Der Verlust von Reisegepäck muss schriftlich erklärt werden. Wer sich nicht daran hält, verliert seinen Anspruch auf Schadenersatz.
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Der Verlust von Reisegepäck muss schriftlich erklärt werden. Wer sich nicht daran hält, verliert seinen Anspruch auf Schadenersatz.

Reiserecht

Koffer weg! Darauf müssen Passagiere achten

Frankfurt/Main - Im Koffer war wertvoller Schmuck, doch bei Ankunft war das Gepäckstück weg. Die Flugreisende wollte Schadensersatz. Leider hatte sie ihren Verlust nur telefonisch gemeldet.

Der Verlust von Reisegepäck muss schriftlich erklärt werden. Wer sich nicht daran hält, verliert seinen Anspruch auf Schadenersatz. Das gilt nicht nur für komplette Gepäckstücke, sondern auch für alles, was sich im Koffer befindet und möglicherweise abhandenkommt oder beschädigt wird. Außerdem schreibt das Montrealer Übereinkommen Fristen vor, die einzuhalten sind. Werden sie ignoriert, gehen die Ansprüche ebenfalls verloren, betont das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main (Az.: 6 U 66/12), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet.

In dem Fall hatte die Klägerin Schadenersatz für Schmuck verlangt, der aus ihrem Reisegepäck verschwunden war. Darauf habe sie keinen Anspruch, argumentierte das OLG: Einmal habe sie den Verlust zunächst nur mündlich angezeigt. Dabei habe sie mit einem Anruf beim Flughafen nicht einmal mit der Fluggesellschaft direkt telefoniert. Schriftlich habe sie sich erst sechs Monate nach dem Flug gemeldet. Das Montrealer Abkommen sieht aber in Paragraf 31 vor, dass ein Schadensofort nach Entdeckung gemeldet werden muss, spätestens aber sieben Tage, nachdem das Reisegepäck angenommen wurde.

Hinzu komme, dass ein Schadenersatzanspruch ohnehin verfällt, wenn der Reisende eine erheblich Mitschuld trägt. Das ist der Fall, wenn wertvolle Gegenstände im Reise- statt im Handgepäck verstaut werden. Gerade bei Schmuck, der nicht viel wiegt und nicht viel Platz beansprucht, erscheine es als zumutbar, ihn im Handgepäck mit an Bord zu nehmen.

Das Montrealer Abkommen legt auch die Höhe der Entschädigung fest, damit diese pauschal erfolgt, egal wie hoch der tatsächliche Verlust ist. Im Mai 2010 hat der Europäische Gerichtshof die Obergrenze auf maximal 1134,71 Euro festgelegt. Wichtig: Die Verlustmeldung muss innerhalb von 21 Tagen erfolgen.

dpa

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