Buchungen gehen zurück

Terror: Touristen meiden Deutschland

München – Stornierte Hotelzimmer, ausbleibende Großbuchungen, Reisewarnung: Der Tourismus-Standort Deutschland leidet unter den jüngsten Terroranschlägen.

Die Lufthansa berichtet von Buchungsproblemen vor allem bei Fernreisen nach Deutschland. Mehrere Experten rechnen mit einer spürbaren Delle in diesem Jahr.

Die Lufthansa räumte ein, kaum einschätzen zu können, wie viele Menschen kurzfristig noch Tickets kaufen. Es fehlten viele Gruppenbuchungen aus Asien und den USA, sagte Finanzchefin Simone Menne. Hongkong hatte nach dem Anschlag in einem Zug nahe Würzburg eine Reisewarnung herausgegeben. Bei dem Attentat war eine Familie aus dem Stadtstaat verletzt worden.

Auch in Hotels bleiben Buchungen aus. „Gerade in Hinblick auf ausländische Buchungen spüren wir aktuell durchaus ein zögerliches Buchungsverhalten“, sagte der Hotelmanager des The Westin Grand Hotels in Frankfurt, Michael Fritz. Für Aufsehen sorgte zudem eine Stornierung der US-Sängerin Rihanna, die am Sonntag im Münchner Olympiastadion auftritt. Sie sagte ihre Buchung im Hotel „Bayerischer Hof“ ab. Der Weltstar reist nun offenbar kurz nach dem Konzert wieder ab. Dahinter wurden Bedenken wegen der Anschläge vermutet.

Aigner: Gerade Tourismus ein volatiles Geschäft

Der Münchner Tourismusforscher Jürgen Schmude rechnet mit einer Delle im deutschen Ferienmarkt. „Insbesondere bei den außereuropäischen Touristen werden wir das merken“, sagte Schmude unserer Zeitung. Die Erfahrung zeige, dass die Zahl der ausbleibenden Touristen aus weiter entfernten Ländern größer sei als aus Nachbarländern. Sollte es weitere Anschläge geben, werde sich der Einbruch verschärfen.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte, dass gerade der Tourismus ein volatiles Geschäft sei. Zahlen gebe es dazu noch nicht. Aigner warnte davor, mit Hysterie und Falschmeldungen die Lage zu verschärfen.  

thu/cd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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