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Italien ist ein echter Urlaubs-Klassiker.

Die beliebtesten Ziele im Schnellcheck

Großer Reiseatlas: So verreisen die Deutschen im Jahr 2016

Was sind die beliebtesten Reiseziele und haben sich diese Destinationen aufgrund der aktuellen Brennpunkte gar verändert? Eine Prognose für das Urlaubsjahr 2016.

Nach den Anschlägen von Brüssel am Dienstag und dem Attentat von Istanbul in der vergangenen Woche, stellen sich folgende Fragen: Wie sicher sind unsere Lieblingsreiseziele eigentlich noch? In ganz Europa wurden die Sicherheitsvorkehrungen sofort verschärft – vor allem an Flughäfen. Regierungen mahnen vielerorts zur Vorsicht, insbesondere an belebten Orten und bei Großveranstaltungen.

Ist die deutsche Reiselust aufgrund der vielen Gefahren gebrochen?

Umfragen und Statistiken belegen: Nein! Dem Reiseveranstalter TUI zufolge wollen 63 Prozent der Bundesbürger im Jahr 2016 genauso viel oder gar mehr verreisen als noch 2015. Urlaub hat unter den Deutschen einen hohen Stellenwert – 58 Prozent beurteilen ihn sogar als besonders wichtig. Mit Hinblick auf die allgegenwärtigen Risiken: Inwiefern verändert sich unser Reiseverhalten?

von Dominik Laska

Italien: Seit Generationen ein beliebtes Ziel

Die aktuelle Situation: Italien ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen – vor allem für Urlaube mit dem eigenen Auto. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon über Jahrzehnte hinweg.

Die beliebtesten Regionen: Norditalien steht im Fokus. Südtirol, Venetien und die Lombardei erfreuen sich hoher Beliebtheit. Aber auch die Toskana und Latium sind begehrte Anlaufpunkte.

Der Ausblick auf 2016: Pauschalreisen haben keine große Bedeutung für Italien, aber auch für 2016 sei ein leichter Anstieg in den Besucherzahlen zu erwarten, sagt Marco Montini, Direktor der italienischen Zentrale für Tourismus. Die Preise würden dabei mehr oder weniger stabil bleiben.

Das sagt Experte Montini: „Umfragen zu Reiseabsichten bestätigen, dass viele Deutsche durch die aktuelle Terrorgefahr verunsichert sind und auf Länder ausweichen, die kein erhöhtes Sicherheitsrisiko haben. Wir gehen davon aus, dass auch 2016 viele Touristen Italien als Reiseziel wählen werden. Vom Terror profitieren wollen wir aber natürlich nicht.“

Türkei: Schockstarre wegen großer Unsicherheit

Die aktuelle Situation: Die Türkei leidet. Anschläge in Istanbul und Ankara verschrecken immer mehr Touristen. Zu Beginn des Jahres waren die Einbußen immens – 60 Prozent weniger Buchungseingänge und Verluste von bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr! Es herrscht eine Reiseangst bei Touristen. Hinzu kommt ebenfalls, dass der komplette russische Markt weggebrochen ist. Das Sicherheitsrisiko ist vor allem im Osten des Landes besonders hoch. Der Westen – die Regionen um Alanya und Side – wird als relativ sicher eingestuft.

Die beliebtesten Regionen: Die türkische Riviera hat einen großen Stellenwert. Dalaman, Bodrum, aber auch die Regionen um Alanya und Side sind beliebte Ziele vieler deutscher Touristen. Istanbul hat als typisches Reiseziel eine eher untergeordnete Rolle.

Ausblick auf 2016: Dieses Jahr kann für die Türkei enorm wichtig werden. Die Verunsicherung nach den Anschlägen muss kompensiert werden. Abschreiben wollen die Veranstalter das Land aber nicht. Im weiteren Verlauf des Jahres werde man noch sehen, ob es „nur eine Delle oder ein Totalschaden wird“, sagte Schauinsland-Reisen-Chef Gerald Kassner.

