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Lange Schlangen an den Schleusen - die Geduld der Fluggäste wird auf eine harte Probe gestellt.

Mehr als 100 Verbindungen gestrichen

Flughafen-Streik trifft Tausende Passagiere

Düsseldorf - Tag zwei der Streiks an den beiden großen Flughäfen in NRW: Wieder kommt es in Düsseldorf und Köln/Bonn zu zahlreichen Flugausfällen. Ein Durchbruch in dem Tarifstreit ist nicht in Sicht.

Der Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn hat auch am Freitag den Luftverkehr massiv gestört und Tausende Passagiere getroffen. In Düsseldorf fielen bereits am Vormittag mehr als 100 Flüge aus, in Köln/Bonn waren es knapp 30 Flüge. Dort war nur eine von 14 Sicherheitsschleusen geöffnet. In Düsseldorf waren von 42 Schleusen wechselnd zwischen 6 und 9 Schleusen geöffnet.

Bei Streik: Ihre Rechte als Passagier

Bei Streik: Ihre Rechte als Passagier

Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, den Streik bis Mitternacht zu verlängern. Ursprünglich wollten die Kontrolleure um 22.00 Uhr in Düsseldorf und um 20.00 Uhr in Köln/Bonn die Arbeit wieder aufnehmen.

Am Freitagmorgen beteiligten sich erneut 200 Mitarbeiter an den Aktionen, sagte die Fachbereichsleiterin der Gewerkschaft Verdi, Andrea Becker.

Der Streik hat auch Auswirkungen auf andere deutsche Airports. So wurden in Berlin-Tegel 18 Flüge gestrichen. Verdi will mit dem Streik Lohnaufschläge von 30 Prozent für die Sicherheitsbranche durchsetzen und sie „aus dem Niedriglohnsektor herausholen“. Die Gewerkschaft droht auch mit unbefristeten Streiks.

Flughäfen in Deutschland

Flughäfen in Deutschland

Zudem werde überlegt, den Arbeitskampf Anfang nächster Woche auf das gesamte Sicherheitsgewerbe auszuweiten. „Da könnten auch sensible Bereiche wie die Bahnhöfe und der Objektschutz betroffen sein“, hieß es bei Verdi. In der Bewachungsbranche arbeiten allein in Nordrhein-Westfalen 34 000 Menschen.

Gespannt blicken die Tarifparteien nach Hamburg, wo Verdi am Freitag vor den Verhandlungen Chancen auf eine Einigung sah. Die Gewerkschaft fordert dort einen Stundenlohn von 14,50 Euro für die betroffenen 600 Beschäftigten, die Arbeitgeberseite hatte zunächst 12,50 Euro angeboten. In Nordrhein-Westfalen liegt das Angebot der Arbeitgeber für die Flughäfen bei 13,50 Euro Stundenlohn, die Gewerkschaft fordert 16 Euro.

Der Flughafenverband ADV sprach von einer „großen Rücksichtslosigkeit“. Auch am Freitag würden wieder Zehntausende Passagiere betroffen sein. Der Flughafenverband forderte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zum Handeln auf: „Wenn ein privater Dienstleister hoheitlich übertragene Aufgaben nicht mehr ausüben kann, muss der Staat seiner Sicherungspflicht auf anderem Wege nachkommen“, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Die Arbeitgeber - der Bundesverband des Sicherheitsgewerbes - forderte den Gesetzgeber auf, das Streikrecht zu ändern. Die Lohnforderungen seien nicht finanzierbar. Verdi habe für die Fluggastkontrolleure eine angebotene Tariferhöhung von über 9 Prozent ausgeschlagen.

Auf den Flughäfen in Deutschland, auf denen die Bundespolizei die Passagier- und Gepäckkontrollen wahrnimmt, werden rund 6300 Mitarbeiter privater Sicherheits-Dienstleister eingesetzt. In jedem Bundesland gelten eigene Tarife.

dpa

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