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Bedrohte Ruinenstadt: Weil der Staat spart, können die Reste von Pompeji nicht sachgerecht restauriert werden.

Der neue Untergang von Pompeji

Droht Pompeji ein erneuter Untergang? Die Ruinenstadt bei Neapel, die im Jahr 79 von der Asche des Vesuv begraben wurde, verfällt, weil offenbar zu wenig Geld für die Instandhaltung da ist. Jetzt ist das erste marode Gebäude eingestürzt.

Der zweite Untergang: Das Gebäude der Gladiatoren ist im November wegen Wasser eingestürzt.

Früher trainierten hier Gladiatoren vor ihrem Auftritt im Amphitheater, jetzt ist nur noch ein Haufen Steine übrig. Nach heftigen Regenfällen am Golf von Neapel stürzten am vergangenen Wochenende die Mauern des „Domus dei Gladiatori“ ein, des Gladiatorenhauses, in dem sich einst die Athleten auf ihre Kämpfe vorbereiteten und ihre Waffen lagerten. Ist dieser Einsturz der Anfang des endgültigen Untergangs der Ruinenstadt?

Nach dem Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach Christus lag die Stadt am Golf von Neapel rund 1500 Jahre unter bis zu sechs Metern Asche und erkalteter Lava begraben. Eine einzigartige Konservierung, die dafür sorgte, dass der Moment der Katastrophe bis heute sichtbar geblieben ist. Die freigelegten Stätten sind nun den natürlichen klimatischen Einflüssen, der Umweltzerstörung und dem Massentourismus ausgesetzt. Mit rund 2,5 Millionen Besuchern pro Jahr ist Pompeji, das 1979 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Italiens.

Dennoch spart die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi an finanziellen Mitteln für den Erhalt – nicht nur in Pompeji, sondern auch beispielsweise am Kolosseum in Rom. Dieser Geiz bedroht die Kulturdenkmäler des Landes. „Eine Schande für Italien“ nannte Staatspräsident Giorgio Napolitano den jüngsten Vorfall. Mindestens 275 Millionen Euro sind nach Berechnungen des Vereins Phoenix

POMPEJI

Die Stadt in Kampanien am Golf von Neapel wurde vor knapp 3000 Jahren gegründet. 62 n. Chr. zerstörte ein Erdbeben die Stadt, 79 brach der Vesuv aus. Im 16. Jahrhundert wurden die Ruinen entdeckt.

Pompeji, der sich dem Erhalt der historischen Stadt verschrieben hat, alleine für die dringendsten Konservierungsarbeiten notwendig. Derzeit werden nach Angaben der italienischen Zeitung „Corriere della sera“ nur die notwendigsten Reparaturen durchgeführt und die nicht einmal sachgerecht, sondern stümperhaft mit Zement. Der italienische Kulturminister Sandro Bondi, der am vergangenen Sonntag gleich nach Pompeji geeilt war, warnte eindringlich vor weiteren Zerstörungen. Wenn dringend notwendige Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an den Gebäuden nicht schleunigst ausgeführt würden, könnten weitere historische Schätze das gleiche Schicksal erleiden wie das Gladiatorenhaus. Das wäre der endgültige k.o. für Pompeji.

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