Das sagt TUI: „Urlaubsreisen im Sommer 2016 werden insbesondere für Schnellentschlossene günstiger. Für eine qualifizierte Aussage über die Auswirkungen der Anschläge in der Türkei auf die Entwicklung des Tourismus ist es allerdings noch zu früh.

Dubai und Vereinigte Arabische Emirate: Neue Lieblinge

Die aktuelle Situation: Die Vereinigten Arabischen Emirate werden zu den neuen Lieblingen der Touristen – sie vereinen Kultur und Naturerlebnisse. Besonders für Kreuzfahrten im Winter sind die Emirate ein beliebtes Ziel. Vor allem die Deutschen sind Kreuzfahrtweltmeister.

Die beliebtesten Regionen: Dubai und Abu Dhabi liegen in den Trends ganz weit oben, aber auch die Stätten von Muscat oder die Gegenden um Khasab, die besonders durch ihre malerischen Fjorde glänzen.

Der Ausblick auf 2016: Unternehmen, wie z.B. MSC Kreuzfahrten, liegen für die Wintersaison 2016/17 schon über dem Vorjahresniveau.

Das sagt MSC Kreuzfahren: „Momentan haben wir für Deutschland Gästezahlen im fünfstelligen Bereich, erwarten aber mit den gewachsenen Kapazitäten auch hier einen Anstieg.“

Thailand: Die Perle Asiens

Die aktuelle Situation: Terrorwarnungen, rigides Polizeiverhalten, Demonstrationen, Touristen-Morde.Schlechte Nachrichten ereilten Thailand in den vergangenen Monaten immer wieder. Doch dem Tourismus hat das nicht geschadet. Für Veranstalter TUI ist und bleibt das beliebte Ziel das wichtigste Reiseland in Asien überhaupt. Eine Buchungszurückhaltung würde es nicht geben.

Die beliebtesten Regionen: Strandurlauber ziehen Phuket, Khao Lak und Koh Samuiin Betracht, aber auch Bangkok, als Ausgangspunkt für Rundreisen, ist sehr beliebt.

Der Ausblick auf 2016: Da sich die Buchungszahlen momentan positiv entwickeln, wird von einem Plus im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.

Das sagt TUI: „Durch die Währungsumstellung auf US-Dollar sind die Preise für Thailand gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Günstige Flugpreise stehen dieser leichten Erhöhung jedoch gegenüber. Asien mit Thailand als wichtigstem Ziel liegt weiter im Trend und wir bemerken auch keine Ausweichströme auf andere Länder.“

Griechenland: Touristen kommen trotz zweier Krisen

Die aktuelle Situation: Nach Griechenland traten in den vergangenen Jahren im Schnitt rund 2,5 Millionen deutsche Touristen eine Reise an. Und das, obwohl das Land durch die Finanzkrise und auch die Flüchtlingswelle hart getroffen wurde.

Die beliebtesten Regionen: Im Fokus stehen natürlich die Inseln. Kreta, die Kykladen oder auch die Ionischen Inseln, wie Korfu, gehören zu den Favoriten. Das Festland wird hingegen von den Touristen ein wenig vernachlässigt.

Ausblick auf 2016: Michalis Karavas, Geschäftsführer von Attica Reisen, glaubt an eine Erholung im Reisejahr 2016. Zwar bestehe noch eine gewisse Lähmung – geschuldet den Terroranschlägen der vergangenen Monate. Wenn sich diese Lähmung aber erholt, dann kann der Wert aus dem vergangenen Jahr durchaus erreicht werden.

