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Die Reichsabtei Corvey.

UNESCO-Liste erweitert

Reichsabtei Corvey wird Weltkulturerbe

Bonn - Die ehemalige Reichsabtei Corvey in Nordrhein-Westfalen ist am Samstag in die Weltkulturerbeliste aufgenommen worden.

Das in Doha tagende Weltererbekomitee der UN-Kulturorganisation würdigte am Samstag das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey aus dem frühen Mittelalter als "Zeugnis von außergewöhnlich universellem Wert".

Das Westwerk sei heute das einzige erhaltene Modell aus der Zeit der Karolinger, hieß es in der Begründung weiter. Es verbinde "auf herausragende Weise die karolingische Architektur mit antiken Vorbildern zu einem Kunstwerk". Zudem habe die Reichsabtei im damaligen Frankenreich als geistiges, religiöses und politisches Zentrum eine entscheidende Rolle in Europa gespielt.

Die ehemalige Reichsabtei Corvey im Weserbergland war einziger deutscher Kandidat für die Aufnahme auf die Liste in diesem Jahr. Die Benediktinerabtei war eines der bedeutendsten Klöster im mittelalterlichen Frankenreich. Gegründet wurde sie im Jahr 822 von Ludwig dem Frommen, Sohn von Kaiser Karl dem Großen.

Deutschlands UNESCO Welterbestätten

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Das Unesco-Komitee beschloss auch die Aufnahme des Qhapaq Ñan genannten Netzes von Inkapfaden durch Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru auf die Liste. Das System sei allein durch seine Größe und die Qualität der Straßen eine "einzigartige Leistung von Ingenieursfähigkeiten in höchst verschiedenen geographischen Geländen", es verbinde "die schneebedeckten Gipfel der Anden-Bergketten" mit der Küste, verlaufe durch "heiße Regenwälder, fruchtbare Täler und absolute Wüsten", erklärte das Komitee.

Auf einer Gesamtlänge von rund 30.000 Kilometern verlaufen die Pfade teils durch gefährliche verschneite Gebirgsregionen, teils auf 5000 Metern Höhe. Sie wurden über eine Zeitspanne von 2000 Jahren gebaut. Das Straßensystem der Inkas gilt als Wunderwerk der Ingenieurskunst, vergleichbar dem des Römischen Reiches.

Die sechs südamerikanischen Länder, durch die die Pfade führen, brachten die Kandidatur gemeinsam ein. Sie wollen nun auch bei der Renovierung und Instandhaltung des Systems zusammenarbeiten.

Das Welterbekomitee tagt noch bis kommenden Mittwoch in Katars Hauptstadt Doha. Das Komitee, dem Experten aus 21 Ländern angehören, prüft auf seiner jährlichen Tagung, welche von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen werden. In diesem Jahr liegen dem Komitee über 40 Nominierungen vor.

Der begehrte Titel kurbelt den Tourismus an und erleichtert den Zugang zu Subventionen für den Erhalt der Stätten. Die Auszeichnung ist aber auch mit Auflagen etwa bei städtebaulichen Projekten verbunden. Werden diese nicht eingehalten, können die Unesco-Experten einer Stätte die Auszeichnung wieder entziehen. Diese Erfahrung musste 2009 Dresden machen, weil der Bau einer neuen Brücke nach Ansicht der Prüfer den "universellen und einzigartigen Wert" des Elbtales beeinträchtigt.

afp

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