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Reise-Stornogebühr darf keine Pauschalsumme sein

Recht: Keine Pausch- Stornogebühren

Bonn - Eigentlich sollte die Reise ein Schnäppchen sein: Ein Frau hatte im Internet eine Reise für 280 Euro gebucht. Elf Minuten später stornierte sie die Reise und sollte dann 257 Euro zahlen... 

Reiseanbieter dürfen keine pauschalen Summen als Gebühr für Stornierungen festlegen. Das hat das Amtsgericht Bonn entschieden (Az.: 101 C 3385/09), berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in der Zeitschrift “ReiseRecht aktuell“.

In dem Fall hatte eine Frau zunächst im Internet eine rund 280 Euro teure Flugreise gebucht, schon elf Minuten später aber wieder storniert. Das Reiseunternehmen teilte daraufhin mit, sie müsse fast 257 Euro an Stornogebühren bezahlen.

In den Geschäftsbedingungen wurde auf eine Gebühr von 100 Euro “für den uns entstehenden Aufwand“ verwiesen. Außerdem wollte der Anbieter nur jenen Teil der Kosten ersetzen, den er selbst von seinen Partnern wie Fluggesellschaften und Hotels erstattet bekam.

Das Unternehmen hätte bei der Berechnung der Stornokosten aber nicht pauschal 100 Euro als Aufwandsentschädigung ansetzen dürfen, urteilte das Gericht. Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibe eindeutig vor, dass solche Entschädigungen immer prozentual und nicht mit festen Sätzen errechnet werden müssen. Nur so könne eine Stornogebühr “in einem angemessenen Verhältnis zum Reisepreis stehen“.

Eine Gebühr von 91 Prozent widerspreche zudem bei einer Reise, die erst sechs Wochen später stattfinden sollte, den “Geboten von Treu und Glauben“.

dpa

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