Dutzende Flüge gestrichen

Computerpanne: Chaos im Luftraum über London

London - Eine Computer-Panne bei der Überwachung des britischen Luftraums hat am Freitag zur Absage Dutzender Flüge und zu einem Chaos am weltweit verkehrsreichsten Luftfahrtstandort London geführt.

Tausende Passagiere konnten entweder überhaupt nicht fliegen oder mussten Verspätungen in Kauf nehmen. Allein am größten europäischen Flughafen Heathrow wurden bis zum späten Nachmittag 50 Flüge gestrichen. Hunderte Flugzeuge konnten nur mit teils stundenlangen Verspätungen landen. Einige Flugzeuge, die in London landen sollten, wurden nach Paris umgeleitet. Auch einige Verbindungen in Deutschland waren betroffen.

Neben Heathrow hatten auch die anderen Londoner Flughäfen Gatwick, Stansted, Luton, London-City und Southend Probleme. An anderen britischen Flughäfen, etwa im schottischen Edinburgh, im nordirischen Belfast und im nordenglischen Newcastle kam es ebenfalls zu erheblichen Behinderungen und deutlichen Verspätungen.

Britische Luftfahrtexperten erwarten, dass die Probleme sich bis ins Wochenende hinein erstrecken könnten. Wenn Flugzeuge nicht rechtzeitig an ihren geplanten Standorten ankommen, geraten die maximalen Einsatzzeiten von Piloten und Crews durcheinander. Flugzeuge und Personal stehen am nächsten Tag nicht am richtigen Ort zu Verfügung. Auf diese Weise können langwierige Beeinträchtigungen der Flugpläne die Folge sein.

Ausgelöst wurde das Problem durch einen Computerausfall im Kontrollzentrum Swanwick, wie die Betreibergesellschaft NATS mitteilte. Daraufhin wurde der Luftraum über London zunächst komplett gesperrt. Wenig später hieß es, der Luftraum sei wieder geöffnet, der Verkehr unterliege aber strengen Auflagen.

Auf dem zweitgrößten britischen Flughafen Gatwick stauten sich nach Augenzeugenberichten von Passagieren bis zu 40 abflugbereite Flugzeuge. Die Fluggäste mussten zum Teil mehrere Stunden in den Maschinen ausharren, bis ihr Flugzeug starten konnte.

Unklar war zunächst, was genau den Computerfehler in dem 2002 eröffneten Kontrollzentrum ausgelöst hat. Der schottische Computer-Professor Ian Allison sagte, es müsse ein sehr großes Problem gewesen sein, das nicht nur das Hauptsystem, sondern auch die Notfall-Systeme außer Betrieb gesetzt habe.

Ein Systemausfall in Swanwick hatte bereits im vergangenen Dezember zu Problemen im vorweihnachtlichen Flugverkehr geführt. Der britische Verkehrsminister Patrick McLoughlin verlangte ein Erklärung von der Betreibergesellschaft NATS. „Unterbrechungen dieses Ausmaßes sind schlicht nicht akzeptabel“, sagte er.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unerwarteter Passagier: Frau bekommt ihr Baby im Flieger
Auf der Passagierliste eines Lufthansa-Fluges sind 191 Reisende vermerkt, doch bei der Landung sind 192 Menschen an Bord: Eine Frau hat an Bord ein Baby bekommen.
Unerwarteter Passagier: Frau bekommt ihr Baby im Flieger
Neuer Wolfsweg an der Schweizer Grenze
Der Wolf war in Deutschland lange Zeit abwesend. Nun ist er zurückgekehrt. Wie er aus dem Ausland nach Deutschland kommt, können Urlauber jetzt auf einem Wanderweg …
Neuer Wolfsweg an der Schweizer Grenze
Peinlich: Das passiert, wenn Sie als "Herr Müller" einchecken
Müller, Schmidt oder Schneider: Diese Nachnamen gibt es wie Sand am Meer. Doch wer ihn hat, kann beim Check-in im Hotel eine böse Überraschung erleben.
Peinlich: Das passiert, wenn Sie als "Herr Müller" einchecken
Dauerregen: Geld zurück bei Bahnverspätungen
Der scheinbar endlose Regen bremst den Bahnverkehr aus. Es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen. Betroffene Fahrgäste können in so einem Fall ihre Rechte geltend …
Dauerregen: Geld zurück bei Bahnverspätungen

Kommentare