Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

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Wer ein Gästezimmer frei hat, kann es weltweit vermieten. Portale wie Airbnb kassieren Vermittlungsprovision. Doch ganz unproblematisch ist die günstige Variante des Übernachtens nicht, weder für Vermieter noch für den Mieter. Und Hotelbetreiber sehen die Konkurrenz naturgemäß auch nicht gern. 

Airbnb, Couchsurfing und Co.

Private Konkurrenz für Hotels

Immer mehr Menschen nutzen vor allem für Städtetrips günstige Privatunterkünfte. Was auf den ersten Blick wie der perfekt-billige Deal aussieht, hat jedoch auch Schattenseiten.

Eine Nacht in New York für 15 Euro. Klingt natürlich verlockend. Es sind vor allem diese sensationellen Preise, die immer mehr Reisende zu Anbietern wie Airbnb bringen. Und die Hotelbetreiber auf die Palme. „Wenn jemand sich im gleichen Markt bewegt, muss er auch zu den gleichen Bedingungen agieren. Aber da ist Einiges im Argen“, schimpft Ulrich N. Brandl als Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga gegenüber unserer Zeitung.

Wir erklären seine Kritik – und beschreiben in Zusammenarbeit mit den Experten der Arag die Vorteile und die Schattenseiten der Privatvermietung.

So funktionieren die Angebote

Airbnb steht für „Air bed and breakfast“, also Luftmatratze und Frühstück. Die Internetplattform versteht sich als Community-Marktplatz, der Kurzzeit-Wohnraum-Suchende mit ihren Gastgebern zusammenbringen soll. Gastgeber und Urlauber müssen sich auf dem Portal registrieren und ein Profil hinterlegen. Das Konzept boomt: Das erst 2007 gegründete Airbnb ist eines der erfolgreichsten Start-ups der vergangenen Jahre. Im vergangenen Jahr übernachteten in einer Nacht im August weltweit fast eine Million Menschen bei Gastgebern der Plattform. 2015 wurde das Unternehmen mit 25,5 Milliarden Dollar bewertet – das ist mehr, als die zweitgrößte Hotelkette der Welt (Marriott) wert ist. Auch beim Couchsurfing dreht sich alles um die Vermittlung von nichtkommerziellen Unterkünften. Allerdings ist Couchsurfing offiziell kostenlos.

Niedrige Preise, wenig Sicherheit

Bei Airbnb liegt der Fokus darauf, günstige Hotelalternativen zu finden oder umgekehrt durch die Kurzzeit-Untervermietung die Haushaltskasse etwas aufzubessern. Da die Mietangebote von Ausziehcouches bis zum Luxus-Appartement alles umfassen, können die unterschiedlichen Angebote stark im Preis variieren. Ein Bewertungssystem soll dabei helfen, dass Mieter nicht übervorteilt werden. Nach dem Aufenthalt können die Nutzer detailliert bewerten, wie ihnen die Unterkunft gefallen hat. Auch der Gastgeber kann das Verhalten seiner Besucher beurteilen. Die Hotelbetreiber beklagen den ungleichen Wettbewerb. „Wir werden in der Hotelbranche mit immer neuen Sicherheitsvorkehrungen überhäuft – und bei den Privatvermietern gibt es praktisch gar keine Vorgaben. In Hotels hat der Schutz des Lebens immer höchste Priorität. Es muss zum Beispiel einen zweiten Fluchtweg oder eine Sprinkleranlage geben – das kann bei einem Hotel schon mal Millionen kosten“, sagt Brandl. Zudem gebe es bei der Privatvermietung keinerlei Hygienesicherheit wie im Hotel. Wenn man das alles in Betracht ziehe, sei der Preisvorteil der Privatvermieter folgerichtig. Quartieren sich Urlauber in privaten Unterbringungen ein, wohnen Sie auf eigene Gefahr.

Die Frage nach der Steuer

Couchsurfing ist wie gesagt offiziell kostenlos. Doch ob nicht trotzdem hier und da etwas Geld den Besitzer wechselt, kontrolliert bisher weder Couchsurfing noch das Finanzamt. Warum die privaten Unterkünfte preiswerter zu haben sind als Hotelzimmer, liegt auf der Hand. Der Fiskus kassiert in der Regel nicht mit. „Das ist ein Thema, wo der Staat handeln muss. Die nicht angegebenen Gewinne und damit Steuerausfälle gegen in die Millionen“, sagt Brandl. Den Schaden der gewerblichen Vermietung unter dem Deckmantel der Privatvermietung trage am Ende der Steuerzahler.

Risiko auch für den Gastgeber

Auch der Gastgeber geht ein Risiko ein. Wer seine Wohnung gegen den Willen des Vermieters über die Website Airbnb an Touristen vermietet, riskiert die fristlose Kündigung. Das sei vertragswidrig, entschied das Landgericht Berlin 2015 in einem Prozess. Werde die Wohnung trotz einer Abmahnung weiter im Netz angeboten, dürfe der Vermieter dem Mieter fristlos kündigen. Es kann auch andere Probleme geben: Eine Frau aus San Francisco erkannte ihr Apartment nicht wieder, als sie kürzlich nach einer einwöchigen Geschäftsreise zurückkehrte: Die Kurzzeit-Mieter hatten ihre gesamte Wohnung verwüstet, die Möbel zertrümmert und sämtliche Wertsachen mitgehen lassen – auch den Schmuck der Großmutter. Doch auch eine gute Hausratversicherung gilt nicht unbedingt für Untermieter. Arag- Experten empfehlen daher einen eingehenden Check der eigenen Hausratversicherung, bevor man einzelne Zimmer oder die ganze Wohnung Urlaubern überlässt.

Die Portale Airbnb, Wimdu und 9flats stehen den Gastgebern inzwischen ebenfalls zur Seite: So erstattet Airbnb Privatanbietern über die kostenlose Gastgeber-Garantie Schäden am Eigentum – auch dem des Vermieters – bis zu 800 000 Euro. Die Portale 9flats und Wimdu bieten Versicherungen, die Schäden bis zu 500 000 Euro abdecken. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab eine Inventar-Liste der Unterkunft zu erstellen, die alle Wertgegenstände dokumentiert.

Von Lars Becker

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