Strenger Sparkurs

Lufthansa streicht Berlin-Flüge

Berlin - Deutschlands größte Fluggesellschaft verfolgt einen strengen Sparkurs. Die Lufthansa streicht im Sommerflugplan einen Teil ihrer Berlin-Verbindungen.

 „Die Buchungen sind unter den Erwartungen geblieben“, sagte Sprecher Wolfgang Weber am Freitag. Auch Strecken, die die Airline im vergangenen Sommer für den geplanten neuen Hauptstadtflughafen neu angeboten hatte, fallen weg. Deutschlands größte Fluggesellschaft verfolgt einen strengen Sparkurs. In Berlin spiele auch die Überlastung des Flughafens Tegel eine Rolle, sagte Weber. Unterdessen schwelt der Streit über den geplanten Beratervertrag für den früheren Frankfurter Flughafenchef Wilhelm Bender am neuen Hauptstadtflughafen weiter. Eine Lösung bringt vielleicht ein Spitzentreffen am Montag.

Nach Informationen der RBB-„Abendschau“ hat der Ex-Fraport-Chef für seine Dienste einen Tagessatz von rund 4000 Euro ausgehandelt - einschließlich Reisekosten und Spesen. Der 68-Jährige soll mindestens zwei Tage pro Woche Technikchef Horst Amann mit seinem Rat zur Seite stehen. Pro Jahr ergäben sich damit Bezüge von mehr als 400 000 Euro für die Teilzeittätigkeit. Der gefeuerte Flughafenchef Rainer Schwarz hatte 2011 laut Geschäftsbericht 555 000 Euro verdient - für eine Vollzeittätigkeit als Sprecher der Geschäftsführung.

Benders Vorstellung als neuer Berater war am Mittwoch kurzfristig abgesagt worden. Berlin war an dem Termin nicht beteiligt worden. Nun kommt die Personalie auf die Tagesordnung des Präsidialausschusses des Flughafen-Aufsichtsrats, der nach dpa-Informationen an diesem Montag zusammentritt. Mitglieder sind der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU). „Offene Fragen müssen in den Gremien besprochen werden“, sagte Senatssprecher Richard Meng am Freitag. „Es wäre schön, wenn wir Herrn Bender verpflichten könnten.“

Bei Streik: Ihre Rechte als Passagier

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Die Lufthansa hatte im vergangenen Sommer in Berlin den größten Angebotsausbau vollzogen, den der Konzern je an einem Flughafen in Angriff genommen hatte. Zahlreiche neue Direktverbindungen kamen in den Flugplan. Von 49 bleiben nun 43, wie der „Tagesspiegel“ (Freitag) berichtete. Flüge von und nach Budapest, Manchester und Lyon werden gestrichen. Amsterdam kommt doch nicht auf den Flugplan. Weniger Verbindungen als im vergangenen Sommer gibt es nach Düsseldorf, Köln, Nürnberg und Stuttgart sowie Mailand, Paris, Genf, Moskau und Stockholm. 2 der 15 stationierten Maschinen verlassen Tegel.

Die Lufthansa hatte auch auf mehr Geschäftskunden in Berlin gehofft. Nun kommen neue touristische Flüge ins Angebot, sagte Weber: Antalya, Ibiza, Menorca, Faro. „Für uns ist Berlin weiterhin ein wichtiger Markt, aber wir fliegen nicht mit leeren Röhren durch die Gegend.“ Ein Flughafensprecher begrüßte das Bekenntnis der Lufthansa zu Berlin. Anpassungen der Flugpläne seien üblich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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