Kunde zahlt versteckte Gebühren

Preisaufschläge auf Flugportalen: Keine Erstattung

Wiesbaden - Flugportale müssen Kunden schon am Anfang der Buchung den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren anzeigen. Doch längst nicht alle Anbieter halten sich daran.

Verteuert sich ein Flug während der Buchung durch weitere Aufschläge, können Verbraucher die Differenz zum ursprünglich angezeigten Preis nach dem Kauf aber nicht zurückverlangen. Darauf weist der Reiserechtler Holger Hopperdietzel hin, der Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht ist.

„Individuelle Ansprüche hat der Kunde nicht“, erklärt der Jurist. „Der Vertrag kommt unter den Bedingungen zustande, die das Portal aufstellt.“ Der Preisaufschlag durch Zusatzgebühren sei zwar aus wettbewerbsrechtlicher Sicht nicht rechtens - dem Endkunden hilft das aber im Einzelfall nicht. Hopperdietzel rät deshalb, Portale zu meiden, die während der Buchung Zusatzkosten auf den Ausgangspreis aufschlagen. Darüber hinaus ließen sich per Screenshots Beweise für diese Praxis sammeln, die an die Verbraucherzentralen weitergegeben werden können. Diese können das Portal dann abmahnen.

Kunden müssen bei Online-Buchungen eines Fluges sofort den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren erkennen können, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in einem Urteil noch einmal klargestellt (Rechtssache C-573/13). Im verhandelten Fall ging es um Air Berlin. Nach den Erfahrungen von Hopperdietzel betrifft das Problem aber mittlerweile kaum noch die Fluggesellschaften, sondern vor allem die Vermittler von Flugreisen im Internet.

Die Zeitschrift „Clever reisen“ (Ausgabe 1/2015) fand jüngst in einem Test heraus, dass mehrere Portale während der Buchung Gebühren auf den Ausgangspreis aufschlagen, die am Anfang nicht ersichtlich sind. Durch diese Methode wird für Verbraucher der Preisvergleich erschwert.

dpa/tmn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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