Das sagt Experte Karavas: „Trotz Wirtschaftskrise oder Flüchtlingswelle – eingebrochen ist der Tourismus nicht. Natürlich gab es einige Einbußen, beispielsweise durch die Flüchtlingswelle, aber dennoch blieben die Touristen nicht aus. Bei den Preisen wird sich 2016 nicht viel ändern. Die Mehrwertsteuererhöhung, die ja vor allem die Hotels und die Inseln getroffen hat, werden von den Hotels teilweise geschluckt, sodass eine Preisstabilität garantiert werden kann und das nicht auf dem Rücken der Gäste abgetragen wird.“

Kroatien: Mit dem Auto in den Sommerurlaub

Die aktuelle Situation: Kroatien ist bei den deutschen Urlaubern, vor allem aus Bayern, sehr beliebt. Im Schnitt kommt dabei jeder vierte Tourist aus der Bundesrepublik – das sind 2,5 Millionen Urlauber pro Jahr.

Die beliebtesten Regionen: Vor allem die nördlichen Regionen, wie Istrien oder Dalmatien, bieten sich für einen Urlaub mit dem eigenen Auto an. Mit einer Reisezeit von fünf Stunden ist man schnell mit dem eigenen Fahrzeug im Sommerurlaub. Diese Regionen sind deshalb für Touristen aus dem Süden Deutschlands sehr beliebt.

Ausblick auf 2016: Besonders spekuliert wird, ob sich Kroatien zu einem Ausweichland für Touristen entwickelt, die zuvor Reisen in die Türkei, Ägypten oder Tunesien gebucht hatten. Konstantin Gaitanides, Geschäftsführer von Riva Tours in München, kann das noch nicht bestätigen. Nur wenig Umbuchungen seien bisher eingegangen. Der Ausblick auf 2016 sei positiv. Erwartet werden ungefähr 2,75 Millionen deutsche Touristen.

Das sagt Experte Gaitanides: „Preislich ist Kroatien ein sehr stabiles Land. Bei kurzfristigen Buchungen könnte es in diesem Jahr ein wenig teurer werden, deshalb empfehle ich eine frühzeitige Buchung, um die günstigsten Preise zu bekommen. An sich gilt Kroatien als sichereres Reiseland.“

Spanien: Der große Gewinner

Die aktuelle Situation: Spanien ist mit großem Abstand das beliebteste Reiseland der Deutschen. Vor allem wegen der anhaltenden Terrorgefahr wird das Land als perfektes Ausweichziel angesehen. Spanien profitiert allgemein von einer Reiseverschiebung vom Osten in Richtung Westen.

Die beliebtesten Regionen: Die Inseln stehen im Fokus. Ganz vorne rangiert Mallorca, gefolgt von den Kanaren (Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa). Aber auch Menorca erfreut sich großer Beliebtheit. Auf dem Festland sind vor allem Andalusien und Barcelona als Metropole im Kommen.

Ausblick auf 2016: Die Preise liegen unter Berücksichtigung der attraktiven Frühbucherermäßigungen um durchschnittlich zwei bis drei Prozent unter Vorjahr. Laut Prognose könnte es eine Steigerung der Besucher um mehr als zehn Prozent geben.

Das sagt TUI: „2016 wird ein Spanienjahr, da es von einer schwächeren Nachfrage für Nordafrika profitiert. Zudem haben wir unser Flug und Hotelportfolio für Spanien zum Sommer 2016 massiv ausgebaut.“

Karibik: Das Fernweh wird immer größer

Die aktuelle Situation: Fernreisen werden immer beliebter. In den letzten sieben Jahren sind die Buchungen um knapp 50 Prozent gestiegen. Auch wenn die Sicherheitslage in einigen Regionen als heikel eingestuft werden kann, gelten karibische Ziele dennoch als relativ sichere Destinationen.

Die beliebtesten Regionen: Allen voran stehen die Dominikanische Republik und Kuba. Beide Länder beherbergen 70 Prozent der Touristen aus Deutschland, sagt Rolf Nieländer von der Caribbean Tourism Organization.

