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So schützen Sie sich

Malaria, Zika, Montezumas Rache: Reise-Krankheiten im Überblick

Ob Pauschalreise oder Trekkingtour: Infektionen wie Darmerkrankungen, Hepatitis, aber auch Denguefieber sind häufig ein gefährliches Urlaubsmitbringsel.

Wer sich schützen will, kann sich unter anderem in den Tropeninstituten und Gesundheitsämtern beraten lassen. Ein Überblick:

Hepatitis A und B

Die Erreger dieser Leberentzündung sind weltweit verbreitet. Bei der Hepatitis A, die auch im Mittelmeerraum vorkommt, macht die "Reisehepatitis" 40 bis 50 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Fälle aus. Während Hepatitis A meist durch Nahrungsmittel übertragen wird, infizieren sich Menschen mit Hepatitis B (Gelbsucht) vor allem über Blut- und Sexualkontakte. Gegen beides gibt es einen Impfschutz, der sich selbst kurz vor der Reise lohnt.

Malaria

Gegen Malaria, die vor allem aus afrikanischen Ländern, Indien und Pakistan nach Deutschland importiert wird, gibt es keine Impfung. Vorbeugend können vor Urlaubsbeginn sowie teils bis mehrere Wochen danach Medikamente genommen werden. In Deutschland sind mehrere Mittel zugelassen. Urlauber sollten sich in erster Linie mit Mückenschutzmitteln und Insektennetzen vor Stechmücken schützen, die den Erreger übertragen, und ein Notfallmedikament einpacken. Eine Selbstbehandlung wird aber nur empfohlen, wenn ein Arzt nicht schnell genug erreichbar ist.

Gelbfieber

Auch Gelbfieber wird von Mücken übertragen und kann unter Umständen tödlich enden. Das Virus kommt in bestimmten tropischen Regionen in Südamerika und Afrika vor. Eine Schutzimpfung muss spätestens zehn Tage vor Einreise erfolgen. Viele Länder verlangen von Reisenden, die aus einem Land mit Gelbfiebergebieten kommen, einen Nachweis im Impfpass.

Cholera

Das Risiko für Touristen ist sehr gering. Dennoch sollte gerade bei Fernreisen auf eine strikte Hygiene geachtet werden. Generell empfehlen Experten, in Ländern mit mangelnder Hygiene nichts zu essen, was nicht gekocht oder geschält werden kann.

Denguefieber

Das Virus wird von Stechmücken vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Bislang gibt es weder Medikamente dagegen noch eine Impfung. Die beste Vorbeugung ist ein effektiver Mückenschutz. Dengue gehört inzwischen auch bei deutschen Reiserückkehrern zu den häufigen Infektionen. Zuletzt wurden hierzulande mehr als 700 Fälle gemeldet, die vor allem aus Thailand und Indonesien eingeschleppt wurden. Die Asiatische Tigermücke, die neben Dengue auch das Chikungunyavirus übertragen kann, ist mittlerweile auch in Südeuropa etabliert. Dort gab es wiederholt Krankheitsausbrüche.

Zika

In Süd- und Mittelamerika, darunter auch in Brasilien, grassiert das Zikavirus. Es wird meist von Gelbfiebermücken übertragen, kann aber auch durch Geschlechtsverkehr weitergegeben werden. Seit Oktober wurden in Deutschland knapp 60 Fälle registriert. Zika kann bei ungeborenen Kindern Mikrozephalie - einen abnormal kleinen Kopf und damit einhergehende schwere Hirnschäden - auslösen. Das Auswärtige Amt rät daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Zikagebiete ab und empfiehlt dort sowie nach der Rückkehr den Gebrauch von Kondomen.

Durchfall

Durchfallerkrankungen treten sehr häufig auf, sind aber meist harmlos. Wen "Montezumas Rache" erwischt, sollte viel Flüssigkeit zu sich nehmen, am besten salzhaltige Elektrolytlösungen. Wenn Blut und Schleim im Stuhl auftauchen sowie Fieber, Erbrechen, Schmerzen und Kreislaufstörungen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Typhus, Diphterie, Kinderlähmung

Gefahr droht Reisenden im Ausland auch durch scheinbar weniger "exotische" Erreger. Eine Impfung ist generell empfehlenswert. Auch Tetanus, dem Wundstarrkrampf und Tollwut kann durch Impfung vorgebeugt werden.

Hirnhautentzündung

Urlauber, die ihre Ferien gleich um die Ecke in Süddeutschland, Österreich oder in Nordeuropa verbringen, sollten sich gegen Zeckenbisse impfen lassen. Die Holzböcke können Erreger der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen und eine virusbedingte Hirnhautentzündung auslösen.

AFP

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