+
Drei Tage, drei Pannen: Beim Langstreckenjet 787 „Dreamliner“ von Boeing melden Fluggesellschaften aus Japan in kurzer Zeit Brand-, Sprit- und Bremsprobleme.

Drei Pannen an drei Tagen

Bremsen-Defekt bei Boeings "Dreamliner"

Tokio - Die Pannenserie beim Langstreckenjet 787 „Dreamliner“ von Boeing geht am dritten Tag in Folge weiter. Nach Brand- und Spritproblemen waren es diesmal die Bremsen.

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) am Mittwoch einen Inlandsflug nach Tokio.

Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Nun solle dieser Computer ausgetauscht werden. Bereits am Montag war bei einem „Dreamliner“ von Japan Airlines ein Feuer ausgebrochen. Am Dienstag verlor ein weiteres Flugzeug der Gesellschaft am Boden Treibstoff.

Zu der jüngsten Pannenserie hält sich der US-Hersteller und Airbus-Rivale bislang bedeckt. Zusammen mit Luftaufsichtsbehörden und Fluggesellschaften wird nach den Ursachen geforscht. Gegen die 787 will Airbus mit seinem neuen Jet A350 antreten, der Jungfernflug soll nach Verzögerungen aber erst Mitte diesen Jahres erfolgen.

Die beiden Vorfälle von Japan Airlines spielten sich auf dem Flughafen von Boston in den USA ab. Der Grund des Spritverlusts blieb zunächst unklar. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte im Dezember vor möglicherweise undichten Treibstoffleitungen beim „Dreamliner“ gewarnt und angeordnet, dass die bislang ausgelieferten Maschinen auf falsch montierte Kupplungsstücke hin überprüft werden. Als Brandherd des Feuers vom Montag wird die Batterie einer Hilfsturbine im Bauch des Fliegers vermutet.

Nach dem Bremsproblem vom Mittwoch berichtete die ANA-Sprecherin von früheren Computerproblemen mit dem Flieger. All Nippon Airways war die erste Fluggesellschaft, die den „Dreamliner“ 2011 in Betrieb genommen hatte. Nach den anfänglichen Computerproblemen seien 2012 schließlich Software-Updates installiert worden, sagte die Sprecherin.

Die Strecke Boston - Tokio gehört zu den wenigen Routen, auf denen der „Dreamliner“ verkehrt. Bis Ende vergangenen Jahres hatte Boeing erst 49 Exemplare des Fliegers ausgeliefert, rund 800 weitere Maschinen sind bestellt.

Bei der Kontrolle der „Dreamliner“ von United Airlines ist nach Informationen des „Wall Street Journal“ bei einer Maschine eine falsche Verkabelung entdeckt worden genau an der Stelle, wo bei der Japan-Airlines-Maschine wohl das Feuer ausgebrochen war. Die Zeitung berief sich dabei am Dienstag auf eine Person, die mit der Überprüfung vertraut ist.

In der Entwicklung hatte der „Dreamliner“ große Probleme bereitet. In dem Modell werden großflächig leichte Verbundwerkstoffe verbaut, während herkömmliche Flugzeuge zu weiten Teilen aus Aluminium bestehen. Auch im laufenden Betrieb häuften sich die Pannen. Am Dienstag ging die Boeing-Aktie um 3 Prozent in den Keller, nachdem sie am Montag bereits 2 Prozent an Wert eingebüßt hatte.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Flug-Reise: Warum es sicherer ist, mit Handgepäck zu reisen
Handgepäck wird in der Regel von Passagieren mit ins Flugzeug genommen, Koffer dagegen müssen aufgegeben werden. Nicht selten werden diese von Airlines verloren.
Flug-Reise: Warum es sicherer ist, mit Handgepäck zu reisen
Neue Kreuzfahrtschiffe von Royal Caribbean und MSC
Die Reedereien bauen fleißig an Kreuzfahrtschiffen mit neuer Ausstattung: Auf der "Spectrum of the Seas" soll man zukünftig virtuelle Welten erkunden können. Die "MSC …
Neue Kreuzfahrtschiffe von Royal Caribbean und MSC
Ausnahmezustand auf Jamaika verlängert
Eine hohe Kriminalitätsrate macht der Karibikinsel Jamaika zu schaffen. In vielen Gegenden herrscht weiterhin Ausnahmezustand. Besonders Individualreisende sollten daher …
Ausnahmezustand auf Jamaika verlängert
"Verkaufen Sie Ihr Blut": So skurril gibt ein Reiseführer Tipps für den Urlaub
Durch Asien mit wenig Geld - kein Problem: Denn ein alter Reiseführer hält Tipps parat, wie man sich etwas dazuverdient - und diese sind mehr als merkwürdig.
"Verkaufen Sie Ihr Blut": So skurril gibt ein Reiseführer Tipps für den Urlaub

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.