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Droht dem Unternehmen Airberlin Insolvenz?

Drohende Insolvenz

Müssen sich Airberlin-Kunden Sorgen um ihre Tickets machen?

Kunden der Fluggesellschaft Airberlin könnten sich aktuell Sorgen um ihre Tickets und Flüge machen. Doch was ist dran - droht dem Unternehmen die Insolvenz?

"Selbstverständlich sind die Flüge bei uns sicher und Reisende können beruhigt bei uns buchen", sagte Airberlin-Sprecherin Theresa Krohn am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Das Unternehmen habe seine "operativen Probleme in den Griff bekommen". Eine Insolvenz ist Krohn zufolge "kein Thema" für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft.

"Ausreichend liquide Mittel"

Airberlin verfüge über "ausreichend liquide Mittel" und habe mit Etihad einen "verlässlichen Partner, der uns bis Oktober 2018 seine Unterstützung zugesagt hat", erklärte Krohn. Die arabische Airline ist mit einem Anteil von 29,2 Prozent der größte Einzelaktionär der Airline, will diese Beteiligung Medienberichten zufolge aber loswerden. Als möglicher Interessent gilt die Lufthansa als größte deutsche Airline. Am Mittwoch hielt Airberlin in London seine Hauptversammlung ab.

Die Airline steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Vergangene Woche stellte die Fluggesellschaft bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages.

Auch der Bund prüft eine Beteiligung. Maßgeblich dafür sei ein "tragfähiges Zukunftskonzept", betonte eine Sprecherin am Mittwoch. Ein gleichzeitig gestellter Insolvenzantrag von Airberlin würde den Bürgschaftsantrag "rein rechtlich" nicht ausschließen, fügte sie hinzu.

FDP-Chef Christian Lindner erteilte einer möglichen Bürgschaft gegenüber dem "Handelsblatt" eine Absage. Mit TUI und Lufthansa stünden "Optionen ohne den Staat im Raum, die im Interesse von Beschäftigten und Kunden wären", sagte Lindner der Zeitung vom Mittwoch. Zuvor hatte sich bereits der Wirtschaftsrat der CDU gegen Staatshilfen für die hochverschuldete Fluggesellschaft ausgesprochen.

Lindner, der in Nordrhein-Westfalen derzeit mit der CDU Koalitionsverhandlungen führt, kritisierte, dass der Airberlin-Großaktionär Etihad "offenbar seine Schulden auf die deutschen Steuerzahler abwälzen" wolle.

Auch interessant: Diesen Fehler nach der Flugbuchung macht fast jeder (Merkur.de berichtete).

Millionen-Verlust

2011 vereinbarte die arabische Airline mit Airberlin eine strategische Partnerschaft und unterstützt das Unternehmen seitdem immer wieder finanziell. Doch bislang hat sich das krisengeschüttelte Unternehmen nicht erholt - trotz einer im vergangenen Jahr eingeleiteten Kurswende in der Unternehmensführung. 2016 verzeichnete Airberlin einen Verlust von knapp 782 Millionen Euro.

Die Fluggesellschaft muss sich Medienberichten zufolge außerdem auf Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe einstellen. Airberlin bestätigte AFP, dass es in den vergangenen Monaten ein erhöhtes Beschwerdeaufkommen gegeben habe. Angaben zum Umfang der bereits gezahlten Entschädigungen wollte die Airline nicht machen. Airberlin werde aber "alle berechtigten Ansprüche seiner Kunden erfüllen", sagte Unternehmenssprecherin Krohn.

EU-Fluggastrechteverordnung

Diese Ansprüche sind über die EU-Fluggastrechteverordnung geregelt. Beim kurzfristigen Ausfall von Flügen oder bei großen Verspätungen ab zwei Stunden haben Fluggäste nicht nur Anspruch auf eine Erstattung des Ticketpreises oder einen Ersatzflug, sondern auch auf eine Schadenersatzpauschale.

Airberlin rät Kunden, sich bei Entschädigungsansprüchen direkt beim Unternehmen zu melden, über ein Onlineformular auf der Internetseite. Die Airline bietet ihren Kunden außerdem eine Alternative zu der von der EU vorgeschriebenen Pauschale an. Entscheiden sich Reisende für Fluggutscheine des Unternehmens, erhalten sie einen im Wert höheren Ausgleich, "bei einer Kompensation von 250 Euro etwa einen Gutschein in Höhe von 350 Euro".

Die Airberlin-Sprecherin riet Reisenden gleichzeitig davon ab, Klageportale mit der Abwicklung von Ausgleichszahlungen zu beauftragen. Fluggastrechte-Portale steckten "bis zu 30 Prozent der Kompensation selbst ein", sagte Krohn.

Auch interessant: Der Rapper Bushido regte sich erst kürzlich über die Fluglinie Airberlin auf. Auch Passagiere hatten eine Auseinandersetzung mit der Crew, da ein Loch im Flugzeug war.

AFP

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