+
Hauke und Anja in Nepal.

"Felsbrocken so groß wie Häuser"

Münchner Biker-Pärchen erlebte Erdbeben in Nepal

  • schließen

Anja und Hauke Glässing sind per Motorrad unterwegs um die halbe Welt nach München. In Nepal bekamen Sie das Ausmaß des Erdbebens hautnah mit. Ein Tourbericht.

Seit Februar sind die beiden unterwegs von Singapur nach München. Wenn Anja und Hauke im Spätsommer wieder zu Hause sind, gibt es mit Sicherheit viel zu erzählen. Immerhin haben sie dann 23.000 Kilometer zurückgelegt, auf einer Strecke von Südost- und Zentralasien über den Mittleren Osten nach Bayern.

Das Erdbeben in Nepal war für Anja und Hauke ein einschneidendes Erlebnis, über welches sie hier exklusiv berichten.

Auszug aus dem Tour-Tagebuch:

"Wir standen gerade am Immigration Schalter auf der chinesischen Seite der Grenze, als die Erde anfing zu beben. Alles fing an zu wackeln, und jemand neben uns schrie "an earthquake!" - wir sind alle rausgerannt, aber wussten nicht so richtig wohin, da um uns herum im ganzen Tal Steine herunterfielen, und auf der anderen Seite der Schlucht auf der nepalesischen Seite Erdrutsche kamen. Es sah zunächst aus wie Rauch, aber das war der Staub, der bei den Steinschlägen aufgewirbelt wurde. Wir haben dann versucht einen sicheren Ort zu finden, aber das war kaum möglich, da die Grenzstation in einer engen Schlucht liegt."

Hi everybody, just a quick message for those who wondered: we are ok, although we were in the middle of the earthquake in Nepal. Scary experience, we could have done without it..

Posted by Singa to Minga on Samstag, 25. April 2015

 

"Von dem Grenzgebäude, in dem wir kurz vorher unsere Ausreise-Stempel erhalten hatten, war nicht mehr viel zu sehen. Die Leute auf der Straße beteten, und niemand wusste eigentlich so richtig wohin. Das chinesische Militär hat auf einem Hubschrauberlandeplatz dann einen Sammelpunkt eingerichtet, der später unser Lager für 5 Tage werden sollte. Für uns persönlich war eigentlich die erste Nacht am schlimmsten."

Back to civilization! (English version below)Liebe Freunde,Vielen Dank für all Eure Nachrichten! Es war eine sehr...

Posted by Singa to Minga on Sonntag, 3. Mai 2015

 

"Wir hatten auf dem Landeplatz unser Zelt aufgeschlagen was uns ziemlich luxuriös vorkam, denn so hatten wir etwas "Privatsphäre" und mussten uns nicht in eins der Militärzelte quetschen, oder in einem Bus schlafen. Aber an Schlaf war nicht zu denken, da ständig erneute Steinschläge und Nachbeben kamen. Das chinesische Militär hat Wache gehalten und bei Gefahr durch Trillerpfeife Alarm gegeben, bei dem wir jedes Mal aus dem erschöpften Schlaf gerissen wurden und hektisch aus unserem Zelt flohen. Das Geräusch der Trillerpfeife, der Steinschläge, und des Grollens beim Beben wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Schlimm war, dass man nachts zwar die herunterfallenden Steinbrocken hört, aber nicht sehen kann wo sie aufkommen. Letztendlich ist nichts passiert, aber Angst hat es uns trotzdem gemacht."

Yeeeeeeeeaaaahhhh :-)Weiter geht's!!!We're on the road again!!!

Posted by Singa to Minga on Samstag, 9. Mai 2015

 

"Es war ungewiss, wie lange wir in dem Militärcamp bleiben sollten, da die Straße nach Tibet durch Erdrutsche blockiert war. Ein Zurück nach Nepal war unmöglich, dort war die Situation noch viel schlimmer. Jeden Tag hieß es "maybe tomorrow you can go", aber konkrete Informationen gab es nicht. Nach 5 Tagen im Camp sind wir recht plötzlich evakuiert worden. Wir sollten uns beeilen und konnten nur das Wichtigste mitnehmen."

Nepal – India „light“ at the foot of the Himalayas(German version below)After all the horrible news of the last...

Posted by Singa to Minga on Mittwoch, 13. Mai 2015

 

"Ein paar Soldaten haben uns "Verbliebenen" (ungefähr 30 Leute) über die Bergstraße in das nächstgelegene Dorf Zhanghmu begleitet. Hier sind wir an Auto-großen Felsbrocken auf der Straße vorbeigelaufen, und mussten einmal querfeldein den Berg hoch, da die Straße komplett durch einen Erdrutsch blockiert war, hieß es. Im Dorf angekommen, haben wir das Ausmaß der Zerstörung dann erst richtig wahrgenommen. Die Aufräumarbeiten waren im Gange, aber es waren ganze Häuser von riesigen Felsbrocken zerstört. Ein Felsbrocken war so groß wie das Haus selbst."

Um die Welt für einen guten Zweck

Auf ihrem Trip besuchten Anja und Hauke Glässing zwei SOS Kinderdörfer - in Bangkok (Thailand) und Kathmandu (Nepal). Fast 2000 Euro an Spendengelder konnten sie dort überreichen. Das Geld hatten sie im Vorfeld der Tour gesammelt. Momentan sind die beiden in Buchara, Usbekistan. Als nächstes geht es über die Grenze nach Turkmenistan. Danach durchqueren sie den Iran und die Türkei, und abschließend geht es über den Balkan zurück nach Hause.

Oleole, München wir kommen!! Alle Visas fertig..____All the Visas are done - Munich, we're coming home!!

Posted by Singa to Minga on Freitag, 12. Juni 2015

mil

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das ist der abgelegenste Ort der ganzen Welt
Wer einmal richtig allein sein möchte, der sollte an diesen Ort reisen: Point Nemo im Pazifischen Ozean ist der einsamste und abgelegenste Ort der ganzen Welt.
Das ist der abgelegenste Ort der ganzen Welt
Hurrikan "Maria": Veranstalter bieten kostenloses Stornieren
Karibik-Urlauber haben es derzeit nicht leicht: Das Wetter durchkreuzt ihre Reisepläne. Nach "Irma" wütet nun der nächste Wirbelsturm: "Maria". Einige Reiseveranstalter …
Hurrikan "Maria": Veranstalter bieten kostenloses Stornieren
Darf ich im Hotelzimmer eigentlich Gäste empfangen?
In erster Linie schläft ein Gast im Hotelzimmer. Manchmal lädt er aber Bekannte und Freunde dorthin ein. Oder trifft Geschäftspartner. Aber ist das erlaubt?
Darf ich im Hotelzimmer eigentlich Gäste empfangen?
Reise-Rätsel: Wie lange muss der Mann vom Bahnhof laufen?
Eine Frau holt jeden Abend pünktlich um 19 Uhr ihren Mann vom Bahnhof ab, wenn er von der Arbeit kommt. Doch diesen Abend läuft etwas anders als geplant.
Reise-Rätsel: Wie lange muss der Mann vom Bahnhof laufen?

Kommentare