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Wahiba Sands: Vor dem Aufbruch in die rund 12 500 Quadratkilometer große Sandwüste im Osten Omans wird Luft aus den Reifen der Geländewagen gelassen. Ein „Wüsten-Highway“ führt in die mitten in den bis zu 200 Meter hohen Dünen gelegenen Camps.

Eine Rundreise durch Städte, Gebirge und Wüsten des Sultanats Oman

Rundreise durch das Sultanat Oman: Vor Anker in Arabien

Das Reiseziel: Das Sultanat Oman liegt im Osten der Arabischen Halbinsel. Insbesondere der Norden des Landes ist landschaftlich besonders abwechslungsreich – mit dem Flieger ist man in weniger als zwei Stunden auch im „kühlen“ Süden.

Bilder der Rundreise

Das Sultanat Oman - Bilder einer Rundreise

Mohammed lacht. Wir stehen vor dem Souk in Matrah, dem belebten Markt der omanischen Hauptstadt Muscat, und Mohammed ist Fahrer meiner Rundreise durch den Norden des Sultanats. Von der 3000 Jahre alten Hafenstadt reisen wir durch Berge und Schluchten des Hajargebirges bis in die Wahiba-Wüste.

Ich trete aus den verwinkelten Gassen des Souks, habe Jeans und T-Shirt in Tüten verstaut und hülle mich stattdessen in Turban und Dischdascha. Das knöchellange Gewand ist die Alltagskleidung der Omanis, schützt vor der Sonne und ist wunderbar luftig. Mohammed lacht, klopft mir auf die Schulter. Nur den Turban wickelt er neu und legt ihn mit gekonnten Griffen um meinen Kopf. Hamdan, so nennt er mich für den Rest der Reise. Ich bin fast einer von ihnen, von diesen freundlichsten und aufgeschlossensten aller Araber, wie der Omani genannt wird. Kleidung macht Leute.

Ort des Fallenlassens

Die Hauptstadt mit dem Sultanspalast wird über 65 Kilometer durch Berge und Meer natürlich begrenzt, flankiert von zwei Festungen aus der Zeit der portugiesischen Herrschaft. „Ort des Fallenlassens“, so heißt Muscat übersetzt, oder „Ankerplatz“. Wie in Watte gebettet, so fühlt man sich an den feinen Sandstränden der Hotels der Hauptstadt. Ein feiner feuchter Film bedeckt den Körper, verursacht durch die hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit den ganzjährig warmen bis heißen Temperaturen.

Von Lärm, Hektik und Aufdringlichkeit ist im ganzen Land keine Spur, auch nicht auf den belebten aber nicht überfüllten Märkten mit Schmuck, Gewürzen und feinen Stoffen. Auf der Fahrt von Muscat nach Nizwa, das neben dem eigenen Souk mit einem beeindruckenden Festungsturm aufwartet, empfiehlt sich der Besuch der Festung Nakhl. Für einen Euro Eintritt gelangt man in die sechzig Meter hoch auf Naturfelsen gebaute Festung, die sich imposant inmitten von Dattelplantagen erhebt.

Wüsten-Highway

Fast achtzig Prozent des Omans ist Wüste, meist karge, unwirtliche Steinwüste. Doch im Osten erstreckt sich die Wahiba-Sandwüste, Pflichtziel und Höhepunkt einer jeden Reise in das Sultanat.

Mohammed fährt über einen vierzig Kilometer langen Wüsten-Highway in das zauberhafte 1000-Nacht-Camp mitten in den Dünen, ein im Beduinenstil erbautes Zeltdorf mit dem Luxus eines Wüstenpools. Sonnenuntergang, Dünen-Surfing, Sternenhimmel, nächtliche Tour mit dem Geländewagen und das frühe Aufstehen mit der aufgehenden Sonne – die Wüste lebt und liefert unvergessliche Eindrücke. Und Veränderungen: Zogen früher Beduinen noch von Wasserstelle zu Wasserstelle, leben sie heute meist in festen Häusern von Landwirtschaft, Kamelrennen und der Rennkamelzucht, die reiche Saudis teuer erstehen.

Über den Sumail-Pass im Hajargebirge geht es zurück in die Hauptstadt. Mohammed verabschiedet mich. Ich nutze den letzten Tag für eine entspannte Fahrt an der Küste Muscats entlang in den Abend hinein. Eine Bootstour mit einer alten Dhau, einem Segelschiff. Die Reiseleitung erzählt Geschichten über die Weihrauchbrenner, die auf den Felsen am Ufer zu sehen sind. Geschichten über die Häfen und den Palast des Sultans. Über die Fischer und die vorbei ziehenden Delphine. Märchenhafte Geschichten dieses wunderbaren Sultanats, der Heimat Sindbads, des Seefahrers. Und der Heimat Mohammeds.

Der "kühle" Süden: Salalah

Vergleichsweise wenig Touristen reisen in den Süden Omans nach Salalah – dafür ist die 120 000 Einwohner-Stadt gerade im Juli und August ein beliebtes Urlaubsziel der Golfstaatler. Denn wenn es zu regnen anfängt, ist Salalah der kühlste Fleck auf der ganzen Arabischen Halbinsel. Von der Oasenstadt Nizwa aus führen Straßen über fast 900 Kilometer durch eine unwirtliche Steinwüste nach Salalah – mit dem Auto geht für einen solchen Kurztrip ein ganzer Tag drauf. Tipp: Für rund 150 Euro fliegt Oman Air von Muscat nach Salalah in gut anderthalb Stunden. Belohnt wird man dort mit einigen der schönsten Strände des gesamten Sultanats.

Hintergrund: Urlaub im Sultanat Oman

Der Oman ist eine absolute Monarchie. Amtssprache ist Arabisch, Englisch wird ab der 1. Klasse gelehrt. Es leben 2,5 Millionen Menschen im Oman, dessen größte Einnahmequelle Erdöl und Erdgas ist. Der Oman ist etwas kleiner als Deutschland. 2,6 Millionen Touristen (Tendenz steigend) besuchen Jahr für Jahr das Land – Massentourismus wie etwa in Dubai ist aber gar nicht erst erwünscht. Währung ist der Rial, der etwa zwei Euro entspricht. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 35 Grad.

REISEINFOS ZU SULTANAT OMAN

MEHR INFOS: Fremdenverkehrsamt Oman, c/o Interface International, Karl-Marx-Allee 91a, 10243 Berlin, Tel. 030/42088012, www.omantourism.de

ANREISE: Oman Air fliegt neun Mal/Woche nonstop in den Oman nach Muscat, fünf Mal von Frankfurt und vier Mal von München. www.omanair.com

REISEZEIT: Hauptsaison ist Oktober bis Ostern. Rundreisen: Dertour bietet im Orient-Katalog 14 Rundreisen durch den Oman an. Eine dreitägige Mietwagen-Reise mit Übernachtung im Wüstencamp kostet ab 420 Euro. Die achttägige Flugpauschalreise mit sechs Übernachtungen kostet 1515 Euro (ohne Flug 1019 Euro). www.dertour.de 

WOHNEN: Badehotel Al Bustan Palace InterContinental, Palasthotel mit malerischer Bucht, ab 225 Euro/DZ/Nacht, mehr Info

Badehotel Shangri-La’s Barr Al Jissah, Panoramablick über den omanischen Golf, ab 269 Euro, mehr Info

Wüstencamp 1000 Nacht. Jedes Zelt hat direkten Zugang zu WC und Dusche. Preis: 73 Euro/Person/Nacht.

Alle Hotels und Camps über Dertour buchbar.

Von Jens Nähler

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