Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

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Drunter und drüber: Auch auf Trauminseln wie den Malediven gibt es Probleme.

Paartherapie auf Maledivisch

Das Idyll liegt im Indischen Ozean. Die palmengesäumten Atolle der Malediven sind das Traumziel für Verliebte, Verlobte und Verheiratete...

Unter Wasser aber kämpft die Natur ums Überleben. Meeresbiologen wie Verena versuchen zu helfen – mit Paartherapie.

Es geht um Sex oder Nicht-Sex, und Verenas Augen leuchten. Die junge Frau deutet nach unten. „Sie können sich nichtsexuell fortpflanzen, durch Teilung, und einmal im Jahr sexuell, mit Larven.“ Die Korallen sind schemenhaft im klaren Wasser zu erkennen: dunkle Flecken im türkisblauen Meer. Flecken, die wie magisch bunte Fische anziehen. Flecken, die erschreckend selten geworden sind.

Menschen wie die Meeresbiologin Verena kämpfen um das Leben der Korallen in der Inselwelt der Malediven.

Stress, sagt Verena, das Problem sei dieser Stress auf den Malediven. Man kann es sich ja kaum vorstellen angesichts der entspannten Urlauber auf all den Atollen, aber unter Wasser, zehn Meter von den Strandvillen entfernt, ist es ungemütlich geworden. Die Korallen leiden, seit 1998 das Klimaphänomen El Niño die Wassertemperatur auf badewannenartige 30 Grad steigen ließ, seit der Tsunami 2004 über die flachen Atolle klatschte, seit Investoren die Stelzen für immer neue Wasservillen in den Boden rammen.

„Die Tiere sind sehr empfindlich gegenüber Stress“, sagt Verena, sie bleichen dann aus vor Aufregung und gehen ein. Genauer gesagt: Die farbgebenden Algen als Produzent der Nährstoffe verlassen die Symbiose mit den Korallen. Experten schätzen, dass 80 Prozent der Tiere in jenen Jahren starben.

Tiere – damit fängt es nämlich schon an, sagt die Meeresbiologin. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass Korallen Tiere sind! Und trampeln drauf herum.“ Muss mal jemand sagen, dass das kein Unterwasser-Unkraut ist.

Nicht, dass man sich den durchschnittlichen Malediven-Gast als Trampel vorzustellen hätte. Zwischen Male (Schnorcheln) und Malle (Eimersaufen) liegen kulturell Welten. Die Malediven sonnen sich in dem phänomenalen Ruf als Traum-Destination mit paradiesischen Stränden. Die nicht mal 100 Ressorts auf den 1200 Inseln im Indischen Ozean ziehen überwiegend Romantiker an, Ruhesuchende.

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Damit das so bleibt, hat im Paradies ein Kurswechsel eingesetzt. Die Sorge ums Idyll wächst. Spektakulär formiert sich das in der Angst, im Klimawandel abzusaufen. Wenn der Wasserspiegel steigt, sind die meisten Inseln weg. Der neue, junge maledivische Präsident alarmierte die Weltöffentlichkeit im Oktober 2009, als er eine Kabinettssitzung auf dem Meeresboden einberief. Botschaft: Achtung, wir versinken! Die Bilder gingen um die Welt.

Weniger spektakulär zeigt sich die Sorge in Verenas Arbeit. Die 24-Jährige von der Uni Wien ist angestellt, um die Korallen zu retten. Sie bepflanzt künstliche Riffe. „Tische“, sagt sie dazu. Also, „Dische“, denn sie ist ja Österreicherin. Die junge Biologin schnappt sich einen Schnorchel und taucht ab zu den langen, flachen Betonplatten unter Wasser. Ein Teil ist schon bevölkert.

Der Erfolg spricht sich im Tierreich schnell herum. Fische sammeln sich an den neuen Riffen, viele quietschbunt, manche getarnt als Tigerenten. Verena wüsste bestimmt den Fachbegriff, hat aber gerade den Schnorchel im Mund.

22 Tische gibt es bereits rund um das Luxushotel Coco Palm Bodu Hithi auf dem Nordmale-Atoll. Mittendrin auf dem Areal steht eine „coral nursery“, ein Korallenkindergarten, wo Verena die Tierchen großzieht und auf den Stress des Alltags vorbereitet.

