einem Schnäppchen auszugehen. „Es bedeutet vielmehr, dass Reiseziele noch verfügbar sind“, erklärt Dannika Jantschik vom Reiseveranstalter TUI. Eine Tiefpreisgarantie für Kurzentschlossene gäbe es nicht, jedoch würden oft Rabatte von bis zu 30 Prozent winken.

Wie viel kostet ein Last-Minute-Urlaub?

Die Preise für Spontanurlaube sind von zahlreichen Faktoren wie Reisezeitraum, Ziel und Hotelkategorie abhängig. Zur Hauptreisezeit während der Sommerferien ist die Auswahl erfahrungsgemäß beschränkt. „Hinzu kommt, dass viele Spät- oder Last-Minute-Bucher erst einmal den Ausgang der Fußball-WM abgewartet haben und damit den Beginn der Spätbuchersaison noch zusätzlich hinausgezögert haben“, erklärt Sybille Zeuch, Pressesprecherin des Deutschen Reise-Verbandes. Die klassischen Last-Minute-Ziele sind Orte mit hohen Flug- und Bettenkapazitäten. Diese Voraussetzungen erfüllen laut Jantschik vor allem die Balearen und Kanaren sowie die Türkei – hier insbesondere Antalya. Ein paar Beispiele: Eine Woche in einem türkischen Vier-Sterne-Hotel (all inclusive) kostet laut Ralf Kathagen, Geschäftsführer des Reiseveranstalters 5vorFlug, derzeit rund 340 Euro. Auch Ferienclubanlagen auf Mallorca sind momentan erschwinglich – sieben Tage all inclusive gibt es ab 420 Euro. Weniger günstig reist man nach Portugal: Der Preis für eine Woche Algarve in einer Drei-Sterne-Unterkunft beläuft sich auf knapp 680 Euro – ohne Transfer und Verpflegung. Außerhalb Europas ist Ägypten weiterhin sehr beliebt. Ein einwöchiger All-inclusive-Urlaub mit Flughafentransfer am Zielort ist momentan ab 560 Euro zu bekommen.

Wo ist momentan Sonne garantiert?

„Eine quasi ,Wettergarantie‘ hat der Kunde in Ägypten, Dubai und auf den kanarischen Inseln. Aber auch in der Türkei, in Griechenland und Italien haben wir bis in den Oktober hinein sehr sonnige Aussichten“, sagt Kathagen.

Wo bucht man am besten?

Einen preislichen Unterschied zwischen dem Internet und einem herkömmlichen Reisebüro gibt es laut Jantschik nicht. Wo man bucht, ist Geschmackssache. Während zu Hause vor dem eigenen Computer Preise und Anbieter in Ruhe verglichen werden können, hat man bei einem Reisebüro im Zweifelsfall einen persönlichen Ansprechpartner. Viele Urlauber schätzen die Beratung, die sie im Reisebüro bekommen.

Generell gilt allerdings: Urlauber sollten bei Last-Minute-Reisen flexibel sein. „Der Wunschflughafen und das Wunschhotel sind nicht selten ausgebucht“, sagt Jantschik. Wer hinsichtlich des Abflugortes und der Unterkunft nicht festgelegt ist, kann deutlich sparen.

Günstiger wird es zum Beispiel oft bei Flügen von kleineren Flughäfen wie zum Beispiel Memmingen. Wenn gar ein Abflug von Friedrichshafen statt München in Frage kommt, können bei einer Woche Familienurlaub auf Mallorca fast 100 Euro gespart werden.

Was muss man bei der Buchung beachten?

Bei der Suche ist es ratsam, genau hinzusehen. „Manchmal sind vermeintliche Schnäppchen nur deshalb so billig, weil an Leistungen wie zum Beispiel Halb- statt Vollpension oder dem Transfer vom Flughafen zum Hotel, gespart wird“, sagt Eva-Maria Schönmetzler von der Verbraucherzentrale Bayern. Außerdem sollten auch Last-Minute-Reisende immer darauf achten, bei der Buchung einen Sicherungsschein zu erhalten. Er gewährleistet im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters die Erstattung bereits geleisteter Zahlungen, sowie den Rücktransport, falls man sich bereits im Urlaubsland befindet.

Lohnt sich bei Last-Minute-Reisen eine Reise-rücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung ist immer sinnvoll – egal ob man weit im voraus bucht oder spontan, raten Verbraucherschützer. Jedoch ist hierbei Vorsicht geboten: „Eine solche Versicherung greift nur bei triftigen Gründen, wie zum Beispiel bei eigener Krankheit oder dem Tod eines Angehörigen“, warnt Schönmetzler. Wer sich spontan umentscheidet, hat keinen Anspruch auf Rückerstattung des Reisepreises. Eine Rücktrittsversicherung kostet ab rund 20 Euro pro Person und Reise (je nach versichertem Reisepreis). Bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest im Februar 2014 schnitten Tarife von AGA und Würzburger am besten ab.

An wen kann man sich bei Fragen vor und während der Reise wenden – zum Beispiel, wenn das Hotel Mängel aufweist?

Für eventuelle Rückfragen muss auch bei Buchungen über das Internet immer ein Ansprechpartner bekannt sein. Grundsätzlich gilt: Bei Mängeln am Urlaubsort, wie zum Beispiel eine baufällige Unterkunft, haben Last-Minute-Reisende die selben Rechte wie Frühbucher, so Verbraucherschützerin Schönmetzler. Für Abweichungen von den vereinbarten Leistungen ist es wichtig, Beweise zu sammeln, etwa in Form von Fotos. Ist das Zimmer zum Beispiel kleiner, als bei der Buchung beschrieben, können um die 15 Prozent des Hotelpreises erstattet werden. Bei Nordlage des Zimmers statt gebuchter Südlage winken sogar bis zu 30 Prozent Nachlass pro Reisetag. Gibt es vor Ort keinen Ansprechpartner, wie einen Reiseleiter, kann der Reiseveranstalter in Deutschland telefonisch informiert werden.

Von Hannah Kapfenberger

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