Der Ausblick auf 2016: Die Terrorgefahr in Europa kann für einen Anstieg an Urlauben in der Karibik sorgen – diese Ziele rücken immer mehr in den Fokus. Die Prognosen zeigen, dass 2016 das bisher erfolgreichste Jahr für die Karibik werden könnte. Über 800 000 Deutsche werden erwartet.

Das sagt Experte Nieländer: „Die Hotelpreise liegen aufgrund des verschlechterten Wechselkurses des Euro zum US-Dollar zwar um einiges höher, das wird aber durch günstigere Flugpreise kompensiert. Auch der aktuelle Ölpreisverfall dürfte zu einer weiteren Dämpfung der Ticketpreise führen. Kuba wird aufgrund der politischen Entwicklungen auch im laufenden Jahr ein Renner bleiben.

Ägypten: Hinaus aus dem Tal der Tränen?

Die aktuelle Situation: Im Norden Afrikas – aufgrund von über 300 Sonnentagen im Jahr und einer geringen Flugzeit – ist Ägypten ein sehr beliebtes Reiseziel. Nach dem arabischen Frühling vor fünf Jahren und immer wiederkehrender Anschläge, gingen die Besucherzahlen allerdings deutlich zurück. Das gleiche Schicksal erlitt Tunesien, wo in den vergangenen fünf Jahren ein Einbruch von knapp 50 Prozent zu verzeichnen war. Gewinner in Nordafrika ist ganz klar Marokko, dass aufgrund einer geringen Gefahrenstufe immer mehr Touristen anlockt.

Die beliebtesten Regionen: In Ägypten sind das vor allem Hurghada und Marsa Alam, sowie Sharm-El Sheik. Marokko sticht mit dem Badeort Agadir – inklusive 14 Kilometer langem Sandstrand – und der Metropole Marrakesch hervor.

Der Ausblick auf 2016: Laut FTI erwartet man für Marokko im Jahr 2016 eine Verdoppelung der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr – Ägypten soll sich, nach einem kurzen Schock, im Laufe des Jahres wieder erholen – das Land der Pharaonen weist gerade auf dem deutschen Markt eine große Anzahl an Stammkunden auf. Ob Tunesien im Jahr 2016 ein erfolgreiches Tourismusjahr schreiben kann, ist allerdings fraglich.

Das sagt FTI: „Nach einem kurzzeitigen Buchungsrückgang für Ägypten verzeichnen wir bereits jetzt wieder täglich steigende Gästezahlen für das Land. Auf Marokko haben sich die aktuellen Ereignisse nicht negativ ausgewirkt. Die Buchungszahlen steigen stetig und es gibt kaum Umbuchungen oder Stornierungen. Für den Sommer 2016 bleiben die Preise in Ägypten stabil. In Marokko sind sie, aufgrund der neuen Charterkapazitäten, sogar erstmals gesunken.“

Deutschland: Es muss nicht weit weg sein

Die aktuelle Situation: Gut ein Drittel aller Reisen der Bundesbürger gehen nicht über die eigene Grenze hinaus. Die aktuelle Sicherheitslage ist in Deutschland noch mit am Höchsten.

Die beliebtesten Regionen: Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig Holstein, mit der idealen Anbindung zur Nord- und Ostsee, sowie Bayern zählen bei den Deutschen zu den beliebtesten Zielen.

Der Ausblick auf 2016: Prognosen sagen voraus, dass die Nachfrage für Urlaube im eigenen Land gleich bleiben wird. Wie auch schon in den Jahren zuvor wird damit gerechnet, dass gut jede dritte Reise nicht ins Ausland gehen wird.

Das sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband: „Ein wesentlicher Grund, warum der Urlaub in der Umgebung boomt, sind fehlende Sprachbarrieren. Denn wer innerhalb Deutschlands verreist, findet einen vertrauten kulturellen Hintergrund und ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis.“

Reise-Atlas 2016: Impressionen

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