Bei den Tourismus-Verantwortlichen stößt das Projekt auf großes Interesse. Riffe tot, Fische weg – es wäre ein Desaster für die Malediven, auch wirtschaftlich. Die Inseln sind vom Tourismus abhängig, die Branche bringt 80 Prozent vom Volkseinkommen. Hotel-Chef Mario Stanic steckte 20 000 Dollar in die Unterwasser-Tische. Abends steht er auf der Terrasse, schaut raus auf das im Mondlicht schillernde Meer und macht eine einfache Rechnung auf: „Je mehr Korallen, desto mehr Fische. Je mehr Fische, desto glücklicher die Touristen.“

Und glücklich sollten die Gäste schon sein, für jeden zweiten Besucher ist der Malediven-Besuch die Reise seines Lebens – die Hochzeitsreise. Zu diesem Idyll gehört die bunt schillernde Unterwasserwelt, die dunkelgrünen Palmen und das türkisfarbene Wasser. Auch wenn die frisch Verheirateten von Fortpflanzung durch Zellteilung sicher nichts wissen wollen.

Christian Deutschländer

DIE REISE-INFOS ZU DEN MALEDIVEN

REISEZIEL Die Malediven sind eine Inselkette im Indischen Ozean südwestlich von Indiens Süd-Zipfel. Die 1200 Inselchen, die meisten davon unbewohnt, verteilen sich auf 14 Großatolle. 250 000 Einwohner – fast ausschließlich sunnitische Muslime – wohnen auf den ringförmigen Korallenriffen.

REISEZEIT Im Sommer, und der dauert das ganze Jahr lang. Fast nie fällt die Temperatur nachts unter 23 Grad. Im April und Mai ist es tagsüber besonders heiß mit über 30 Grad. Der meiste Regen fällt von Mai bis Juni.

ANREISE Der einzige internationale Flughafen mit ständigen Verbindungen nach Europa ist derzeit die Piste in der Hauptstadt Male. Unter anderem fliegt Air Berlin regelmäßig von Deutschland aus direkt die Malediven an, etliche andere Airlines wie Emirates und Qatar über Umsteigeverbindungen. Günstiger sind zumeist die Paketangebote der Reiseveranstalter, die auch den Transfer per Boot oder Wasserflugzeug von Male zum Hotel beinhalten.

REISETYP Verliebte, Verlobte, Verheiratete. Die Malediven sind ein klassisches Ziel für Paare, weniger für Partylöwen. Damit die Paare morgens länger im Bett kuscheln können, gilt auf einigen Hotel-Inseln sogar eine einstündige Zeitverschiebung. Beliebt sind die Malediven auch bei Tauchern und Seglern.

WOHNEN Das Hotel Coco Palm Bodu Hithi auf einer Privatinsel im Nord Male Atoll gilt als eines der besten der Inselgruppe. zwischen den Palmen, am weißen Strand und auf Stelzen über dem Meer stehen 100 Villen und Suiten in vier Kategorien, teils mit privatem Pool, die exklusivsten Villen sogar mit Butler-Service. Wer direkt bucht (www.cocopalm.com), zahlt ab 550 Euro pro Nacht für eine Strandvilla inklusive Frühstück. Eine luxuriöse „Escape Water Residence“ liegt bei 1320 Euro.

ARRANGEMENTS Sieben Nächte im Coco Palm Bodu Hithi in der Strandvilla kosten beim Veranstalter EWTC inklusive Emirates-Flug und Bootstransfer ab 2179 Euro pro Person. Buchbar unter Tel. 0221/8011120 und www.

ewtc.de

. Auch TUI, Dertour, Airtours und Trauminsel Reisen haben das Hotel im Programm.

NOCH EINSAMER Das Hotel bietet einen Ausflug mit dem Wasserflugzeug auf die verlassene Privatinsel Embudhoo an. Nach einem romantischen Dinner am Strand verlässt das Personal die Insel und lässt die Gäste bis zum Morgen in einer rustikalen Hütte zurück. Das Abenteuer kostet 1800 Euro pro Paar. Vom nahen Schwesterhotel Coco Palm Dhuni Kolhu ist der Ausflug per per Speedboot mit 290 Euro weit günstiger.

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