+

Pollen-Auszeit

Urlaub von der Allergie

Die Augen jucken und tränen, die Nase läuft: Schuld daran sind Pollen – von denen ab März besonders viele fliegen. Kurz vor den Osterferien fragen sich daher so manche Allergiker: Wo gibt es eine Auszeit? Hier die besten Urlaubsziele.

Pollen machen vielen Menschen zu schaffen – und meist hört das im Urlaub nicht auf. Auch andere Allergien können auf Reisen lästig werden, zumal die wenigsten Hotels und Gaststätten auf Allergiker eingestellt sind. Dabei ist die Zahl der Menschen, die bei ihrer Urlaubs-Planung Allergien berücksichtigen muss, groß: „Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung leidet unter Allergien“, sagt auch Prof. Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung. Ein Urlaub, der Linderung bringen soll, muss daher gut geplant sein. Zwar gibt es nirgendwo eine „komplett allergenfreie Zone“ – selbst in den arabischen Wüsten fliegen Gräserpollen, und in der Antarktis hat man schon Katzenhaare gefunden. Aber: Es existieren durchaus Orte, an denen man vor Pollen weitgehend sicher ist. Ein Überblick:

Heilklimatische Kurorte hierzulande

Für Pollenallergiker gilt: „Wer seine Allergie auslösenden Pollen kennt, kann abhängig von der Blütezeit, von landschaftlichen und klimatischen Verhältnissen die Regionen wählen, in denen diese Pollen noch nicht, nicht mehr oder überhaupt nie fliegen“, heißt es bei der Stiftung „Deutscher Polleninformationsdienst“. Menschen, die auf Hausstaub oder Tierhaare allergisch reagieren, müssen indes das ganze Jahr über auf der Hut sein.

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung hat heilklimatische Kurorte zertifiziert, in denen Hotels, Restaurants, Bäckereien und andere Dienstleister auf Allergiker eingestellt sind. Die allergikerfreundlichen Kommunen werden durch den Deutschen Heilbäderverband in Kooperation mit den Kur- und Tourismusverwaltungen ausgezeichnet. Dazu gehören derzeit das Ostseebad Baabe auf Rügen, die ostfriesische Insel Borkum, das Schmallenberger Sauerland mit der Ferienregion Eslohe und Bad Salzuflen, das Ferienland Schwarzwald sowie Bad Hindelang und Oberstdorf im Allgäu. Hier wird zum Beispiel mit speziellen Filtern Staub gesaugt, und in den gastronomischen Betrieben gibt es allergenarme Speisen. Auch auf spezielle Diäten stellt man sich ein. Noch im Laufe des Jahres sollen Freudenstadt im Schwarzwald und Schwangau im Ostallgäu zertifiziert werden. Auch außerhalb Deutschlands hat die Stiftung Einrichtungen als allergikerfreundlich ausgezeichnet.

Hochgebirge ab 2000 Metern

Abgesehen davon können Allergiker vor allem im Hochgebirge ab 2000 Metern Aufatmen – das gilt auch für diejenigen, die nicht wissen, welcher der vielen Allergieauslöser ihnen zu schaffen macht. In den Hochalpen eignen sich zum Beispiel Galtür, Obergurgl, Serfaus, Obertauern, St. Moritz, Alta Badia und andere Dolomitenregionen als „Pollenfluchtorte“. Die Alpen haben außerdem mit etwa zwei Wochen eine sehr kurze, aber intensive Gräserblüte, so dass ab Juli die Luft auch in Höhen ab 1400 Meter vergleichsweise rein ist.

Hausstauballergiker profitieren ebenfalls von einem Aufenthalt in höheren Lagen, denn ab 1500 Metern über dem Meer nimmt die Zahl der Milben ab – ab 1800 Metern ist die Luft quasi milbenfrei.

Nordseeküste und Atlantik

Auch Seewind bringt Heuschnupfengeplagten Linderung. Küsten in nordwestlicher Ausrichtung und mit viel Nordwestwind, etwa die Nordseeküste oder die Atlantikküsten in Frankreich, Spanien und Portugal, sind gute Urlaubsziele für Allergiker. Die Ostsee kann ebenfalls mit allergenarmer Seeluft punkten. Und auch Kreuzfahrer und Besucher von Hochseeinseln können ganzjährig aufatmen. Das gilt aber nur bedingt für Madeira – denn dort fliegen Blütenpollen.

Kanarische Inseln im Zentralatlantik

Wer allergisch auf Gräser und Getreide reagiert, sollte nicht zwischen April und Juni in Mittelmeerländer oder zwischen Juni und Juli nach Nordeuropa reisen! Birkenpollenallergiker finden in Südwesteuropa, dem südwestlichen Mittelmeer und auf den Kanarischen Inseln gute Bedingungen – sollten jedoch Skandinavien mit seinen vielen Birken bis in den Sommer hinein meiden. Urlauber, die auf Beifuß allergisch reagieren, machen möglichst im Juli einen Bogen um Südeuropa, im August um Mitteleuropa. Richtung Westen und Norden fliegen dagegen deutlich weniger Kräuterpollen.

Hausstaub- und Tierhaar-Allergiker sollten feuchtwarmes Klima, also das Mittelmeer meiden: Es begünstigt Milben und Schimmelpilze. Da eignen sich Ost- und Nordsee besser.

Bei Nahrungsunverträglichkeiten ist die Wahl des Hotels und der Restaurants im Urlaubsort kritisch. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät vor allem Menschen, die unter sogenannten Pseudoallergien leiden, vom Konsum vieler Zusatzstoffe in Lebensmitteln ab. Bei anderen Stoffen warnt sie vor zu großen Verzehrmengen. „Bei einer Bioküche sind nur 44, meist unbedenkliche Zusatzstoffe statt der sonst 325 erlaubt.“ Grundsätzlich gilt immer: Zur Sicherheit sollte man vorab klären, ob der Urlaubsort auf die Allergie oder Unverträglichkeit eingehen kann, an der man leidet.

Von Karin Willen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unheimlich: Gehen in diesem Video Geister von Bord?
Wenn einem bei diesem Anblick nicht das Gruseln kommt: Dieses Video zeigt Bilder eines scheinbaren Geister-Flughafens. Spuk oder Video-Montage?
Unheimlich: Gehen in diesem Video Geister von Bord?
Insolvenz von Air Berlin: Verfällt jetzt mein Ticket?
Die Air Berlin hat einen Insolvenzantrag gestellt. Viele Verbraucher sind verunsichert. Was machen Kunden jetzt, die bereits Air-Berlin-Tickets besitzen?
Insolvenz von Air Berlin: Verfällt jetzt mein Ticket?
Mysteriös: Diese Insel kann man nur einmal im Jahr besuchen
Vor der Küste von Schottland, im Norden, ragt die sagenumwobene Insel aus dem Nebel: Auf Eynhallow sollen immer wieder Touristen spurlos verschwunden sein.
Mysteriös: Diese Insel kann man nur einmal im Jahr besuchen
Urlaubspläne für Herbst/Winter: Noch bei Air Berlin buchen?
Die Air-Berlin-Insolvenz verunsichert viele Fluggäste. Urlauber fragen sich, ob sie bei ihren Reiseplänen noch auf die Airline setzen sollen? Erst mal geht der Betrieb …
Urlaubspläne für Herbst/Winter: Noch bei Air Berlin buchen?

Kommentare