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Skiurlaub in Österreich vor dem Aus? Corona-Lage sorgt für „enorme Stornowelle“

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Von: Franziska Kaindl

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Eine Mutter mit ihrem Kind am Weg zum Lift am Kitzsteinhorn Gletscherskigebiet.
Immer mehr Touristen sagen ihren Österreich-Urlaub ab. (Symbolbild) © Imago

Die Corona-Lage in Österreich spitzt sich immer weiter zu. Das gefährdet nun auch den Skitourismus, der eigentlich in der kommenden Saison wieder durchstarten sollte.

Noch vor kurzer Zeit sah es so aus, als könnte die Wintersaison in Österreich in diesem Jahr unter 3G-Regeln wieder stattfinden. Doch nun herrscht im deutschen Nachbarland der Lockdown für Ungeimpfte. Der Zutritt zu Seilbahnen, Hotels und Restaurants ist nur noch für Personen mit Impf- und Genesenennachweis zulässig. Die 7-Tage-Inzidenz erreicht fast jeden Tag neue Spitzenwerte. Aktuell liegt sie laut der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) bei 990,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern – und damit dreimal so hoch wie in Deutschland. Spitzenreiter ist dabei das Bundesland Salzburg mit einem Wert von 1.740,3. Hier und im benachbarten Oberösterreich gilt sogar ein Lockdown für alle. Doch für viele kommen diese Maßnahmen zu spät.

„Stornowelle“ bringt Skitourismus in Gefahr: Etwa jede zweite Buchung in Österreich abgesagt

Vor allem das Hotelgewerbe sehe sich derzeit „mit einer enormen Stornowelle und einem Stillstand bei den Neubuchungen“ konfrontiert, wie Susanne Kraus-Winkler von der Wirtschaftskammer Österreichs vom Spiegel zitiert wird. Nicht nur die strengen Regeln, sondern auch die Krankenhausauslastung dürfte für Verunsicherung unter Urlaubern sorgen. Laut AGES-Daten sind zum Beispiel in Salzburg 84 Prozent der Intensivbetten belegt. Eine Umfrage in einer Fokusgruppe durch die Hoteliervereinigung in den letzten beiden Wochen habe ergeben, dass in ganz Österreich ungefähr jede zweite Buchung storniert wurde. Laut Sprecher Martin Stanits sei damit „schon ein Ausmaß erreicht, mit dem man eigentlich nicht mehr arbeiten kann“. Unter anderem bei Geschäftsreisen wurden sogar bis zu 90 Prozent der Buchungen abgesagt.

Auch interessant: Skiurlaub in Deutschland, Österreich, Schweiz: Die aktuellen Corona-Regeln.

Tourismus in Österreich auf Gäste aus Deutschland angewiesen

Österreich gilt aus Sicht der Bundesregierung als Hochrisikogebiet. Dabei machen gerade Deutsche einen Großteil der Urlauber in Österreich aus: „2018/19, im letzten Winter, bevor Corona aufgetaucht ist, lag der Anteil der deutschen Nächtigungen bei 37 Prozent“, erklärt Stanits laut Spiegel. Im letzten Jahr verringerte sich die Anzahl der Übernachtungen von 72,9 Millionen auf 5,6 Millionen. Zum zweiten Mal könne dies die Branche kaum noch überstehen, so der Verbands-Mann.

Lesen Sie auch: Neue Corona-Regeln in ganz Deutschland: Was das für Urlaub und Tagesausflüge bedeutet.

Gerade aber im Salzburger Land und in Oberösterreich, wo ab Montag (22. November) der Lockdown für Alle kommen soll, steht die Skisaison vor dem Aus. Wer in diesen Gebieten einen Urlauber gebucht hat, könnte laut Auffassung der ADAC Juristen zumindest die Möglichkeit auf einen kostenlosen Rücktritt haben. Nach deutschem Recht sei dies dann möglich, wenn die gebuchten Leistungen aufgrund eines Lockdowns nicht mehr wie vertraglich vereinbart geleistet werden können. (fk)

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