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Offiziell äußerte sich die GDL zunächst nicht zum Streikbeginn. (Im Bild: GDL-Chef Claus Weselsky)

Termin für Streik

Lokführer lassen Bahnreisende weiter zappeln

Die Lokführergewerkschaft GDL hat Pendler und andere Bahnreisende mit Details zu ihrem bevorstehenden Streik weiter im Ungewissen gelassen.

Update: Am späten Montagnachmittag hat die Gewerkschaft der Lokführer angekündigt, dass ab Dienstag, 21. April, der Güterverkehr und ab Mittwoch, 22. April, der Personenverkehr bestreikt wird.

Wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtete, wollte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montagabend mitteilen, wann und wo sie in dieser Woche den Bahnverkehr lahmlegen will. Die Deutsche Bahn forderte die Gewerkschaft derweil noch einmal auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Offiziell äußerte sich die GDL zunächst nicht zum Streikbeginn. Sie hat ihre Mitglieder in dem seit zehn Monaten schwelenden Tarifstreit bereits sechs Mal zu einem Ausstand aufgerufen - zuletzt Anfang November. Einzelheiten zu den Arbeitsniederlegungen gibt die Gewerkschaft nach eigenen Angaben "rechtzeitig" bekannt, häufig mit einem Vorlauf von etwa 24 Stunden. Sollte ein Termin am Montagabend genannt werden, ist mit Beeinträchtigungen im Zugverkehr ab Dienstagabend zu rechnen.

Offenbar insbesondere Güterverkehr betroffen

Der geplante Streik trifft womöglich vorrangig den Güterverkehr. "Wir werden sicherlich mehr den Güterverkehr in den Fokus nehmen, aber es bleibt nicht aus und ist nicht zu vermeiden, dass wir auch im Personenverkehr die Streiks durchführen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Montag im Bayerischen Rundfunk. Die Lokführer seien es leid, "von ihrem eigenen Arbeitgeber, vom Management hier veralbert zu werden".

Weselsky warf der Deutschen Bahn erneut vor, nicht wirklich zu verhandeln. Seit Ende Februar seien zwischen beiden Seiten keine Zwischenergebnisse mehr fixiert worden. Deshalb habe die GDL dem Unternehmen im Vorfeld der Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche deutlich gemacht, "dass wir verhandeln, um Ergebnisse zu erzielen". Die Bahn habe dennoch keinen Zwischenstand festhalten wollen.

"Wir verstehen nicht, warum die GDL den bislang gemeinsam erreichten Zwischenstand zum Flächentarifvertrag nicht festhalten will", betonte dagegen eine Bahn-Sprecherin. Wenn dies passiere, könnten beide Seiten am nächsten Montag "wie geplant" über die Angebote zu höheren Löhnen und weniger Belastung reden.

"Wir wollen zu Ende kommen"

Die Bahn-Sprecherin wies den Vorwurf einer Verzögerungstaktik zurück. "Wir wollen zu Ende kommen", bekräftigte sie. Eine "faire Lösung" sei aber ausschließlich am Verhandlungstisch zu erreichen. "Streik ist hier kein taugliches Mittel."

Die GDL hatte am Freitagabend die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn ein weiteres Mal für gescheitert erklärt - nach Angaben des Konzerns "einen Meter vor der Ziellinie". Die Gewerkschaft drohte daraufhin mit Streik, einen entsprechenden Beschluss fasste der Vorstand am Sonntag.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte das Verhalten der GDL in dem Tarifstreit. "Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum die GDL die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. Seine Organisation sei weiterhin der Ansicht, dass eine Tarifgemeinschaft mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) "die beste Lösung" wäre.

Die Deutsche Bahn verhandelt derzeit parallel mit der EVG und der GDL, da sich beide Gewerkschaften nicht auf Spielregeln für ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten. Beide Gewerkschaften wollen Tarifabschlüsse für alle ihre Mitglieder erreichen. Der Konzern will dabei jedoch unterschiedliche Ergebnisse für ein und dieselbe Berufsgruppe verhindern.

AFP

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